Keine Parte, keine Grabrede, weder Zeitungsnachruf, noch Andenkenbild widmeten dem alten Lehrer und seinen Verdiensten anerkennende Worte! Kein Denkmal aus Guss oder Marmor erinnert an ihn, der drei Generationen unterrichtet hatte. Fast ein Achtziger hielt er noch immer Schule, wurde nie pensioniert, hat auch nie darum angehalten, bis ihn der liebe Herrgott selber in die wohlverdiente Pension schickte. Wir lernten gut bei ihm. Wohl waren seine Schriftzeichen, die wir mit von ihm sorgfältig geschnittenen Federn nachzeichneten, vielfach recht altmodisch und sein Geographie-Unterricht etwas mangelhaft, in allen anderen Fächern ging es schon vorwärts. — Er brachte es nie über sich, ein Kind zu schlagen; — war die Unbotmäßigkeit der Buben zu groß, so musste sein Sohn Franz, Lehrer der 1. Klasse, mit Stock oder Rute einspringen; bei solchen Exekutionen sah man ihn weinend davonschleichen. —
Er war Organist und Komponist und spielte fast alle Instrumente. Manch schönes Hochzeitslied, von ihm komponiert, wird heute noch gesungen; er hatte nicht viele Ruhepausen, denn gab’s für den Lehrer Ferien, so war der Organist unabkömmlich. Er sank ins Grab — niemand spricht mehr von ihm. So sei dem edlen Manne in diesem Buche ein Denkmal gesetzt. Ehre seinem Andenken!