Auf dem Hügel bei der Kirche von St. Georgen unweit Bozen liegen Franzosen aus den Kriegsjahren 1797 und 1809 begraben. Da sieht man nun, besonders im Hochsommer, vor einem Ungewitter an den Ecken des Turmes vier Lichtlein sich hin- und herbewegen. Ein mutwilliger Bursche warf einmal einen Ast auf diese Lichter hinauf, kam aber dabei„Die Franzosengeister“ weiterlesen
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Der Geist ohne Kopf
In dem zum Mesnerhofe gehörigen, unterhalb des Schulhauses von St. Georgen bei Bozen liegenden Weingut erhängte sich vor vielen Jahren ein Mann; seither sah man dort oft einen menschlichen Schatten ohne Kopf den Fußsteig im Weingut auf- und abwandeln. Quelle: Heyl, Johann Adolf, Volkssagen, Bräuche und Meinungen aus Tirol, Brixen 1897, S. 213
Der Schütze
In Rentsch steht am alten Weg empor auf den Ritten ein Kruzifix, an dem eine große Narbe sichtbar ist. Davon erzählt man sich folgendes: Vor langer Zeit war einmal in Kampill, das jenseits des Eisacks liegt, ein großes Festschießen, dem auch ein bekannter Schütze beiwohnte. Doch an diesem Tag hatte er einfach kein Glück, denn„Der Schütze“ weiterlesen
Der geschundene Stier
Wo jetzt Rentsch liegt, war einst eine schöne und reiche Stadt. Rebe an Rebe wuchs bis weit hinauf auf den Rittner Berg, und alles war voll überfluß. Doch ob ihres Glückes und Reichtums wurden die Einwohner übermütig und schreckten bald vor keinem Frevel mehr zurück. Und so kamen sie einmal gar auf den Gedanken, einem„Der geschundene Stier“ weiterlesen
Spukende Geistliche
In Bozen lebte vor vielen Jahren ein Priester, dessen Name billig ungenannt bleibt, der war Sakristan und ließ sich im Leben mancherlei Unrichtigkeiten zuschulden kommen, weshalb er nach dem Tode spuken mußte. Endlich bannte ihn ein Priester hinauf auf den Schiern, wo er laut und heulend sein Unwesen trieb, mit Ausnahme der Weidezeit. Man hört„Spukende Geistliche“ weiterlesen
Das Fingellerschloss
Unter der Trümmerburg Rafenstein, die über Bozen im Bezirke Sand an dessen oberstem Punkte hoch am Saumweg ins Sarntal liegt, erhebt sich ganz isoliert auf einem Felsen eine andere Ruine, die wenig bekannt ist und das Fingellerschloß heißt. Früher soll es Niedergoldeck geheißen haben, aber niemand weiß darüber gewisse Auskunft zu geben. Die Burg war„Das Fingellerschloss“ weiterlesen
Der Geist im Altenbachtal
Zur Adventszeit sah man in den achziger Jahren oft im Altenbachtal ober Gries vom Talmüller bis zur „roten Lahn“ (so wird ein Stück des Bergabhanges zwischen Altenbach und Guntschna genannt, das wegen der häufigen Abrutschungen gemieden wird) einen Mann in grünen Kleidern wandern. Das letztemal sah man ihn vor etwa dreißig Jahren, doch waren damals„Der Geist im Altenbachtal“ weiterlesen
Die kopflosen Totenträger
Ein alter Bauer ging in der Nacht von Haslach bei Bozen über Schloß Kuepach nach St. Jakob. Als er auf die in der Nähe des Schlosses gelegene große Wiese kam, begegneten ihm vier Männer ohne Kopf, die einen kopflosen Toten auf schwarzer Bahre einhertrugen. Einer ohne Kopf aber schritt mit einer Laterne voran. Im nächsten„Die kopflosen Totenträger“ weiterlesen
Der Glockenschatz auf der Haselburg
Auf dem Schloß Kuepach (Haselburg) bei Bozen lebte ein reicher und frommer Ritter, der mit den Kreuzfahrern ins Heilige Land zog. Vorher aber ließ er einen großen Teil seines Goldes einschmelzen und in zwei hohle, kupferne Kugeln gießen, die er dann rechts und links vom Schloßtor als Zierde hinstellte. So, dachte er, werden sie am„Der Glockenschatz auf der Haselburg“ weiterlesen
Die Beterin
Wenn jemand eine Wallfahrt gelobt und sein Versprechen nicht hält, muß er es nach seinem Tode erfüllen. So etwas erfuhr eine Bindermeisterin in Bozen. Diese ging nach Weißenstein wallfahren und stieg erst bei einbrechender Nacht den steilen Berg hinan, denn früher schien es ihr zu heiß. Bald hinter den ersten Stationen hörte sie ein Weib„Die Beterin“ weiterlesen
Das Totengericht
Das tapfere und berühmte Geschlecht der Ritter von Matsch hatte die Sitte eingeführt, über jeden seiner Verstorbenen in der Franziskanerkirche zu Bozen ein Totengericht halten zu lassen. Der Verstorbene wurde im Sarg in die Kirche getragen, und bevor derselbe zur letzten Ruhe eingesegnet wurde, fand eine Leichenrede statt, in welcher der Geistliche gehalten war, offen„Das Totengericht“ weiterlesen
Hans Lutz von Schussenried
Die Steinmetzen von Bozen wurmte es nicht wenig, daß der junge Schwabe Hans Lutz ihrer mit so vielem Kostenaufwande hergestellten Pfarrkirche die Krone durch den Turm aufsetzen sollte. Sie sannen auf Rache, und weil es ohnehin im Plan lag, der Kirche zwei Türme zu geben, unterfing sich der Steinmetzgeselle Wilhelm Großmund von Bozen zu behaupten,„Hans Lutz von Schussenried“ weiterlesen
Die große Glocke von Bozen
Die größte Glocke der Hauptpfarrkirche Bozens, der schönsten Kirche in Tirol, hat einen wunderbar schönen Klang, und die Sage geht, es sei der Glockenspeise zu ihrem Guß ein reichlicher Teil edlen Metalles hinzugefügt. Es wohnte bei Bozen ein sehr reicher Ritter, Hugo von Kuebach; der besaß große Mengen ungeprägten Goldes und Silbers. Um diese Schätze„Die große Glocke von Bozen“ weiterlesen
Die Kröte auf Weißenstein
Eine Frau in Bozen hatte eine Wallfahrt nach Weißenstein versprochen, kam jedoch nie zur Ausführung dieses Gelübdes. Nach ihrem Tode mußte sie darum so lange als Kröte leiden, bis sie ihr Versprechen eingelöst haben würde. Als scheußliche Kröte watschelte sie gegen den beliebten Wallfahrtsort, den sie erst in sieben Jahren erreichen konnte. Dann aber, als„Die Kröte auf Weißenstein“ weiterlesen
Die Botsch von Zwingenburg
Daß die rebenumgürtete Stadt Bozen, italienisch Bolzano, uralten Ursprungs ist, ist bekannt und wird durch die Wahl ihrer überaus glücklichen Lage bewiesen; gleichwohl bringt die Sage den Namen Bozens mit Geschlechtern der Frühzeit in Verbindung und kündet, es habe in grauen Zeiten dort ein reicher Jude, des Namens Boz, sich niedergelassen. Dieser Boz wurde Christ„Die Botsch von Zwingenburg“ weiterlesen
Die goldenen Lilien
Nach dem Abendläuten kam ein Hirtenknabe aus Saubach vom Walde her und wollte heim. Auf einmal glänzte es unweit von ihm wie frisch gefallener Schnee. Erstaunt wandte er sich um und sah nach dem Schimmer hin. Da sah er ein ganzes Feld voll Lilien. Ein paar Sprünge, und er stand mitten in demselben. Mit vollen„Die goldenen Lilien“ weiterlesen
Die Kohlen auf dem Sauschloss
Es kam einmal ein Hirt zum Sauschlosse hinauf und fand dort einen Haufen wunderschöner Kohlen. Er steckte drei davon zu sich und gerade in den Sack, in dem er den Rosenkranz hatte, und nahm sie mit nach Hause. Als er heimgekommen war, erzählte er seiner Mutter vom Kohlenhaufen und wollte ihr die drei mitgenommenen Kohlen„Die Kohlen auf dem Sauschloss“ weiterlesen
Der versunkene Schatz
Unter der Mairläng bei dem Weifner Hofe ist ein Acker, in dem ein Schatz vergraben ist, der alle hundert Jahr zum Vorschein kommt. Des gegenwärtigen Schusters Urahn war dort noch spät abends auf dem Wege. Da sah er von weitem ein Licht, das immer größer und größer wurde. Er gieng darauf zu und sah, wie„Der versunkene Schatz“ weiterlesen
Das Hexenhaus
Zu Jenesien lebte ein alter Bauer, der noch in seinen hohen Jahren sich vollen Haarwuchses erfreute, nur vorn an der Stirne hatte er eine handbreite runde Glatze, wie geschoren, was sehr auffiel, denn rundherum stand wuchernd starkes Haar. Besagter Bauer ging einmal auf den Markt nach Meran, kaufte sich dort eine Kuh und trieb sie„Das Hexenhaus“ weiterlesen
Der unheimliche Stein
Auf dem Weg von Afing nach Flaas hinauf liegt ein großer Stein, der vor uralten Zeiten vom Schwarzegg herabgekollert ist und sich mitten im Tal postiert hat. Dieser Stein ist unheimlich. Einst ging eine Dirn vom Pircher frühmorgens vor dem Betläuten den Weg da vorbei. Als sie in die Nähe des Steines kam, fiel ihr„Der unheimliche Stein“ weiterlesen
Die Wechselwiesen
Zwischen dem Leber und Weber in Flaas sind Wiesen, welche die Wechselwiesen heißen. Ihr Name schreibt sich wohl daher, daß die Besitzer derselben sehr häufig wechselten. Vor einigen Jahren war’s auf den Feldern sehr unheimlich, denn oft schrie und jammerte es dort: „Wo soll ich ihn einstecken?“ Der Geist meinte den Grenzpfahl, den er bei„Die Wechselwiesen“ weiterlesen
In die Hölle gefahren
Die Nobler Gemein, eine gesuchte Weide, war vor vielen Jahren der Zankapfel zwischen Mölten und Jenesien. jahrelang stritten sie mitsammen. Wenn zwei von Mölten und Jenesien zusammenkamen, da gab es Streit und Raufhändel bis aufs Blut. Am Fuß zweier Lärchen, deren Stöcke noch stehen, zeigt man noch die Stelle, wo Gott der Herr den gottlosen„In die Hölle gefahren“ weiterlesen
Von der versunkenen Stadt
Auf den Lafenner Wiesen zeigt man eine sumpfige Vertiefung. Früher soll dort eine großmächtige Stadt gestanden sein. Weil aber die reichen Bewohner ein sehr frevelhaftes Leben führten, versank sie mit Mann und Haus in den Erdboden. (Jenesien.) Quelle: Zingerle, Ignaz Vinzenz, Sagen aus Tirol, 2. Auflage, Innsbruck 1891, Nr. 627, S. 355
Das Salige Fräulein auf der Lecklahn
Die Lecklahn liegt auf der südlichen Abdachung vom Salter, darüberhin leitet der Weg nach Nobels und besteht aus wildem Steingerölle – Steinmuren -, welches spärlich mit Gesträuch bewachsen ist. Der nächstanwohnende Bauer, der Widmer, zeigt gerne seine Steinkohlen her, welche er in der Lecklahn gefunden, und die Volkserzählung findet ganz glaubwürdig, daß bei der Kellerlahn„Das Salige Fräulein auf der Lecklahn“ weiterlesen
Vögel bestimmen den Bauplatz
Nicht weit oberhalb der Kirche in Jenesien steht der Turnerhof, und dort findet man auf einem Felsen einen alten Turm. Auf diesem Felsen wollte man einst zuerst Turm und Kirche erbauen; doch die Maurer und Zimmerleute hatten beständiges Unglück, und die Vögel des Himmels kamen und trugen kleine Steinchen und Hobelspäne, die mit Blut bespritzt„Vögel bestimmen den Bauplatz“ weiterlesen
Das zerstörte Schloss
Links von Flaas am Umsteige der Lawend liegen einige Wiesen, deren Besitzer jetzt ein Bauer auf dem Weiler Glaning ist. Diese Wiesen führen im Volksmunde sowohl wie selbst in alten Grundbüchern den nicht wohlklingenden Namen: Der Schandfleck. Dunkle Sagen gehen darüber von dunklen Taten, welche sich nicht erzählen lassen. Nordöstlich überm Weiler Glaning stand in„Das zerstörte Schloss“ weiterlesen
Der Tag ist dein, die Nacht ist mein
Einen alten Weifner in Afing hatte der Geiz gefaßt, wie der Böse die Hexen. Ein Pfennigschaber war er, als lehnte schon der Bettelstab vor seiner Haustür, Er war der erste auf und der letzte im Bett, und wo die Arbeit am sauersten war, griff er am hitzigsten zu, alles aber aus purem Geiz. Wenn die„Der Tag ist dein, die Nacht ist mein“ weiterlesen
Der nächtliche Tanz
Als einst spät in der Nacht ein Mäher vom Salten herunter heimkehrte, bemerkte er eine früher nie gesehene, große Schupfe, in der es toll und voll herging. Schöne Frauen tanzten bei Sang und Klang, während andere an Kaltem und Warmem sich gütlich taten. Da er ein lustiger Kauz war, machte er bei der Schupfe halt„Der nächtliche Tanz“ weiterlesen
Der Knecht
In einem Bauernhause zu Jenesien saßen die Leute noch in später Winternacht beisammen. Da fiel plötzlich einem mutwilligen Knechte ein, ins Freie zu gehen, um seine Schneid zu zeigen. Kaum war er vor der Haustür, als man ihn jämmerlich schreien und um Hilfe rufen hörte; dann erscholl lustiges Jodeln und lautes Gelächter. Die Leute meinten,„Der Knecht“ weiterlesen
Das Sauschloss
Die zu einer schwindelnden Höhe emporragenden, nur auf einem steilen Felsenpfade zugänglichen Trümmer des Schlosses Greiffenstein führen noch immer im Volksmunde den etwas unschönen Namen Sauschloß. Früher soll es auch Raubenstein genannt worden sein, sintemalen greifen und rauben verwandte Begriffe sind, und dies war die Burg, allerdings im Besitze der Starkenberger, an welche sie nach„Das Sauschloss“ weiterlesen
Die Seufzerin
Ein Mann aus Terlan, der in Affing wohnte, wandelte einst zu Tale, um seinen Heimatort und seine Eltern zu besuchen. Jenesien ließ er links liegen und schritt auf den Alten zu, einen mannigfach zerklüfteten Berg. Über Montiggl kam er ins Tal herab und ruhte bei der Ruine des Schlosses Neuhaus mit dem schönen alten Turme,„Die Seufzerin“ weiterlesen
Die versunkene Stadt
Auf den Lawender Wiesen zeigt sich eine weite sumpfige Eintiefung. Eine Stadt soll dort gestanden haben, die wegen des frevelhaften Lebenswandels ihrer Einwohner mit dem Gottesgericht durch Versinken gleich ändern sündigen Städten der Vorzeit, bestraft worden sein soll. Quelle: Deutsche Alpensagen. Gesammelt und herausgegeben von Johann Nepomuk Ritter von Alpenburg, Wien 1861, Nr. 287.
Das hochgeweihte Glöcklein
Ein Bauer in Siebeneich hat eine kleine Glocke, die so hochgeweiht ist, daß ihr Klang das ärgste Wetter vertreibt, wenn sie zu rechter Zeit geläutet wird. Diese Glocke kam auf folgende Weise zum Hofe: Vor vielen Jahren bat ein alter Pilgrim, der vor Schwäche umzufallen drohte, um Nachtherberge. Mitleidig gewährte man ihm dieselbe und gab„Das hochgeweihte Glöcklein“ weiterlesen
Das heilige Öl beim Kosmaskirchlein in Siebeneich
Unweit vom Kirchlein St. Kosmas und Damian oberhalb von Siebeneich ist ein großer Stein, der oben eine Eintiefe hat. In dieser fand sich öfters wunderbares Öl vor, das sehr heilsam war. Das ging viele Jahre so fort und zahlreiche Pilger stiegen zum einsamen Kirchlein empor, beteten dort und nahmen vom Wunderöle. Später kam die Kapelle„Das heilige Öl beim Kosmaskirchlein in Siebeneich“ weiterlesen
Der Turm von Terlan
Als der kunstvolle Turm in Niederlana gebaut wurde, arbeitete ein junger Steinmetz dabei, der wegen seiner Geschicklichkeit vom Baumeister geliebt wurde. Der schöne Bursche kam oft in die Wohnung des Meisters und lernte dort seine bildschöne Tochter kennen, zu der er bald eine große Neigung faßte. Das Mädchen war ihm auch hold und wünschte sich„Der Turm von Terlan“ weiterlesen
Von der Ruine Maultasch
Oberhalb Terlan im Etschtale ragen die malerischen Trümmer der Burg Maultasche empor. Erzherzogin Margarethe von Österreich hatte diesen Burgsitz so liebgewonnen und bevorzugte ihn dermaßen, daß derselbe, der sonst anders hieß, den Beinamen Maultasche durch jene Vorliebe empfing. Ein Sitz der Sittlichkeit aber war diese Burg keineswegs. Es hauste auf ihr ein sittenloser Junker, der„Von der Ruine Maultasch“ weiterlesen
Die Erbsen in der Flinte
Ein Bauernknecht zu Kollmann las in einem alten Buche: „Nimm einen Totenkopf, füll ihn mit Erde, säe drei Erbsen hinein, laß sie aufgehen und abreifen. Ladest du solche Erbsen dann in dein Gewehr, geht der Schuß sehr hoch.“ Er befolgte diesen Rat und erwartete kaum das Reifwerden der Erbsen. Als dies geschehen war, lud er„Die Erbsen in der Flinte“ weiterlesen
Der Almgeist I
Bei einem Unwetter kam ein Jäger noch spätabends auf die Saubacher Alm und nahm dort in der Sennhütte Unterstand und Nachtlager. Als er eine Weile geschlafen hatte, flog die Türe knarrend auf, daß er erwachte. Da sah er eine dunkle Gestalt zur Tür hereinkommen. Mutig nahm er die scharfgeladene Jagdflinte, spannte den Hahn und rief:„Der Almgeist I“ weiterlesen
Der Almgeist II
Einst gingen drei Knechte abends in den Wald. Als es anfing, graudunkel zu werden, waren sie nicht mehr weit von der Saubacher Alm. Weil die Nacht vor der Türe war, gingen sie hinauf und nahmen in einer Sennhütte Nachtquartier. Sie trugen dürres Reisig zusammen, machten Feuer auf und vertrieben sich mit jodeln und Späßen die„Der Almgeist II“ weiterlesen
Der Geist bei Saubach
Bei einer Wiese außer Saubach ging vor Zeiten ein Geist um, der in einem fort rief: „Wo soll ich ihn hineintun, wo soll ich ihn hineintun?“ Dies hörte einmal ein Betrunkener, der des Weges kam, und antwortete: „Wo du ihn herausgenommen hast.“ Da wurde es plötzlich hell, ein schneeweißer Geist erschien und sprach: „Gott vergelt„Der Geist bei Saubach“ weiterlesen
Zwei mit einer Pfait
Der Pitscheröler und der Laseider in Lüsen hatten beide bloß eine Pfait (Hemd) zu gemeinsamem Gebrauch. Wenn der Pitscheröler die Pfait anhatte und zur Kirche ging, mußte der Laseider daheimbleiben – und umgekehrt. Sie wechselten ab damit. Quelle: Heyl, Johann Adolf, Volkssagen, Bräuche und Meinungen aus Tirol, Brixen 1897, S. 165
Die Hexen als Elstern
Ein Kooperator in Lüsen hatte die Gewalt, die bösen Hexenwetter zu vertreiben, und war überhaupt ein Meister über die Hexen. Deswegen waren aber auch die Hexen überall hinter ihm her und verfolgten ihn unter allerlei Gestalten, z.B. als Elstern. Quelle: Heyl, Johann Adolf, Volkssagen, Bräuche und Meinungen aus Tirol, Brixen 1897, S. 187
Die Schlange auf Nibenal
Die Leute klagten häufig, wie schwer ein Auskommen mit den Würmern und Schlangen sei; allein, bei Licht betrachtet, scheint die Sache so arg nicht und die Furcht der Leute in den meisten Fällen übertrieben, denn gar oft hat es sich zugetragen, daß die Würmlein, die bei Nacht mitunter leuchten, den Menschen statt einer Laterne auf„Die Schlange auf Nibenal“ weiterlesen
Die Toten lassen nicht mit sich spaßen
In Lüsen war einmal ein Mesner, mit dem die übermütigen Bauernburschen seiner Furchtsamkeit wegen viel Spott trieben. Sie wußten, daß es dem Armen eine Höllenpein war, in der Nacht, wenn ein Gewitter drohte, durch den Friedhof in den Turm zu gehen, um Wetter zu läuten. Ein paar Knechte machten nun aus, wenn in der Nacht„Die Toten lassen nicht mit sich spaßen“ weiterlesen
Der Kampf um die Alm
In Lüsen erzählt man sich folgende Sage: Die Alm am Fertschelljoch, die man heute „Pardelleralm“ nennt, war nicht immer unbestrittener Besitz des Pardellers. Vor alter Zeit hat sie ihm sein Nachbar, der Gannbauer, streitig gemacht. Da aber weit und breit kein Richter zu finden war, der diese Rechtssache entschieden hätte, kamen die beiden überein, die„Der Kampf um die Alm“ weiterlesen
Die Krönlnatter
In einer Nacht kam ein armer Reisender in die Nähe des Saubaches. Da stand auf einem Hügel eine alte Burg, die dem Wanderer nicht wenig in die Augen stach. „Ha, da find‘ ich vielleicht ein Nachtlager“, dachte er bei sich und eilte dem grauen Gebäude zu. Als er zum Graben kam, wurde die Zugbrücke niedergelassen.„Die Krönlnatter“ weiterlesen
Das Teufelsloch am Kuntersweg
Der berüchtigte Kuntersweg ist eine gefährlich schluchtenartige Thalenge an der Poststraße von Innsbruck nach Botzen. Wo die Berge am engsten beisammen stehen, erblickt man hoch oben am kahlen Felsen ein durchgebrochenes Loch, „das Teufelsloch“ genannt; unterhalb desselben wurden Kruzifixe und Heiligenbild-Tafeln an die Wand geheftet, die als Erinnerung des Unglücks mancher Menschenseele und zugleich als„Das Teufelsloch am Kuntersweg“ weiterlesen
Die Maslroanböcke
Auf der Albionser Weide sieht man, besonders zur Winterszeit, abends oft Lichter, die bald da, bald dort auftauchen und wieder verschwinden. „Heunt sein wieder die Maslroanböck los“, sagen dann die Leute auf der gegenüberliegenden Seite des Tales. Die Lichter tun aber auch wirklich wie die Böcke, fahren in einem fort aufeinander zu, springen in die„Die Maslroanböcke“ weiterlesen
Die feurige Sennin
An eine Sennhütte der Saubacher Alpe klopft in der Walpurgisnacht der feurige Geist einer Sennin. In Sonntagsnächten fährt er oft mit zwei feurigen Ochsen über die Felsen der Alpe hinauf. Diese Sennin hatte bei ihren Lebzeiten sehr oft den Sonntag entheiligt und muß deshalb nach ihrem Tode umfahren. (Flaas.) Quelle: Zingerle, Ignaz Vinzenz, Sagen aus„Die feurige Sennin“ weiterlesen
Die Saligen in Lüsen
Einst hielten sich auch in Lüsen die Saligen Fräulein auf, und in fast jedem Hause wohnte ein solches seltsames Wesen. Das war noch eine glückliche Zeit – denn überall, wo eine Salige hauste, war Segen und Überfluß. Einmal ging ein Weiblein an einem Haus, vor dem eben eine Salige saß und die frischgebackenen Brotlaibe zählte,„Die Saligen in Lüsen“ weiterlesen
Das Gespenst bei Schabs
Einst fuhr der alte Hammerschmied aus Mühlbach von Brixen herauf, seiner Heimat zu. Der Weg führte ihn durch den Schabser Wald, wo es von jeher unheimlich ist. Und es war Nacht geworden, als er in den Wald gelangte. Da stand plötzlich auf der Bergseite des Weges eine schwarze Gestalt ohne Kopf. Der Hammerschmied, der nicht„Das Gespenst bei Schabs“ weiterlesen
Das volle Weinfass von Viums
In Viums war 1809 der Seelsorger vor den Franzosen entflohen, jedoch die Häuserin zurückgeblieben. Von dieser verlangten die Franzosen, als sie abzogen, daß sie ihnen ein Faß Wein, das im Keller lag, mitgebe. Als sie sich weigerte, drohten sie mit Anzünden, wenn das Faß nicht bis zum Abmarsch bereitstehe. Da kam die Häuserin auf den„Das volle Weinfass von Viums“ weiterlesen
Die Heiligen wollen geehrt sein
Einmal war ein Bauer in St. Magdalena in Villnöß, der wollte am St.-Magdalenen-Tag ackern, obwohl dies doch der Tag der Hauptfrau seiner Kirche war. Er spannte zwei Ochsen ein, trieb sie an und schallt und fluchte, wie er es gewohnt war. Da kam ein Donnerschlag und tötete die Ochsen, und ein böser Brand fuhr dem„Die Heiligen wollen geehrt sein“ weiterlesen
Die alte Glocke in Lüsen
In Lüsen ist eine Glocke, die „Alte“ genannt. Sie ist ohne Aufschrift und Jahrzahl und wurde einmal rechts vom Gfasbach unter dem Meierhofe tief im Bachschutt gefunden; daneben lagen Menschenknochen. Diese Glocke sollte später einmal aus der Gemeinde verkauft werden, weil sie als wirksame Wetterglocke hoch im Preise stand. Beim Angerhäusl aber brachte man sie„Die alte Glocke in Lüsen“ weiterlesen
Die Muttergottes erscheint
Ein alter Ploner im Kreuzer Oblat in Lüsen, mit Namen Hans Oberhauser, schlief als Kind eines Tages unter einem Kirschbaum. Auf einmal fühlte er einen Schlag und wachte davon auf. Er schaute um sich, wer ihn geschlagen haben möge, aber es war niemand herum. Auf einmal kommt ein blendender Schein von oben, und als er„Die Muttergottes erscheint“ weiterlesen
Der starke Mann von Melaun
Vor alters hatte sich ein fürchterliches Ungetüm, das nach der Meinung einiger ein scheußlicher Drache, nach andern ein greulicher Wurm oder gar der Teufel selber war, in den „wälschen Köfeln“ am Peitler eingenistet und trug Menschen und Tiere fort, sobald sie in seine Nähe kamen. Durch seinen giftigen Hauch erstarb alles Pflanzenleben an den Bergeshalden„Der starke Mann von Melaun“ weiterlesen
Der Lauterfresser als Eierdieb
Der Lauterfresser hatte in einem Bauernhof zu St. Andrä Einkehr gehalten und von der mitleidigen Bäurin ein Lauteres, d. i. eine Suppe, und ein Weißes, d. i. ein Milchmus, bekommen. Während er so aß, lamentierte die Bäurin darüber, daß heuer die Hennen gar nicht legen wollen, wie andere Jahre, und daß es ihr immer an„Der Lauterfresser als Eierdieb“ weiterlesen
Der Lauterfresser als Mücke
Der berüchtigte Zaubermeister Lauterfresser konnte sich verwandeln, in was er wollte, aber am liebsten verwandelte er sich in eine Mücke oder Fliege. Als Mücke flog er einmal der Gasserin in St. Andrä, die gerade schlegelte, in den Butterkübel, um nach Herzenslust Buttermilch zu schlecken. Aber die Bäurin hatte das Ding bemerkt und warf die Mücke„Der Lauterfresser als Mücke“ weiterlesen
Von den starken Krueg-Buben
Auf dem Berg St. Andrä oberhalb Brixen beim Krueg sind drei starke, feste Buben gewesen. Die haben einmal eine Totentruhe genommen und sind nächtlicherweile damit um die Kirche gegangen. Geschwind sind auf die Truhe ein Haufen „Bettel“ (Teufel) aufgesessen und haben sich tragen lassen, und immer sind noch neue dazu gekommen; einer der Buben aber„Von den starken Krueg-Buben“ weiterlesen
Die Wetterglocke von St. Andrä
Die St. Andräer hatten eine alte, gute Wetterglocke, namens Anna Maria. Weil sie alle Hexenwetter vertrieb, kamen die Untervintler, die sehr von den Wettern zu leiden hatten, und boten den St. Andräern so viel Geld für die Glocke, daß diese auf den Handel eingingen und sie den Vintlern verkauften. Als die Vintler Bauern aber die„Die Wetterglocke von St. Andrä“ weiterlesen