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Hellenstainer-Chronik
Frau Emma Hellenstainer und ihre Zeit
verfasst von ihrer Tochter Josefine Hellenstainer 1925
Inhaltsverzeichnis:
Vorwort
Gewidmet meiner lieben Schwester
Frau Louise Staffler geb. Hellenstainer,
der Bozner „Greifenwirtin „
Zum Geleite
Das vorliegende Buch entstand aus dem Bestreben, die bereits zu legendärer Berühmtheit gelangte Frau Emma, die Geschichte ihres Lebens und Wirkens, aus dem allzu blendenden, unsicheren Licht der Dichtung in den milden Glanz der Wirklichkeit zu rücken und gleichzeitig der edlen Frau das schönste Denkmal zu setzen, das der Kindesliebe und Dankbarkeit.
Denn die Verfasserin dieses eigenartigen, aus dem wundersamen Brunnen der Erinnerung, des miterlebten, miterschauten, geschöpften Lebensbildes ist keine andere, als die Tochter der berühmten Frau Emma selbst. Das Buch hat daher dokumentarischen Wert, den Wert eines für unsere Heimat bedeutsamen Memoirenwerkes gleichsam an der Wende zweier grundverschiedener Zeitalter, jener gleich süßen Posthornweisen in grüner Mondnacht sanft verklingenden, auf immer entschwindenden guten alten Zeit und der darauffolgenden in Ungewißheit aller Zukunft düster aufdämmernden, auf eisernen Wegen heranbrausenden neuen Zeit, der anzugehören uns beschieden ist.
Die mannigfachen Kulturbilder, die die Verfasserin ohne stilistisches Zierwerk in einfacher, aber gerade deshalb so wirksamer, gefühlvoller Art schildert, spiegeln jene Zeit unserer Großväter und Großmütter getreulich wieder, wecken in wehmutvoller Erinnerung eine unbestimmte Sehnsucht nach jenen geruhsamen Tagen, werfen einen heiteren Schein in das Grau unserer Tage, aus deren donnerndem Wirbel man sich gern in die geschilderten Zeiten zurückflüchten wird wie auf eine geschützte Insel, um in der Lektüre dieser Erinnerungen ein paar glückliche Augenblicke beschaulicher Erholung zu erleben.
Das Buch von der Frau Emma hat aber nicht nur für uns und unsere Heimat Wert und Bedeutung, es wird nicht minder in den zahlreichen Kreisen unserer Kurgäste, von denen ein Großteil jahraus jahrein immer wieder die von der gefeierten Frau geschaffenen Gaststätten besucht, begeisterte und dankbare Aufnahme finden und den Ruf der so eigenartigen Schönheit unserer geliebten Heimat, der so hochstehenden Kultur unseres prächtigen Volkes bis in die fernsten Erdteile tragen.
Als ein so denkwürdiges Angebinde hat denn auch der Verlag das Buch würdig und vornehm ausgestattet, eine reiche Beigabe von familien- und ortsgeschichtlich wertvollen Lichtbildern aus dem Besitze der Verfasserin erhöht den Reiz dieses Heimatbuches und der Künstler J. Lorenz hat in schöner Harmonie mit dem Inhalt des Buches dessen Bildschmuck gestaltet.
Meran, im Dezember 1925.