Die lachende Mauer

Die lachende Mauer umgibt in weitem Umkreis das Paradies. Sie ist ganz glatt und von solcher Höhe, daß niemand ohne weiter hinaufkommt. Aber der Weg dahin ist um und um voller Dornen, die den Wanderer kleinweis martern und kommen gar viele nicht durch. Einmal mußte eine verstorbene Jungfrau auch barfuß über all die Disteln und„Die lachende Mauer“ weiterlesen

Sage vom Antichrist

Wenn einmal die Menschheit ganz im argen versunken ist und die Religion so geschwunden, daß aus der Pfarrkirche zu Meran ein Roßstall gemacht wird, alsdann kommt der Antichrist. Wer wird er sein und was wird er tun? – „Der wird von einer Hexe geboren, lebt drei Jahre im Verborgenen und drei Jarle öffentlich. Er steht„Sage vom Antichrist“ weiterlesen

Der Rat des heiligen Ivo

Es trafen sich einmal zwei Herren auf der Pilgerfahrt nach einem Gnadenort. Der eine war ein Weltgeistlicher, der andere war ein Pater Kapuziner. Unterwegs kamen sie von der rechten Straße ab und gerieten in einen wilden Wald fanden auch nicht mehr heraus, da es schon gegen Abend ging und bald das Dunkel einfiel. Der Weltgeistliche,„Der Rat des heiligen Ivo“ weiterlesen

Hippolyt Guarinoni und der Stein des Gehorsams

Eine kleine halbe Meile unterhalb der Stadt Hall liegt am Inn, bei der sogenannten Volderer Brücke, eine nicht große, aber gar schön gezierte Kirche, geweiht zu Ehren des hl. Carlo Borromeo. Dieselbige Kirche hat im 17. jahrhundert nach unseres Herrn Kunst ein damals hochberühmter Arzt, Hippolyt Guarinoni, von Abstammung ein Mailänder, doch zu Trient geboren,„Hippolyt Guarinoni und der Stein des Gehorsams“ weiterlesen

St. Ursulas Läuten

Vor Zeiten war das Jaufental viel schöner, als es heute ist und stieg so sanft an, daß ein Weinfaß, wenn es jemand zuhinterst im Tale in Bewegung gesetzt hätte, bis an den Taleingang gerollt wäre, ohne zu zerbrechen. Es war auch viel mehr fruchtbarer Boden da, Wieswachs und Bäume. Aber einmal kam ein greuliches Wetter„St. Ursulas Läuten“ weiterlesen

Die antrischen Leute

Einmal ist der Herrgott auf die Erde gekommen zum Adam und hat ihn gefragt, wie viele Kinderlen er hätte. Da hat sich die Eva geschämt, weil ihrer Kinder gar so viele waren und hat dem Adam ein Zeichen gemacht, daß ers nicht sagen soll. Und der ist richtig so dumm und leugnet seinem Gott und„Die antrischen Leute“ weiterlesen

Sage vom Riesen Haymon

Nicht lange nach des glorreichen Kaisers Karl Tode kam ins Tirol ein Mann von riesenhafter Gestalt; es heißt, er stammte aus adeligem Geschlecht und vom Rhein. Der hieß mit Namen Haymon und soll seiner Länge gewesen sein zwölf Schuh und vier Zoll. Weil nun keiner war, der sich an großer Kraft des Leibes und der„Sage vom Riesen Haymon“ weiterlesen

Das heilige Kreuz zu St. Leonhard

Bei St. Leonhard im Passeiertal liegt die Jaufenburg, die gehörte vor Zeiten den Grafen Fuchs. Ein Graf Fuchs tat einst mit zweien Dienern die Fahrt nach Palästina, um die heiligen Stätten zu besuchen. Da litten sie großes Ungemach zu Wasser und zu Lande, zuletzt gerieten sie von ungefähr in das Land der Ünangger; das waren„Das heilige Kreuz zu St. Leonhard“ weiterlesen

Das Vaterunser

Ein armes Weib wollte kirchfahrten gehen nach einem hochgelegenen Wallfahrtsort. Sie sagte dem Wirt in ihrer Gemeinde, der zugleich Metzger war, davon, da bat er sie, droben vor dem Gnadenbild Unserer Lieben Frauen auch für ihn ein Vaterunser zu beten. Wenn sie zurückkäme, wollte er ihr dafür ein halbes Pfund Rindfleisch geben. Die Frau versprachs,„Das Vaterunser“ weiterlesen

Das fromme Weibele

Vor Zeiten, wie im Stubaital noch keine Pfarrkirche war als die von Telfes, mußten die Leute zur heiligen Meß oft weit herkommen. Da war in einem Häusel, so ungefähr zwischen Medraz und Neustift, ein altes Weibele, wie’s im ganzen Tal kein frömmeres gab. Alle Sonntage machte sie den langen Weg nach Telfes, ob sie es„Das fromme Weibele“ weiterlesen

Gottes Segen

Es war ein Bauer mit seinem Weib, die hatten viele kleine Kinder, mußten sich hart plagen und litten oft Mangel. Und wie es schon geht, ist es zwischen ihnen oft zum Warteln gekommen, denn wo die Not bei der Tür hereinschaut, fliegt die Lieb beim Fenster hinaus. Einmal war der Bauer in der entfernten Kirche„Gottes Segen“ weiterlesen

Vom heiligen Namen Gottes

Es lag eine Frau in der Stube, die hatte ein liebes Kindl bekommen. Die Leute hätten sie nicht allein lassen sollen, weil sie noch nicht auf“ gesegnet war, aber sie waren alle fort, und auch die Nachbarin, die bei ihr hätte beten sollen, war gegangen. Mit einmal stand ein fremder, großer Mann in der Stube,„Vom heiligen Namen Gottes“ weiterlesen

Die Ledige

Einmal ward in Unterinntal Volksmission gehalten. Da kamen solche, die sonst ihrer armen Seele noch nicht viel nachgefragt hatten und nun plötzlich daran gedachten. Es kamen aber auch andere, die sie immer sorgsam bewahrt und eingewickelt hatten wie ein wertes Erbstück im Kommodkasten. Zur letzteren Art gehörte eine gestandene Jungfrau, der gottlob niemand das geringste„Die Ledige“ weiterlesen

Von der Armen Seele

Ein unschuldiges Bübel, keine drei Jahre alt, kam zu sterben. Es mußte arg und lang leiden: der Angstschweiß stand ihm in großen Tropfen auf dem wächsernen Stirnlein, und der kleine Mund lechzte unaufhörlich. Die Mutter konnte nicht genug jammern, was sie und ihr Kind denn gesündigt hätten, daß das arme Würml so viel ausstehen müßte.„Von der Armen Seele“ weiterlesen

Die nächtliche Wallfahrt

War dereinst eine schlimme Zeit in Tirol, eine, wo der schwarze Tod schier in jedes Haus einkehrte, und wo es oft an Händen fehlte, die große Zahl der Gestorbenen zu bestatten. Vom Schloß Karneid, das am Eingang des Eggentals hoch auf dem Felsen liegt, konnte der Burgherr das verödete Land übersehen, die leerstehenden Hütten und„Die nächtliche Wallfahrt“ weiterlesen

Die Kröte auf der Hohen Salve

Es war einmal ein schöner Jüngling von guten Gaben, aber allzuweichlich erzogen und gewöhnt, blindlings nach dem Gelüst des Augenblicks zu tun. So vergeudete er das Seine, geriet in verderbte Gesellschaft und ward schließlich ein Straßenräuber, ja der Anführer einer ganzen Räuberbande. Als solcher ward er von den Häschern eifrig gesucht, und sie trieben ihn„Die Kröte auf der Hohen Salve“ weiterlesen

Der Guckeler

Auf einer Alm, nahe vom Klösterle in hat auch ein Kasermanndl gegeistert und die Sennen oft geschreckt, ob es schon keinem ein Leids getan hat. Zumal hat es im Brauch gehabt, unverhofft durch das kleine Guckfenster! in der Türe zu jeder Stunde in die Almhütte hineinzuschauen. Davon ward das Kasermanndl bei den Sennen „der Guckeler“„Der Guckeler“ weiterlesen

Der bestrafte Knecht

Auf einem Bauernhofe am Brenner lag ein Knecht in Zügen, schon ein paar Tage lang, und konnte nicht sterben. Der Geistliche, der ihn versehen hatte und wieder vorsprach, verwunderte sich und fragte die Leute im Haus: ob es sein könnte, daß der Knecht etwa eine ungebüßte Schuld auf sich hätte? Sie rieten hin und her„Der bestrafte Knecht“ weiterlesen

Vergeltsgott

Auf der Großeggalm im Tuxertal war es nicht geheuer. Ein Geist ließ sich dort blicken: ein steinaltes, graues Lötterle, das aber keinem was zu leide tat. Im Gegenteil zeigte er sich dienstbar, wo er nur konnte, und der Melker, ein beherztes Mannsbild, fürchtete den Geist deshalb nicht, sondern war froh, daß ihm der so fleißig„Vergeltsgott“ weiterlesen

Vom büßenden Pfarrer

Es waren einmal ein Pfarrer und ein Einsiedel, die hielten mitsammen gute Freundschaft. Der Frater Josua – so hieß der Einsiedel – hauste in den Ruinen des alten, stolzen Ritterschlosses Thaur im Unterinntal; der Pfarrer hieß mit Namen Georg Meringer, war ein gelehrter, frommer Herr, der viel Gutes wirkte. Die beiden Freunde hatten einander gelobt,„Vom büßenden Pfarrer“ weiterlesen

Vom Teufel geholt

Zu Hinterste hatten die Passeirer zwei schöne Alpen; die hatten sie denen von Schönna in Pacht gegeben. Das ging so eine Reihe von Jahren; wie dann die Passeirer ihre Alpen zurück haben wollten, lehrten die Schönnaer den Stiel um und behaupteten: die seien ihr rechtmäßiges Eigentum. Darüber kam es zum Rechtsstreit, und der Schiedsspruch sollte„Vom Teufel geholt“ weiterlesen

Der Butterknollen

Ein Schneider war auf der Stör in einem Einzelhof im Gebirg. Die Bäuerin hatte nur zwei Kühe im Stall; deshalb, als sie zu buttern anfing, meinte der Schneider, der nebenan nähte, bei sich: der Rahm werde nicht recht dergeben. Er hörte aber, wie sie immer vor sich hin sagte: „Dreißig sollen es sein, dreißig sollen„Der Butterknollen“ weiterlesen

Helfgott!

Es ging ein Bursch durch die Weite, am Abend, als die Welt recht still und schön war. Dem Burschen aber deuchte: die Dirndln seien noch das Allerschönste darauf; drum war sein Sinn aufs Gasselgehen gestellt. Wie er ein Stückl gewandert ist, hat er einen Genossen gefunden. Ein Jager hat sich ihm zugesellt; ein großer schlanker„Helfgott!“ weiterlesen

Der heilige Johannes und der Teufel

St. Johannes und der Teufel saßen einmal beisammen auf einem Hausdache. Da machten sie eine Wette, wer früher imstande sei, eine bestimmte Anzahl der kleinen hölzernen Dachschindeln zusammenzufädeln. St. Johannes nahm lauter kurzer Fäden, zog sie durch das Nagelloch, knüpfte Faden an Faden und reihte so eine Schindel an die andere. Der Teufel hingegen griff„Der heilige Johannes und der Teufel“ weiterlesen

Der Letzte

Es waren einmal im Zillertal vier Bauern, die waren auf Geld und Gut rein versessen und konnten sich nienderst genug sehen. Da wurden sie einig, daß sie den Teufel beschwören wollten, damit er ihnen einen Schah bescherte; und einer von ihnen hatte aus dem Gertraudenbüchel einen Spruch gelernt, um den Guggau herzurufen. Den sagte er„Der Letzte“ weiterlesen

Der starke Robbler

Ein Bursch im Oberinntal mochte nicht gern arbeiten; da langte ihm die Kraft nie recht aus. Aber zum Wildern und Streunen war er allezeit gut aufgelegt, und das Raufen und Robbeln war ihm gar das Allerliebste. Er hätte mögen der Allerstärkste sein, dem kein anderer ankönnte; wie er das anfangen sollte, darüber studierte er Tag„Der starke Robbler“ weiterlesen

Der Schuss auf den Herrgott

Auf einen Festtag ward einmal zu Kampill ein großes Wettschießen angestellt, und es kamen von weit und breit alle tüchtigen Schützen dahin, um ihre Kunst zu zeigen. Darunter war auch einer, der sonst die sicherste Hand und das schärfste Auge hatte, weshalb er schon bei manchem Schießen das Beste davongetragen. Darauf baute er auch diesmal„Der Schuss auf den Herrgott“ weiterlesen

Das Hostienwunder von Seefeld

Vor Zeiten hauste auf dem Schloßberg unweit Zirl ein überaus mächtiger und gefürchteter Ritter, geheißen Oswald Mülser. Der sperrte mit seinen Sassen und Waffenknechten die Straßen umher, und die Kaufteute und Pilgersmänner, die dahergefahren kamen, mußten ihm hohen Wegzoll entrichten, ansonst er sie mit sich führte, ihnen das Ihrige abnahm und sie in seinem Burgverließ„Das Hostienwunder von Seefeld“ weiterlesen

Der Jocher See

Auf dem Vigiljoch, hoch über Lana bei Meran liegt der schon beinahe ausgetrocknete Locher See. Auf seinem Grunde geistern Pilatus, der Landpfleger und ein Graf Fuchs zu Lebenberg, der durch sein sündhaftes Leben die Strafe des Himmels auf sich gezogen hat. Der war ein steinreicher Herr, saß auf seiner Veste Lebenberg und wußte nicht was„Der Jocher See“ weiterlesen

Die drei Brüder

Ein Bauer in Reut, wo es von Unken nach Lofer geht, hatte drei Söhne. Die zwei Älteren waren nicht viel nutz, weder zum Arbeiten noch zum Kirchengehen; ihre größte Freude war das Wildern. Der Jüngste war der Bravste, blieb mehr daheim und mochte auch mehr arbeiten als die andern; aber böses Beispiel verdirbt gute Sitten,„Die drei Brüder“ weiterlesen

Sage von der Frau Hitt

In uralten Zeiten – manche sagen zu Zeiten Noahs – lebte im Tirolerland eine Riesenkönigin, die war geheißen Frau Hitt. Auf den Bergen, wo ihr Felsenschloß prangte, war dazumal alles voll reicher Äcker, grüner Wälder und fruchtbarer Tristen, die gehörten zum Reich der Frau Ott, das so schön war, wie kein Mensch je ein schöneres„Sage von der Frau Hitt“ weiterlesen

Die gottlosen Knappen

In den Bergwerken oben dem ein großer Reichtum an Gold und Silber gewesen. Zu Anfang waren die Knappen auch noch ehrbar und fromm und wandten ihre Wohlstand gut an – das war, wie sie das Warbleskirchlein in Gossensaß am Schellenberger Weg erbaut haben. Mit der Zeit aber machte der Bergsegen sie übermütig: sie mochten keine„Die gottlosen Knappen“ weiterlesen

Von der untergangenen Stadt Tanneneh

Hoch im Gebirg lag vor Zeiten eine Stadt, geheißen Tanneneh; deren Bewohner waren anfänglich bieder und friedfertig, lebten genügsam und in brüderlicher Eintracht. Es ward aber anders, als der Wohlstand zunahm und daraus bei vielen der Reicheren auch Hoffalt, Gewinnsucht und Übermut erwuchs. Sie wurden knauserig, begannen die Ärmeren zu drücken und zu verachten. Und„Von der untergangenen Stadt Tanneneh“ weiterlesen

Das ewige Eis

Auf den Höhen am Nordwesthang der Dolomitenberge soll vereinst die schönste, fruchtbarste Alpe gewesen sein, lauter grünendes, blühendes Wiesenland. Die Bauern, denen der Grund und Boden gehörte, wurden aber durch den reichen Ertrag, den sie davon hatten, übermütig und habgierig und sahen sich nie genug. In einem Jahre stand das Gras besonders schön, war auch„Das ewige Eis“ weiterlesen

Vom Kalterer See

In einem Bauernhof unweit Kaltern, da wo man’s jetzt „beim Klughammer“ heißt, wohnte einst ein reicher, aber geiziger und hartherziger Bauer. Er besaß die fruchtbarsten Äcker und die fettesten Tristen, hatte die Ställe voll Groß- und Kleinvieh, aber er vergönnte keinem andern auch nur das Geringste. Es war aber um die Zeit, da unser lieber„Vom Kalterer See“ weiterlesen

Der Drachensee

Nachdem auf die Fürbitte des heil. Magnus den Bergbewohnern um Füssen die Metallschätze ihres Bodens offenbar geworden, wurden sie mit der Zeit steinreich, aber der Reichtum versteinerte auch ihre Herzen, machte sie übermütig, geizig und hart. Einmal, an einem stürmischen Winterabend, in Rauhfrost und Kälte, kam ein meeraltes graues Männchen zu einem der stattlichsten Häuser„Der Drachensee“ weiterlesen

Das Bild des heiligen Christoph

Auf dem Arlberg droben sieht das Hospiz Sankt Christoph, zu dem ein armer Findling, mit Namen Heinrich Findelkind, vor Zeiten die milden Spenden gesammelt, bis daß eine ganze fromme Bruderschaft sich zusammengetan, das Gebäu errichtet und im Stand erhalten hat. Es sind zuvor viele Wanderer und Pilgersmänner auf dem Arl in Schnee und Sturm kläglich„Das Bild des heiligen Christoph“ weiterlesen

Der selige Hermann

Hermannus, aus dem Geschlecht der Ritter von Schönstain, war in den Orden des hl. Benedikt getreten und lebte als Mönch im Kloster Pfäfers in Graubünden, als die Ordensgenossen des Klosters Marienberg im Vinschgau von dorther einen Abt und Oberhirten begehrten. Auf Geheiß seines Abtes folgte Hermann, den keineswegs nach Ehren verlangte, der auf ihn gefallenen„Der selige Hermann“ weiterlesen

Die heilige Nothburga

Notburga war geboren zu Rattenberg am Inn, frommer und rechtlicher Handwerksleute Kind. Von früher Jugend an war sie dem Gebet und Wohltun vor allem zugewandt und nahm täglich zu in der Liebe Gottes und des Nächsten. Da sie nun achtzehn Jahre zählte, taten sie ihre Eltern in einen Dienst, da kam sie auf das Schloß„Die heilige Nothburga“ weiterlesen

Vom seligen Bischof Hartmann

Der heiligmäßige Bischof Hartmann war von Geburt ein Bayer und ehrsamer Bürgersleute Kind, hat Profess getan bei den Augustiner-Chorherren zu Passau und durch Tugendbeispiel und Frömmigkeit allen so vorgeleuchtet, daß er nach verschiedenen Orten berufen worden, um die dortigen Klöster in rechten Stand zu bringen. Der heilige Leopold, Markgraf in Österreich, machte Hartmann zum Propst„Vom seligen Bischof Hartmann“ weiterlesen

Die heilige Hedwigis

Der Vater der vielbelobten heiligen Hedwigis war Berthold, aus dem Geschlecht der Grafen von Andechs, das dazumal an Reichtum und Ehren wetteiferte mit den Wittelsbacher Herzogen. Berthold führte durch kaiserliche Belohnung den Titel eines Herzogs von Meranien, Markgrafen zu Istrien, zu Kärnten: er gebot in Kärnten, im südlichen Tirol – dem größten Teil der Gebiete,„Die heilige Hedwigis“ weiterlesen

Vom heiligen Bischof Wolfgang

Der heilige Gottesmann Wolfgang stand ehedem in hohen Ehren bei dem deutschen König, Otto dem Anderen, der ihn oftmals an sein Hoflager zog. Einst schritt er neben dem König im schlichten Mönchsgewand; denn wie er aus Demut sich heftig gesträubt hatte, Bischof zu werden, so legte er auch die Zeichen seiner Würde nur ungern an.„Vom heiligen Bischof Wolfgang“ weiterlesen

Von der heiligen Kümmernis

Ein heidnischer König in uralter Zeit hatte eine Tochter, die war so schön, daß eine schönere nicht mochte gefunden werden. Wer sie sah, der entbrannte in heftiger Hebe zu ihr, aber die junge Maid gab keinem Gehör und tat selbst nichts dazu, den Männern zu gefallen, vielmehr hielt sie sich demütig und bescheiden für sich.„Von der heiligen Kümmernis“ weiterlesen

Vom heiligen Florinus

Florinus kam von frommen Eltern her; die waren aus England nach Rom gewallfahrtet und hatten einander dort zur Ehe genommen. Und soll die Mutter eine Jüdin gewesen sein, gar schön von Ansehen, die sich zum christlichen Glauben bekehrt. Darnach ließen sie sich nieder im Vinschgau, bei Matsch; dort war ihr Söhnlein geboren, das gaben sie,„Vom heiligen Florinus“ weiterlesen

Die drei Jungfrauen von Meransen

Das war in grauer Vorzeit, da kamen nach Tirol hereingewandert drei zarte Jungfrauen, die waren verfolgt von den Heiden und mußten flüchten in großer Not. Die einen sagen, daß es die Scharen Attilas, des Hunnenkönigs, gewesen, vor denen die drei Maide geflohen wären; etliche meinen: sie seien aus einer damals noch heidnischen deutschen oder fremdländischen„Die drei Jungfrauen von Meransen“ weiterlesen

Vom heiligen Lukanus

Da St. Lucanus Bischof von Säben war, im fünften Jahrhundert nach unseres Herren Kunst, geschah es, daß eine greuliche Hungersnot und Teuerung das Land umher heimsuchte. Das erbarmte den frommen Bischof so, daß er nicht allein den Notleidenden nach Kräften beistand, sondern auch in billiger Erwägung der Zeitläufte während der vierzigtägigen Fasten den Genuß von„Vom heiligen Lukanus“ weiterlesen

Vom heiligen Romedius

Im vierten Jahrhundert nach unseres Herren Kunst ward der edle Jüngling Romedius auf dem Schlosse Thaur im Unterinntal geboren. Es lag ihm aber nicht viel an den Ehren und Reichtümern, deren er sich billig hätte erfreuen mögen, da sein Vater ein ritterlicher Graf war. Vielmehr, sobald er zu Verstände kam, trachtete er nur nach dem„Vom heiligen Romedius“ weiterlesen

Vom heiligen Vigilius

St. Vigilius, der teure Gottesmann, der um seiner Heiligkeit willen schon mit zwanzig Jahren zum Bischof von Trient gekürt worden, hatte im ganzen Umkreis seines Sprengels das Reich Christi herrlich gemehrt. Zuletzt war es nur noch das Tal Rendena in Judikarien, das festhielt am Heidentum. Da machte Vigilius sich auf mit seinen Brüdern Magorianus und„Vom heiligen Vigilius“ weiterlesen

Von den Schwestern des heiligen Petrus

St. Petrus hatte auch zwei Schwestern, eine große und eine kleine. Die Kleine ging ins Kloster und wurde eine Nonne; darob hatte St. Petrus große Freude und wollte die große Schwester auch dazu bereden. Aber die hatte keine Lust und meinte: sie wolle lieber heiraten. St. Petrus ging fort von daheim und folgte unserem Herrn„Von den Schwestern des heiligen Petrus“ weiterlesen

Die Mutter des heiligen Petrus

Der heilige Apostel Petrus hatte eine Mutter, die ihm wenig gleich sah. Sie war ein böses, geiziges Weib, das keinem Menschen auch nur das kleinste Gute erwies oder vergönnte. Nichts ließ sie sich selber entgehen; nur ein einzigesmal, als sie Salat im Brunnen wusch, trug ihr das Wasser ein Blatt davon; da ließ sie es„Die Mutter des heiligen Petrus“ weiterlesen

Der Haselstrauch

Als die seligste Jungfrau übers Gebirg zu Sankt Elisabethen ging, da sie einen Haselstrauch, von dem brach sie einen Zweig und schlug damit die Schlange, daß sie entweichen mußte. Nach anderen wäre es ein wildes Wetter gewesen, das die heilige Jungfrau überfallen und vor dem sie unter einer Hasel Schutz gesucht. Zum Dank aber für„Der Haselstrauch“ weiterlesen

Die Muttergottes von Ampezzo

Vor mehr als tausend Jahren kamen die Straße von Cadore daher ins Ampezzotal Scharen von räuberischen Langobarden gezogen; andere sagen, daß es Horden zusammengelaufenen Raubgesindels von drüben her gewesen. Zn jedem Fall aber stand ihnen der Sinn auf Plünderung, Raub und Mord, und die armen Ampezzaner, als ein friedsames, unbewaffnetes Hirtenvolk, wußten nicht, wie sie„Die Muttergottes von Ampezzo“ weiterlesen

Das Gras im Winter

Eine junge Dirne, hübsch und sittsam, hatte sich zur Ehe versprochen und nahm einen Soldaten. Der war ein scharfes und wildes Mannsbild, bei dem sie wenig gute Tage sah. Er hielt sie zu jeder knechtlichen Arbeit an, plagte sie mit unsinnigen Befehlen, und wehe ihr, wenn sie nicht alles nach seinem Willen zuweg brachte! Einmal„Das Gras im Winter“ weiterlesen

Sage von Maria Waldrast

Auf die Waldrast bei der Stadt Innsbruck kam vor mehr denn fünfhundert Jahren ein schöner Engel herabgestiegen; der sprach einen hohlen Lärchenbaum im Namen der Gottesmutter also an: „Du Stock sollst ein Bildnis der Frauen im Himmel fruchten, denn bald wird da eine Kirchfahrt aufkommen.“ Da wuchs im Lärchenstamm ein Bildnis unsrer Frauen gleich als„Sage von Maria Waldrast“ weiterlesen

Unsere Liebe Frau im finsteren Wald

Unweit Landeck lebten vor Zeiten ein Mann und eine Frau, die hatten zwei herzliebe Kinder, einen Buben und ein Mädchen. Die Kinder waren schon groß genug, daß sie für sich allein im Freien spielten, während die Eltern auf dem Felde arbeiteten. Einmal aber, als diese heimkamen, sahen sie die Kinder nicht. Da ging die Mutter,„Unsere Liebe Frau im finsteren Wald“ weiterlesen

Die Wallfahrerin

Ein altes Weiblein war krank und verhieß der Mutter Gottes eine Wallfahrt nach dem heiligen Berg in Kärnten, wenn es wieder gesund würde. Die Frau wurde auch gesund und wollte nun die versprochene Wallfahrt antreten; aber sie hatte nichts, was sie zum Opfer mitnehmen konnte als eine Henne. Die nahm sie untern Arm und ging.„Die Wallfahrerin“ weiterlesen

Das Marienbild in Duft

Im Weiler Duft im Unterinntal, unterm Schwazer Erbstollen, steht an der Straße eine kleine Wegkapelle, unserer lieben Frauen geweiht. Vor Zeiten thronte darin auf dem Altar ein wunderliebliches Marienbild, zur andächtigen Verehrung aller Frommen. Weil aber die Kapelle so hart an der Straße lag, und die Tür allzeit offen war, geschah es, daß aller Staub„Das Marienbild in Duft“ weiterlesen

Der gebannte Dieb

Kam einmal ein Landstreicher in die Kirche zu St. Pauls und sah den reichen Schmuck, damit das Bildnis der schmerzhaften Mutter dort geziert war. Der verblendete ihm gewaltig die Augen; und weil er ganz allein in der Kirche war, so nahm er ihn weg und machte sich eilends davon. Wie er aber eine halbe Viertelstunde„Der gebannte Dieb“ weiterlesen

Das Gnadenbild von Amras

In der Kirche zu Amras wird ein Bild der Muttergottes mit dem Jesukindlein verehrt. Das Bild kam dorthin durch Stiftung eines fremden Fürstenpaares, das auf Schloß Ambras zu Gast gewesen war samt einem kleinen Söhnlein. Da wurde im Schloßhof ein großes Ringelstechen gehalten und das fürstliche Kind, das von einem Fenster zusah, beugte sich im„Das Gnadenbild von Amras“ weiterlesen

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