Die St. Andräer bei Brixen wollten ihre Pfarrkirche zuerst unten in Monstrol bauen. Schon war alles Bauwerk hergerichtet und gingen die Leute ans Aufführen. Da hackten sich die Zimmerleute in einem fort ins Fleisch, und Vögel trugen die blutigen Späne höher auf den Berg hinauf. Wo sie die Späne fallen ließen, wurde dann die gegenwärtige„Die Pfarrkirche in St. Andrä“ weiterlesen
Schlagwort-Archive:Tiroler Sagenbuch
Alte Kirchen in der Pfarre St. Andrä bei Brixen
Die älteste Pfarrkirche soll zu Monstrol gewesen sein. Das dortige St. Valentinskirchlein mit schönen Fresken aus dem 15. Jahrhundert wurde im Dezember 1809 von den Franzosen eingeäschert. Dass ein Friedhof einmal neben der Kirche gewesen ist, bezeugen die oftmaligen Ausgrabungen von Menschenknochen. Mehr verbreitet ist die Sage, dass in uralter Zeit die Kirche zu Klerant„Alte Kirchen in der Pfarre St. Andrä bei Brixen“ weiterlesen
Für den Radlsee wird Messe gelesen
Der „Radlsee“ heißt ein kleiner See, welcher sich bereits auf der höchsten Kuppe eines Gebirges westlich von Brixen befindet. So klein der See ist, so groß und unergründlich ist er in seiner Tiefe. In Brixen herrscht daher Furcht vor seinem Ausbruche, und das um so mehr, da ein alter Wahrsager den Ausbruch desselben und den„Für den Radlsee wird Messe gelesen“ weiterlesen
Die Pest in der Brixner Gegend
Zur Pestzeit starb beinahe das ganze Tal Schalders aus. Man konnte die vielen Leichen nicht mehr im Friedhof begraben; daher schaffte man sie zum Häusler-Kreuz hinaus und scharrte sie dort ein. Später stießen die Bauern dort noch oft auf Menschenknochen. Auch ist’s seither beim Häusler-Kreuz unheimlich. In St. Andrä nahmen die Leute ihre Zuflucht zu„Die Pest in der Brixner Gegend“ weiterlesen
Der Radlsee bei Brixen
Der Radlsee ist ein merkwürdiger See. In diesem machen die Hexen Wetter; er ist unergründlich und steht mit dem Durnholzer See und mit dem Meer in Verbindung. Seinen Namen hat er vom Radl, das man hineingeworfen hat und das im Durnholzer See aufgegangen ist. In Durnholz hat man einmal einen schwarzen Bock in den See„Der Radlsee bei Brixen“ weiterlesen
Die Freimannsgrube
In der Brixner Gegend erzählt man von einer merkwürdigen Goldgrube, die Freimannsgrube genannt. Niemand weiß genau, wo die Grube sich befindet; die meisten sagen, sie liege irgendwo am Weg nach Kärnten. In die Freimannsgrube darf jeder eintreten, der sie nur findet; aber sie steht nur alle hundert Jahre einmal offen. Dann sieht man darin ein„Die Freimannsgrube“ weiterlesen
Der dreiköpfige Mann in Brixen
In Brixen ist am westlichen Ende der Laubengasse, dort, wo man in drei Gassen sieht, der „dreikopfete Mann“; seine drei Gesichter schauen in die drei verschiedenen Gassen. Von diesem erzählt das Volk: Am Karfreitag, während es zwölfe läutet, speit der dreikopfete Mann mit allen drei Köpfen Geldstücke aus, mit einem in die Laubengasse, mit dem„Der dreiköpfige Mann in Brixen“ weiterlesen
Der Hexenmeister Hapschlüssl
Ein Hexenmeister, der in der Brixner und Klausner Gegend von den Leuten der „Hapschlüssel“ (Hauptschlüssel) genannt wurde, weil er die versperrten Türen zu öffnen verstand, trieb vorzeiten den Eisack auf und ab und im Pustertal sein Unwesen. Er hatte mehrere Spießgesellen, die er alle in der Schwarzkunst unterrichtete. Die Obrigkeit war ihm wohl oft auf„Der Hexenmeister Hapschlüssl“ weiterlesen
Die geprellte Zigeunerin
In einem Bauernhaus in Schalders kehrte eine Zigeunerin ein und fand niemanden daheim als die Bäurin. Diese wurde durch den unerwarteten Besuch so in Schrecken versetzt, daß sie hinausgehen und ihre Leute herbeirufen wollte, die auf dem benachbarten Feld arbeiteten. Allein die Zigeunerin machte das Bauernweib durch Zauber „gefroren“, und dieses konnte sich nun nicht„Die geprellte Zigeunerin“ weiterlesen
Die Kellnerin und die Schlange
In Brixen wird erzählt, es sei einmal eine Kellnerin ungemein eitel und gatzig (naseweis) gewesen und hätte sich auf ihre Schönheit ein gutes Stück eingebildet. Was sie an Lohn verdiente, hängte sie an den Putz. Da begegnete ihr einmal eine arme Frau mit ihren halbverhungerten Kindern und bat sie um etwas. Voll Verachtung tänzelte aber„Die Kellnerin und die Schlange“ weiterlesen
Die Totenrast
Einige Minuten oberhalb des Hundsgruberhofes am Gemeindeweg von Brixen nach Lüsen stand vor Zeiten ein alter Bildstock: eine sogenannte Totenrast. Einst wollte das Weib des Hundsgruberbauern in die Kirche nach Lüsen gehen, um sich nach überstandenem Wochenbette aufsegnen zu lassen. Als sie ein Stück Weges gegangen war, fiel ihrem Begleiter plötzlich ein, daß er irgend„Die Totenrast“ weiterlesen
Die Dirn auf dem Friedhof
In Tschötsch bei Brixen spielten ein paar Bauern an einem Sonntag bis tief in die Nacht hinein. Zuletzt, als sie genug gespielt hatten, legten sie die Karten weg und erzählten sich Geistergeschichten. Es kam die Rede darauf, wer sich wohl jetzt – es ging schon gegen zwölf – auf den Friedhof getraue. Die Dirn, welche„Die Dirn auf dem Friedhof“ weiterlesen
Die Geisterprozession
Im Domkreuzgang zu Brixen ist’s unheimlich; da zieht in Quatembernächten eine feierliche Prozession mit Kreuzen und Fahnen hindurch. Auch der Bischof, der auf dem steinernen Sarg im Kreuzgang liegt, geht in vollem Ornate mit, aber laut beten und singen die Geister nicht, man hört nur dumpfes Gemurmel. Einer hat es nicht geglaubt und sich abends„Die Geisterprozession“ weiterlesen
Der Marchegger bei Milland
Auf dem unteren Weg, der von Milland nach Sarns führt, ging ein Marchegger um. Er schleppte den Markstein, den er versetzt hatte, auf dem Weg hin und her und keuchte und seufzte zum Erbarmen. „O schwar, o schwar!“ hörte man ihn oft jammern. Einmal ging nun ein beherzter Bauernknecht vorbei, der sah das verhutzelte Männlein„Der Marchegger bei Milland“ weiterlesen
Der Kerzengeist von Albeins
In Albeins bei Brixen ging vor alters ein Gespenst in der Gestalt eines Kreuzes um, das aus brennenden Kerzen gebildet war. Die eine Kerze war aufrecht gestellt und an Stelle des Kopfes brannte ein großes Licht; die beiden anderen Kerzen aber gingen oben von der Hauptkerze nach beiden Seiten waagrecht hinaus, wie beim Menschen die„Der Kerzengeist von Albeins“ weiterlesen
St. Leonhard bei Brixen
Die Kirche zum heiligen Leonhard auf dem Berg bei Brixen ist, wie andere solche Kirchen, mit einer großen eisernen Kette umzogen. Alle sieben Jahre wächst ein neues Glied an der Kette, und wenn sie sich dreimal herumschlingt, dann geht die Welt unter. In früherer Zeit machten die Fuhrleute, Postillione, Praxer und Hausknechte des Eisacktales von„St. Leonhard bei Brixen“ weiterlesen
Der Tram ist zu kurz
Als man die St.-Cyrillen-Kirche bei Brixen baute, da sorgte ein armer, frommer Geistlicher um den Bau, auf daß die Kirche bald in St. Cyrillen Ehre zur Weihe käme. Da maßen die Leute einen Tram darein, aber als man ihn an seinen Platz legte, da war das Holz zu kurz. Das war dem Geistlichen gar leid,„Der Tram ist zu kurz“ weiterlesen
Die Bauerndirn mit dem Bart
In St. Cyrill, nahe bei Brixen, lebte einmal eine muntere Bauerndirn, die zu nichts größere Freude hatte als zum Spaßmachen. Sie hatte schon öfter die Männer um den Bart beneidet und sagte eines Tages: „Ach, wenn ich nur auch einen recht großen Bart bekäme!“ Siehe da, als sie am andern Morgen aufstand und in den„Die Bauerndirn mit dem Bart“ weiterlesen
Die Birnen der heiligen Klara in Brixen
Als die heilige Klara in der letzten Krankheit lag und ihren Klöstern ein Andenken vermacht hatte, erinnerte man sie an ihr jüngstes Kloster in Brixen und fragte sie, ob sie nicht auch diesem etwas vermachen wolle. Da war es ihr leid, daß sie der jungen Töchter in Brixen vergessen hatte, weil sie so siech war,„Die Birnen der heiligen Klara in Brixen“ weiterlesen
Die Muttergottes auf dem Freienbühel
Der Obereggenbauer in Afers war gar fromm und hielt die Muttergottes in hohen Ehren. Und jeden Abend, wenn die Sonne zur Rüste gegangen war, hörte er ober seinem Hof auf dem Berg von einem silberhellen Glöcklein Ave-Maria läuten, er mochte daheim sein oder auf dem Felde. Wenn er auf dem Felde arbeitete und das Glöcklein„Die Muttergottes auf dem Freienbühel“ weiterlesen
Wie´s den Wilderern ergeht
In Afers erzählen die alten Leute folgendes: Wenn einer gar so versessen ist aufs Wildern und er ist schon ein alter Mann und hat viel, viel Wild zusammengeschossen und fürchtet sich im Wald vor dem Teufel nicht, so geschieht ihm schon einmal etwas Wunderliches. Kann sein, er sieht einen Rehbock oder einen schönen Pfalzhahn und„Wie´s den Wilderern ergeht“ weiterlesen
Die Saligen Weibelen in Afers
In Afers haben früher im Wald überall herum die Saligen Weibelen gehaust. Die sind immer still und traurig gewesen, aber sie haben die Leute gern gehabt und ihnen oft bei der Arbeit geholfen. Wenn aber eins zweifelte, ob das wohl etwa ein Saliges Weibele sei, dann gingen sie davon. Sie haben die Leute vor Unglück„Die Saligen Weibelen in Afers“ weiterlesen
Die Schwarzschule
Wenn man in Quatembernächten in Afers auf einen Kreuzweg geht, wo Haselstauden wachsen, dann sieht man um Mitternacht die Schwarzschüler. Sie stehen alle stumm da, jeder hat ein Buch in der Hand und schaut nie auf. Wer dazukommt, erhält auch ein Buch, und in dem kann er alles in einer Nacht lernen, was er nur„Die Schwarzschule“ weiterlesen
Die Pfarrkirche in Albeins
Der Sadebach aus Afers, ein stets gefürchteter Wildbach, hatte die alte Pfarrkirche weggeschwemmt und die kleinere Margarethenkirche so schwer bedroht, daß sie keine Sicherheit mehr bot für regelmäßigen Gottesdienst. Da beschlossen die Albeinser, die neue Pfarrkirche so weit außer dem Dorf in der Richtung gegen Klausen zu bauen, daß sie der Wildbach nicht mehr erreichen„Die Pfarrkirche in Albeins“ weiterlesen
Die große Glocke in Feldthurns
Die Lajener und Feldthurner wollten ihre großen Glocken umtauschen. Als man die „Velturnerin“ fortbringen wollte, rief sie: „Maria heiß‘ ich,alle Wetter weiß ich,alle Wetter vertreib‘ ich,und in Velturns da bleib‘ ich.“ Da ließ man sie ruhig hängen bis auf den heutigen Tag. (Bei Klausen.) Quelle: Zingerle, Ignaz Vinzenz, Sagen aus Tirol, 2. Auflage, Innsbruck 1891,„Die große Glocke in Feldthurns“ weiterlesen
Die Geisterkirche
Einer Magd zu Teis kam einmal an einem Sonn- oder Festtage fortwährend vor dem Betläuten vor, als sie noch halb träumte, es läute vom Kirchturm zum Gottesdienst. Die Angst, sie versäume die Frühmesse, erweckte sie ganz; eilig stand sie auf, kleidete sich an und ging sofort der Kirche zu; die Kirchtüre stand offen, und die„Die Geisterkirche“ weiterlesen
Die ungehorsame Witwe
Zu Teis lebte einmal ein Ehepaar recht gut und friedsam miteinander, bis der Mann von einer schnellen Krankheit befallen ward und sein Ende herannahen fühlte. Da rief er seine Frau an sein Sterbebett und sagte zu ihr: „Wenn ich tot bin, so schlafe nie in deiner Kammer allein, es würde dir sonst großen Schaden bringen.„Die ungehorsame Witwe“ weiterlesen
Die feindseligen Weiber von Teis
Zu Teis lebten einstmals zwei Weiber, Nachbarinnen, die waren einander spinnefeind und taten einander alles zum Trotz, ja taten sich voll Herzleid an. Sagte die eine hü, sagte die andere hott. Die Priester hatten ihnen zugeredet, herzbewegend zugeredet, sie sollten sich doch einmal miteinander aussöhnen, aber vergebens; die Nachbarn hatten sie auch ermahnt und nicht„Die feindseligen Weiber von Teis“ weiterlesen
Der spukende Ochse von Teis
Zu Teis gehen mancherlei Spuksagen um. Eine meldet von einem Geist, der als Ochse erscheint, während sich doch sonst Ochsen nicht als Geister hervortun. Dieses Ochsengespenst hat seltsame Manieren an sich: es spaltet Holz, es zerrt Schlafende aus den Betten und versteckt dann letztere, so daß jene, wenn sie nach ihrem Lager zurücktappen, keine Bettstatt„Der spukende Ochse von Teis“ weiterlesen
Die Pest in Villnöß
In Villnöß hauste die Pest so arg, daß die Leute nur so umfielen und tot waren. Besonders heftig wütete sie hinten in St. Magdalena, und weil man fürchtete, von den Leuten dort angesteckt zu werden, wenn sie nach St. Peter heraus in die Kirche kämen, so verbot man ihnen, weiter herauszugehen als bis zu ihrer„Die Pest in Villnöß“ weiterlesen
Die Pitschefurter Ebene in Villnöß
Zuhinterst in Villnöß gegen die Geislerspitzen zu führt der Weg auf die Zanser-Alm über eine Lichtung, die Pitschefurter Ebene. Vor langer, langer Zeit hatte der Unterkantioler in St. Magdalena einen Traum, daß daselbst ein großer Schatz vergraben sei, und er wußte genau die Stelle, wo er im Traume denselben gesehen hatte. Dies erzählte er seinem„Die Pitschefurter Ebene in Villnöß“ weiterlesen
Die Saligen in Villnöß
Beim Fischnallerbauer in Villnöß erschienen einstens häufig die Saligen und gaben ihm gute Ratschläge: wann er säen solle, wann er nicht mähen soll, heute sei die beste Zeit zum Rübensetzen usw. Und immer geriet alles zum besten, wie es die Saligen gesagt hatten. Doch die Sache sprach sich herum, und der Fischnaller wurde darum mehrfach„Die Saligen in Villnöß“ weiterlesen
Frau Hitte
Im Walde des Tschanberges, oberhalb Lajen, wohnte einst eine große Frau, die immer weiß gekleidet war, auf einem großen Stein saß und ihr Haar kämmte. Die Kinder, die in ihre Nähe kamen, führte sie in den Berg hinein, aus dem sie aber nie mehr herauskamen. Man nannte sie die Frau Hitte, und wenn die Kinder„Frau Hitte“ weiterlesen
Der Wilde Mann auf der Alm Zans
In der Villnösser Alm Zans ging einst ein kohlschwarzer Wilder Mann um. Einmal begaben sich im Spätherbst mehrere Burschen hinein, zu schießen. Weil es kalt war, schürten sie in der Almhütte Feuer an und legten sich auf die Ofenbrücke. Sie waren noch nicht eingeschlafen, als der Schwarze zum Fensterloch hereinschloff und sich auch auf den„Der Wilde Mann auf der Alm Zans“ weiterlesen
Wilde Männer in Villnöß
In Casaril und Tschantschinon, beides Almtäler von Villnöß in Richtung gegen Campill in Enneberg, hausten vor alters Wilde Männer, in Tschantschinon ein dreiköpfiger, wie man ihn in der Laubengasse in Brixen im Standbild sieht, in Casaril aber einer mit einem, und zwar ganz grauen Kopfe. Beide stammten noch von uralten Zeiten her und waren knurrig„Wilde Männer in Villnöß“ weiterlesen
Die Riesen von Flitz
Von Flitz in Villnöß führte in alten Zeiten eine Straße über den Tschanberg nach Pontives in Gröden. Damals stand in Flitz ein Schloß, und in diesem Schloß hausten Riesen. Einmal aber war ein furchtbar kalter Winter, und die Riesen klagten: „Jetzt tut uns das Kraut in der Pfanne gefrieren, jetzt ist es Zeit, daß wir„Die Riesen von Flitz“ weiterlesen
Die Pitscheförter Riesen
Ober Pitschefört auf dem Berg hinter St. Magdalena in Villnöß ist ein ebener Platz, die „Pitscheförter Ebene“ genannt. Da oben lebten vor alters mehrere Riesen, aber alle ohne Kopf – bis auf einen, der gleich drei Köpfe auf einmal hatte! Sie besaßen eine Herde schneeweißer Schafe, welche sie ringsum auf den Abhängen weiden ließen, während„Die Pitscheförter Riesen“ weiterlesen
Der Lauterfresser beim Wirt in Villnöß
In Villnöß waren die Gerichtsdiener benachrichtigt worden, daß der Lauterfresser beim Wirt im Stüblein trinke. Gleich kehrten sie dort ein und wollten ihn aufheben. Er aber hörte sie schon, wie sie draußen großtaten mit ihrem guten Fang, und lachte sich den Buckel voll. Denn ehe man den Bären schießt, hat man seine Haut noch nicht.„Der Lauterfresser beim Wirt in Villnöß“ weiterlesen
Am Totenstein
In Gufidaun war ein Mensch gestorben, der zeitlebens ein fragwürdiges Dasein gefristet hatte. Man schrieb ihm lebhaften Verkehr mit den Hexen zu. Nach seinem Tode trug man seine Leiche nach Albeins zur Beerdigung, da zur damaligen Zeit Gufidaun noch keine eigene Seelsorge war und somit auch keinen Friedhof besaß. Am Totenstein stellte man nach alter„Am Totenstein“ weiterlesen
Der Kranzlwurm
Zu einer Bauerndirn in Gufidaun kam jeden Tag ein Wurm mit einem Kranzl auf dem Kopf in den Stall. Sie gab ihm morgens und abends Milch in einem Schüßlein. Um Lichtmeß wollte die Magd schlenggeln, d. h. den Dienstplatz wechseln, und am letzten Tag sagte sie abends zum Wurm: „Mein lieber Wurm, leb wohl! Heut‘„Der Kranzlwurm“ weiterlesen
Die Schlange im Stall
Im Bad Froy im Villnößer Tal gaben die Kühe bald aus der, bald aus einer anderen Zitze keine Milch. Sie waren da ausgemolken. Man kam lange nicht auf den Dieb. Einmal aber, als die Stalldirn zum Melken ging, sah sie eine Schlange, welche einer Kuh gerade die Milch heraussog. Wie dieselbe nun die Dirn erblickte,„Die Schlange im Stall“ weiterlesen
Der spukende Richter
Im Schloß Gufidaun ging ein Richter um. Er hatte einen blauen Rock mit langen Schößen und goldenen Knöpfen und erschien an hohen Festabenden und zu den Quatemberzeiten. Da ging er um Mitternacht von dem hintersten Zimmer, wo ein eingemauerter Kasten mit Eisentüre sich befindet – es soll dort das Geld verwahrt worden sein – in„Der spukende Richter“ weiterlesen
Der Geist im Keller
Im Gannerhofe in Villnöß war ein Geist im Keller, man hörte da zuzeiten einen Binder, und manche sahen ihn auch ohne Kopf arbeiten. Eines Abends waren zwei Mädchen allein zu Hause und redeten in übermütiger Laune ab, den Binder kommen zu lassen. Sie riefen in den Keller: „Heute laß dich hören, Binder!“ Da hob es„Der Geist im Keller“ weiterlesen
Der verschwundene Grenzstein
Zwei Bauern in Villnöß, die in einen Grenzstreit geraten waren, einigten sich friedlich, gaben sich aber gegenseitig das Wort, daß derjenige, welcher zuerst sterben würde, nach seinem Tode dem andern die Stelle bezeichnen solle, an welcher der strittige Markstein zu finden sei. Als der eine von beiden nun gestorben war und noch aufgebahrt im Hause„Der verschwundene Grenzstein“ weiterlesen
St. Magdalena in Villnöß
Bevor der hinterste Weiler im Tal Villnöß noch eine Kirche hatte, hörte der Bauer von Oberkantiol auf dem Kofel oben, wo die Saligen wohnten, immer am Vorabenden von Sonn- und Festtagen Feierabend läuten. Das freute ihn, und er stellte mit dem Läuten auch gleich seine Arbeit ein. Einmal aber war er beim Garbenführen mit dem„St. Magdalena in Villnöß“ weiterlesen
Frau und Kinder im Berge
Zwei Hirten nahmen einst auf Guffbreit, einer Anhöhe der Latzfonser Alpe, ihr Mittagessen ein, welches aus frisch gemolkener Milch von drei Ziegen und Brot bestand. Während sie gemütlich speisten, vernahmen sie mit einem Male Stimmen vieler Kinder gar wunderlicher Art, so daß sie dies Getöne fast für den Gesang saliger Fräulein hielten; allein sie sahen„Frau und Kinder im Berge“ weiterlesen
Pfarrer Parschalk und die französische Kriegskasse
Als die Franzosen am 5. Dezember 1809 von den tapferen Tirolern aus Klausen vertrieben wurden, blieb in dem Durcheinander die volle Kriegskasse zurück. Zwei Tage lang lag sie beim Sebastianskirchlein auf dem Feld, bis sie nachts wegkam, ein Hauptmann rettete sie. In der Nacht hörte man ihn beim Penzl am Ritten vorbei, von Kollmann, herauffahren.„Pfarrer Parschalk und die französische Kriegskasse“ weiterlesen
Das Fräulein und der Schatz
Einem Mann in Latzfons träumte öfters, er solle auf die Alm gehen. Er sagte es endlich dem Beichtvater, und dieser hieß ihn, dem Traume zu folgen. Er gehorchte und ging. Als er beinahe droben war, da stand plötzlich ein schwarzer Hund vor ihm, der drei Schlüssel im Maul trug, einen goldenen, einen silbernen und einen„Das Fräulein und der Schatz“ weiterlesen
Der Schatz in Tinnebach
Auf Säben wohnten vor uralten Zeiten große und reiche Herren. Da kam die Kunde ins Land, daß die feindlichen Römer heranzögen, und die reichen Säbner wußten lange nicht, wo sie ihre reichen Schätze verbergen könnten. So verloren sie viel Zeit, und der Feind drang schon gegen Klausen heran. In aller Eile packten sie zusammen und„Der Schatz in Tinnebach“ weiterlesen
Die Latzfonser und das Venediger Mandl
Ein Nöcklbauer von Latzfons wallfahrtete nach Rom. Als er zu Venedig durch eine Gasse ging, rief ihm ein Herr aus einem Hause herab zu: „Nöckl, seid Ihr auch hier?“ Der Bauer staunte, hier einen Bekannten zu finden, ging aber dennoch in das Haus hinauf und fand dort einen Herren, den er nicht kannte. Der Herr„Die Latzfonser und das Venediger Mandl“ weiterlesen
Das Pfunderer Bergwerk bei Klausen
In grauer Vorzeit kamen alljährlich nach eingetretener Schneeschmelze einige Walchen aus dem Süden in die Gegend von Klausen und machten sich in geheimnisvoller Weise am Tinnebach zu schaffen, von allen gemieden, weil man ihre Sprache nicht verstand und ihrem verborgenen Tun und Treiben mißtraute. Einst wanderten in früher Morgenstunde zwei Klausner Bürger nach Bozen; da„Das Pfunderer Bergwerk bei Klausen“ weiterlesen
Die Goldquelle
Am Plankenbächlein, das zum Tinnebach hinter Klausen herabfließt, ging vorzeiten ein Goldbrünnl auf, und alljährlich kam ein Männlein und trug einen Sack voll Gold hinweg. Einmal paßte ihm einer auf, der ebenfalls reich werden wollte, und bemerkte den Ort, wo das Männlein das Gold hernahm. jedoch als nun er auch mit seinem Säcklein zuwege kam„Die Goldquelle“ weiterlesen
Die Salige Braut
In Latzfons verliebte sich einmal eine Salige in den Bauern, auf dessen Hof sie seit einiger Zeit als Magd gearbeitet hatte. Als sich darum der Bauer entschloß, sie zu heiraten, stimmte sie gern zu. Aber ihre Leute sahen dies nicht gern, und als dann die Hochzeit war und man zur hl. Kommunion ging, war die„Die Salige Braut“ weiterlesen
Hexenfurcht
Latzfons ist immer von Hexen arg heimgesucht gewesen. Es sollen zwar damals, als das Latzfonser Kreuz auf die Höhe hinaufgetragen wurde, dorthin nämlich, wo heute die Latzfonser Kreuzkirche steht, die Hexen alle aufgeflogen sein. Noch zur Mitte des vergangenen Jahrhunderts ging es in vielen Höfen ganz merkwürdig zu. Ein junges Mädchen soll plötzlich, und zwar„Hexenfurcht“ weiterlesen
Das vermeinte Vieh
Im Schloß Anger bei Klausen war das Vieh vermeint, d.h. verhext, und der Schloßherr bat den wundertätigen Herrn Gabriel von Neustift um Auskunft und Hilfe. Der Herr Gabriel befahl ihm, unter der Schwelle des Haustores zu graben, da werde er drei weiße Schachteln finden. Diese dürfe er nicht öffnen, sondern ganz zuoberst in seinem Acker„Das vermeinte Vieh“ weiterlesen
Das gestohlene Bein
Ein Knecht trieb einst zu Kollmann das Vieh über den Friedhof zur Tränke. Als ein Ochs nicht gehen wollte, nahm er ein Totenbein, das gerade da lag, und schlug damit das widerspenstige Tier. Heimgekehrt, warf er den Knochen in einen Winkel und achtete der Sache nicht weiter. In der folgenden Mitternacht kam ein Geist zu„Das gestohlene Bein“ weiterlesen
Das Latzfonser Kreuz
Drei Jahre hintereinander schauerte es in Latzfons und Villanders alles nieder, es half kein Beten und kein Bitten. Da sagte der Geistliche, ob sie denn nirgends einen Herrgott hätten, dem gar keine Ehre angetan werde. Sie fanden im Gerümpel einen Herrgott und gingen mit ihm in Prozession. Dreimal sagte er, als sie ihn niederstellen wollten:„Das Latzfonser Kreuz“ weiterlesen
Die verwunschene Königstochter
Die Sage geht auch, daß die Jungfrau, welche dem Knaben erschien und ihn bat, sie zu erlösen, die Tochter eines Königs gewesen sei, der von seinem Schlosse Säben aus das ganze Land ringsumher beherrscht habe. Dieser König ließ aus allen Flüssen das Gold waschen, war äußerst habgierig und sammelte einen ungeheuren Schatz, den er in„Die verwunschene Königstochter“ weiterlesen
Die Arme Seele und die Schlange
Ein Knabe weidete einst einige Schafe nahe den Felsenwänden von Säben. Auf einmal sah er einen ganz ungewöhnlich hellen Glanz auf einem der Felsenblöcke. Er lief diesem zu, um sich zu überzeugen, was das wäre. Wie er in die Nähe kam, ward er einer Felsenhöhle gewahr und einer Jungfrau, die fast am Eingang weinend auf„Die Arme Seele und die Schlange“ weiterlesen
Das große Kreuz auf Säben
Auf der Hinterseite der Hl.-Kreuz-Kirche ist ein riesiges Kruzifix gemalt, das man weit und breit sieht. Man erzählt sich davon: Ein Theiser Bauer, der an den Augen litt und erblindete, hatte ein besonderes Vertrauen zum heiligen Kreuze in der Kapelle zu Säben, nahm seine Zuflucht dazu und genas endlich. Zum Dank für das wiedererhaltene Augenlicht„Das große Kreuz auf Säben“ weiterlesen