Frau Emma Hellenstainer und ihre Zeit – Ende

Wenn in Meran weilend, schaffte Frau Emma als große Blumenliebhaberin im Garten; sie war bis zuletzt tätig und heiteren Gemütes. Oft saß sie, Flachs spinnend, ihre Lieblingsbeschäftigung, im Kreise ihrer Kinder und Enkelinnen und erzählte aus längst vergangenen Zeiten. Noch in den letzten Wochen ihres Lebens besuchte sie der Wiener Bürgermeister Dr. Karl Lueger, der im Hotel Stadt München weilte, in ihrem Wohnstübchen und verbrachte in angeregtem Gespräch mit ihr ein gemütliches Stündchen. —

Sie lud ihn auch noch für ein anderes Mal ein, zu einer „Marende“, zu der es aber nicht mehr kam. — Die so vielen Speise, Trank und Unterstand geboten hatte, ging am 9. März 1904 ein in die himmlische Herberge im 87. Lebensjahre.

Die Erinnerung an sie und an ihr leuchtendes Beispiel nimmermüden Schaffens und starken Gottvertrauens lebt fort und sichert ihr ein dankbares Andenken. Selbst als Matrone anziehend zu sein, Solches verstand nur Frau Emma allein; Ließ einen wahrhaftig noch immer nicht kalt, War sie auch längst über achtzig Jahr’ alt!

Leider ist das Stammhaus in Niederdorf verkauft und in ganz fremde Hände übergegangen. Aber dafür haben ihre Kinder und Kindeskinder in Meran ein Denkmal errichtet durch das vom Baurat Karl Lun herrlich erbaute, 1908 eröffnete Hotel, das ihren Namen trägt und in ihrem Sinne fortgeführt wird.

Im 16. Jahrhundert taucht zum ersten Male der Name Hellenstainer auf, hundert Jahre später, im Jahre 1628, verlieh Kaiser Matthias dem „Christiann Hellenstainer zu Botzen, seinen ehelichen Leibserben und Erbserben wegen seiner Redlichkeit, Geschicklichkeit, guetter Sitten und Vernunft“ ein Wappen: „Einen rothen Löwen aufrecht, in der vordern Pratzen nach der Seite hin, einen Stein haltend“, dazu den Wappenbrief, am 8. Mai 1628 zu Linz ausgestellt durch Johann Baptist Schindler, Pfalzgraf.

Senior des Hauses ist gegenwärtig Franz Hellenstainer, mit seiner Familie, unter der sich als ältester Sohn ein Franz befindet, in Bruneck wohnhaft. Leider, ohne eigenes Verschulden, durch die Ungunst der Verhältnisse des Stammhauses verlustig geworden.

Das Reinerträgnis dieses Buches wird von der Verfasserin dem Fidelishaus im Dorf Tirol gewidmet.

Josefine Hellenstainer

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Veröffentlicht von josefauer.com

Archivbilder und Genealogie

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