Nächsten Tages fragten die Kinder vergeblich nach ihrer Zenzi; die lag schwer krank mit hohem Fieber. Dr. Kunater machte ein ernstes Gesicht und ordnete sofortige Isolierung der Kranken an. Man brachte sie ins unbewohnte Schmiedhaus und wagte nur flüsternd die Krankheit zu nennen: „Typhus“. Bange Sorge. Mit dem zunehmenden Fieber schwand allmählich jede Hoffnung. Nachdem die Kranke die Sterbsakramente empfangen hatte, reichte ihr der Geistliche das Kreuz zum Kusse. Plötzlich richtete sich die Sterbende auf und sang mit kräftiger Stimme „Gloria in excelsis Deo“, wie sie es so oft als Chorsängerin angesümmt hatte, fiel in die Kissen zurück… Das junge Leben war erloschen.
Vor dem Schmiedhause waren die Freundinnen versammelt. Der Kooperator Niederwanger trat aus dem Hause, hatte aber nicht wie sonst ein Scherzwort für sie — denn er weinte.