Vorzeiten lebte ein Faßbinder in Auer, der ein Sonntagskind war. Die simple Faßbinderei trug ihm zu wenig ein, und es deuchte ihn manchmal, das Glück müsse ihm, gleich den Dornstauden vor seinem Haus, in die Höhe schießen und an jedem Zweig zum mindesten ein Dukaten dran. „Wißt ihr“, sagte er eines Tages zu seinen zwei„Wie die Fassbinder von Auer nach dem Schatz ausgehen“ weiterlesen
Monatsarchiv:November 2021
Die Schatzkohlen
Eines Abends, als es schon sehr dunkel war, gieng eine alte Bäurin an der Ruine Castellveder vorbei. Da sah sie vor sich einen Haufen glühender Kohlen und danneben ein Gespenst, welches sie mit hohler Stimme aufforderte, ihren Rosenkranz auf dieselben zu werfen. Sie that es. Sogleich verschwand der Geist vor ihren Augen, und sie hörte„Die Schatzkohlen“ weiterlesen
Der Bock als Schatzhüter
Ein Hirte trieb eines Tages wie gewöhnlich seine Herde auf den Burghügel Castellveder. Als er abends wieder heimkehrte, bemerkte er, daß ein Ziegenbock fehle. Er gieng zurück, um ihn zu suchen. Als er zur Ruine kam, sah er dort eine Steintreppe, die in ein unterirdisches Gewölbe führte. Furchtlos stieg er hinab. In demselben fand er„Der Bock als Schatzhüter“ weiterlesen
Der Heidenschatz auf Castelfeder
Das Schloß Castellveder, von dem nur mehr spärliche Ruinen stehen, wurde vorzeiten von einer sehr reichen heidnischen Familie bewohnt. Diese Herrschaft hatte unter ihren Schätzen und Kostbarkeiten eine goldene Gluckhenne mit zwölf goldenen Hühnlein und ein goldenes Kegelspiel. Ein Hirtenknabe fand einmal in der Nähe der Ruine einen solchen Kegel mit einem Zettel, auf dem„Der Heidenschatz auf Castelfeder“ weiterlesen
Der Zauberer von Castelfeder
Es war einmal ein mächtiger Zauberer; der lebte mit einer ganzen Schar von Zaubergeistern auf der Burg Castellveder. Die Burg war von einem Wasser umgeben, und darin patschten giftige Kröten und Salamander umher. Es war auch nicht geheuer um den Berg, darauf das Schloß stund, und die Leute nahmen lieber einen Umweg, und wenn erst„Der Zauberer von Castelfeder“ weiterlesen
Der Geist verfolgt die Schatzgräber
In einer mondhellen Sommernacht des Jahres 1848 begaben sich drei Burschen von Auer auf den Castelfederberg hinauf, um Schatz zu graben. Als sie mit der Arbeit begonnen hatten, erschien plötzlich ein Geist und jagte sie mit drohenden Gebärden davon. Zwei dieser Burschen fielen auf der Flucht über kleinere Felswände hinab, kamen jedoch mit geringen Verletzungen„Der Geist verfolgt die Schatzgräber“ weiterlesen
Feuerkugel und Feuersäule
Ein Mann ging einmal frühmorgens über den Castelfederberg nach Montan. Als er der Schloßruine näher kam, schwebte ihm aus derselben eine große feurige Kugel entgegen. Von Schrecken erfaßt, lief er eiligst nach Auer hinab, bemerkte aber doch, daß ihn die Kugel bis zum ersten Haus des Dorfes Auer verfolgte. Da aber verschwand sie. Ein anderesmal„Feuerkugel und Feuersäule“ weiterlesen
Sage von Castelfeder
Ehe die Langobarden Tirol verließen, stellten sie, um sich desto besser von den Römern und Deutschen abzusondern, anstatt der Marksteine, von denen sie die gegen Deutschland liegende Metam Germanicam oder Deutschmetz, die gegen Italien schauende aber Metam Lombardicam oder Wälschmetz nannten. Ober diesen stand der terminus oder die Gränzsäule und davon hat die jetzt dort„Sage von Castelfeder“ weiterlesen
Der Messerturm und die Eiserne Jungfrau
Das Schloß Leiter steht knapp am Fuße des Leiterberges oberhalb Auer und ist größtenteils nur mehr Ruine. Nur der Teil, welcher dem Schloßgesinde zur Wohnung gedient haben soll, ist noch ziemlich erhalten. Auf diesem Schloß hauste vorzeiten ein Raubritter, der die vorbeireisenden Kaufleute scheinbar gastfreundlich aufnahm, sie aber zur Nachtzeit entweder in den Messerturm warf,„Der Messerturm und die Eiserne Jungfrau“ weiterlesen
Totenmesse in der Peterskirche
In Auer lebte vor vielen Jahren eine fromme alte Frau, die gewohnt war, frühmorgens beim ersten Glockenzeichen in die Kirche zu gehen. Einst hörte sie gar früh läuten und ging alsbald zur Peterskirche, woher die Glocken klangen. Als sie hinkam, stand die Tür sperrangelweit offen und die Kirche war mit unzähligen Betern dicht angefüllt; darunter„Totenmesse in der Peterskirche“ weiterlesen
Das Knäuelweibele
In einem sehr alten Haus in Auer, das ursprünglich ein Schloß gewesen sein soll, haust in den großen, tiefen Kellern eine unheimliche Erscheinung, das „Knuidlweibele“ (Knuidl = Knäuel). Es ist dies der Geist einer ehemaligen, sehr hartherzigen Schloßherrin. Zuweilen zeigt sich derselbe als eine Frau in weißen oder auch Trauerkleidern mit schwermütigem Gesichtsausdruck, zuweilen aber„Das Knäuelweibele“ weiterlesen
Der Geist am Markstein
In Auer lebte vor Jahren ein reicher Bauer, welcher in St. Martin in Außerfeld (so werden die Auerer Güter, die gegen Norden liegen, genannt) ein sehr großes Grundstück besaß, woran das Gütchen eines Kleinhäuslers grenzte. Der Bauer hätte das Gütchen, weil es sein Besitztum schön abrundete, gerne an sich gebracht. Doch der Eigentümer wollte von„Der Geist am Markstein“ weiterlesen
Wie die Goldene Stadt Auer verschüttet wurde
An der Stelle, wo jetzt das Dorf Auer steht, war vorzeiten eine große Stadt, welche wegen ihrer Schönheit und des ungeheuren Reichtums die goldene Stadt Auer genannt wurde. Die Ursache der Zerstörung derselben war der in der Nähe vorbeifließende furchtbare Auerer Wildbach. Derselbe schwoll einst infolge anhaltender Regengüsse so an, daß er mit schrecklichem Getöse„Wie die Goldene Stadt Auer verschüttet wurde“ weiterlesen
Die Katzenleiter bei Auer
Die Bezeichnung „Katzenleiter“ findet man in Südtirol gar häufig, und zwar bezeichnet man damit einen sehr steilen Fußsteig durch das Gebirge. Eine solche „Katzenleiter“ gibt es auch bei Auer, wo sich ein schmales Steiglein durch die über dem Dorf aufragenden Porphyrfelsen hinaufwindet. Dort finden sich im Felsen Vertiefungen, die sehr dem Hufabdruck eines Maultieres ähneln.„Die Katzenleiter bei Auer“ weiterlesen
Die Kirche St. Peter in Auer und der Einsiedler
Die Peterskirche ist eine der ältesten Kirchen des Landes und die eigentliche Pfarrkirche der Gemeinde Auer. Sie steht am Südende des Dorfes hart an der Landstraße, von welcher man sieben Stufen zur Kirche hinuntersteigen muß. Man sagt, daß vorzeiten ebenso viele Stufen zu ihr hinaufführten, und man sieht auch wirklich noch den oberen Teil eines„Die Kirche St. Peter in Auer und der Einsiedler“ weiterlesen
Der Gämsenbraten
Als der Kofler Martel, ein bekannter Gemsenjäger, einmal noch lange nach dem Ave Marialäuten der Jagd oblag, sah er nicht ferne ein großes Feuer. In der Meinung, es sei von Hirten angezündet, gieng er darauf zu und fand zu seiner größten Ueberraschung drei wilde Weiber, die dabei saßen und ihn freundlich aufnahmen. Sie kochten in„Der Gämsenbraten“ weiterlesen
Unterirdische Gänge in Tirol
Vom Kloster Marienberg führte in unterirdischer Gang nach Matsch, wo er hinter dem Hochaltare der Pfarrkirche mündet. Nach einer andern Sage geht diefer Gang von den Schlössern im Thale Taufers aus. Andere erzählen, der Gang gehe von Margranda-Knött (Felsen) in die Matscher Kirche. (Mals.) Von Säben führt ein solcher Gang nach Klausen, ein anderer nach„Unterirdische Gänge in Tirol“ weiterlesen
Das Kruzifix auf der Töll
Dieses Bild kam auf der Etsch dahergeschwommen. Die Töller fingen es auf und stellten es in das Kirchlein. Da beobachteten sie bald, daß es wachsende Haare habe, so daß diese nach und nach in Locken auf die Schultern herabfielen. War darüber große Freude und Andacht! Doch eines mißfiel am Bilde: Christus schien einen viel zu„Das Kruzifix auf der Töll“ weiterlesen
Die Nassau
art an der Straße von Rabland nach Naturns ist eine Erlenau, die sogenannte Naßau. Dort ging einmal in der Nacht ein Metzger mit seinem Hunde. Als er zur Aue kam, zog ein Leichenzug vor ihm daher. Der Meister erschrak, und der sonst mutige Hund ließ den Schwanz hängen und schmiegte sich knapp an seinen Herrn,„Die Nassau“ weiterlesen
Von der Gaidner Alm
Auf dem Gaidner Alpl ist’s auch nicht geheuer. Als ein Jäger nach dem Viehabtrieb in der leeren Sennhütte übernachtete, zupfte es an seinen Füßen, und vor der Hütte entstand ein Lärm, als ob Schweine grunzten und Schafe gemolken würden. Zu einem andern Burschen, der dort Nachtlager nahm, kam ein Untier, das wie ein riesiger Stier„Von der Gaidner Alm“ weiterlesen
Die untergegangene Stadt
An der Stelle, wo jetzt Partschins steht, prangte einst eine große Stadt, und dort, wo jetzt der Töll-Graben sich befindet, ragte ein stolzes Schloß. Der letzte Ritter, der auf demselben in Saus und Braus lebte, hatte ein so steinhartes Herz, daß er seinen alten Vater in Rabland beinahe Hungers sterben ließ. Der junge Ritter hielt„Die untergegangene Stadt“ weiterlesen
Die schwarzen Gäste
Bei Partschins unweit Meran, nur eine halbe Stunde vom Orte rechts der Straße, lag ein Grafenschloß, dessen Eigentümer in des Reichtums Fülle lebte und diese Fülle auch genoß. Bisweilen genoß er davon sogar etwas zuviel, und es war dann nicht gut um ihn sein. Eines Tages rüstete er ein Gelage und lud dazu die Vornehmsten„Die schwarzen Gäste“ weiterlesen
Die Haselhexe
Bei einem Bauern war eine Hexe im Dienst, die den Hütbuben gar nicht ausstehen konnte. Bald gab sie ihm eine Ohrfeige, daß ihm der ganze Kopf sang, bald mißhandelte sie ihn auf andere Weise. Die Bäurin sagte kein Wort dazu, weil die Dirn bei ihr in hohen Ehren stand, denn die Kühe gaben so viel„Die Haselhexe“ weiterlesen
Sage vom Ursprung der Ladurner
Der junge Ritter Gerold „im Turm“ zu Guntram (Rabland) liebte die tugendsame Bauerstochter Hedwig am Steinerhof. Zum großen Ärger der ahnenstolzen Verwandten, besonders seines Oheims Kuno von Hochnaturns, heiratete er sie sogar und verlebte Tage des ungetrübtesten Familienglückes an ihrer Seite. Da ging der Aufruf zum fünften Kreuzzug durch das Land, und Gerold wurde aufgefordert,„Sage vom Ursprung der Ladurner“ weiterlesen
Von zwei Riesen im Vinschgau
Der Riese Heime war es nicht allein unter seinem Geschlechte, der Hand an de Bau eines frommen Werkes legte, um den zürnenden Himmel für frühere schwere Thaten zu versöhnen. Zwei Riesen, die im Vintschgau hausten, thaten dasselbe, nur führten sie es nicht so herrlich hinaus. Der eine führte ein Kirchlein ob Naturns auf, welcher Ort„Von zwei Riesen im Vinschgau“ weiterlesen
Die Totenkopfspinne
Dieser gespensterhaften Spinne ist schon in „Die Wildg’fahrhöhle am Sonnenberge“ gedacht worden. Sie lebt in der Wildg’fahrhöhle beim Rofnerwaldgut am Naturnser Sonnenberg. Sie wird als sehr groß und mit langen Füßen geschildert und beschreiben, und der Leib hat völlig die Form und Aussehen eines Todtenkopfes. Ein Bauer wagte sich einst in die Höhle, und gleich„Die Totenkopfspinne“ weiterlesen
Das Lorggental
Eng und finster liegt der Ort der Gemeinde Staben im Vintschgau, von Tschars ¼ Stunde abwärts, von der Poststraße durchschnitten, und am südlichen Theile von der Etsch bespült, am nördlichen von drohenden Felsen überhangen, die morsch und locker oft in Massen abrollen und niederschießen. Gerade gegenüber dem Domberg unter dem Hofe „Platz“ liegt ein Tahl,„Das Lorggental“ weiterlesen
Die Wildgfahrhöhle am Sonnenberg
Ueber Naturns, am linken Ufer der Etsch und ohnfern von Meran gipfelt sich den Sonnenberg hoch und kahl und öde in die Wolkenhöhe, doch sind, bevor die steilen und schier unzugänglichen Felsen beginnen, heitere und glücklich gelegenen Gehöfte zu erblicken, die sich in der grünen Region des Sonnenberges angesiedelt haben, z. B. Schnatz, Gruas, Ginzl,„Die Wildgfahrhöhle am Sonnenberg“ weiterlesen
Hans der Fieger
Auf dem Schlosse Dorns- oder Tarantsberg im Vintschgau saß Ritter Hans, zubenannt der Fieger; der liebte mancherlei, Wein, Weiber, Jagd, Geld; nur eines liebte er nicht, und dieses eine waren die Bäuerlein. Ob sie es an ihn gebracht hatten, wie sie nicht selten und gerne zu tun pflegten, oder aus welch anderem Grunde sein Haß„Hans der Fieger“ weiterlesen
Der bestrafte Scherz
Mutwillige Schnalser gingen einmal in die alte Kartäuserkirche und holten von der dort befindlichen Michaelsstatue den Teufel, den sie spätabends vor eine Spinnstube brachten, um die Mädchen zu erschrecken. Der Spaß gelang, denn als der Teufelskopf durch das Fenster hineinschaute, bemächtigte sich große Furcht aller Spinnerinnen. Als aber die Burschen in später Nacht den Teufel„Der bestrafte Scherz“ weiterlesen
Die Kegler
Zu Unserer Lieben Frau in Schnals kegelten an einem Feiertage mehrere Burschen. Als sie den Kegeln arg zusetzten, kam ein graues Männchen und wollte auch mitschieben. Die Buben hatten nichts dagegen, machten aber kuriose Augen, als der kleine Knirps öfters alle neun warf. Wie er aber im Scherze fragte: „Wollen wir nicht die Seelen auskegeln?“,„Die Kegler“ weiterlesen
Todesmeldung
Der Pfarrer Raffeiner saß im Wohnzimmer seines Hauses am Schreibtisch. Es war über 10 Uhr nachts. Soeben wollte er seine Predigt für den folgenden Tag aufsetzen, da klopft es auf einmal laut an die Haustüre. Verwundert, daß noch jemand so spät Einlaß begehre, stand er auf und öffnete die Haustür. Draußen stand seine alte Mutter„Todesmeldung“ weiterlesen
Vormeldung
Zum Pfarrer in Schnals kam an einem Spätsommertag ganz bestürzt eine Bäurin und beteuerte, daß sie am Tage vorher ihren Sohn, der doch weit weg auf der Alm war, im Feiertagsgewand habe aus dem Stadel herauskommen sehen. Anfangs sei sie nicht erschrocken, in der Meinung, ihr Sohn sei etwa unvermutet heimgekehrt, als sie ihm aber„Vormeldung“ weiterlesen
Unsere Liebe Frau in Schnals
Zwei fromme Pilger kamen einst in das Schnalstal. Einsam auf dem Hügel betend, bemerkten sie, unweit von sich in der dunklen Waldung, eine ungewöhnliche Helle. Wie von einer unsichtbaren Macht angezogen, näherten sie sich der Stelle und fanden ein aus Holz zierlich geschnitztes Bild, das Maria mit dem Jesuskinde auf einem Baumstock sitzend, vorstellte. Voll„Unsere Liebe Frau in Schnals“ weiterlesen
Der Schatz bei St. Medardus
Hirtenkinder fanden einmal auf den Böden bei St. Medardus einen Haufen schönes, gelbes Laub. Die Kinder freute das Ding, und sie füllten abends die Zwillingshäfen, in denen sie ihre Mittagskost mitgenommen hatten, mit solchen gelben Blättern an und trugen sie mit nach Hause. Als sie nun daheim die Deckel von den Häfen abnahmen, um das„Der Schatz bei St. Medardus“ weiterlesen
Die versunkenen Glocken
In alter Zeit stand zu Tarsch, dem gesegneten Dorfe bei Latsch, eine Kirche, in deren Turm zwei wunderbare Glocken hingen. Ihr Klang vertrieb die Wetter und erhob jedes Menschenherz. Da brach aber einmal die Lahn los und überschüttete Häuser und Höfe, Kirche und Turm. Die Einwohner waren froh, daß sie ihr Leben retteten. Als aber„Die versunkenen Glocken“ weiterlesen
Das Nörggele auf der Latscher Brücke
Auf der Latscher Brücke läßt sich auch heutiges Tages noch oft ein Nörggele sehen. Es war ein kurzes, wampetes Ding und hat immer ein feuerrotes Leibl an. Es geht den Leuten freundlich zu und sagte immer: „Husch, husch, husch!“ Wenn es jemand in die Arme faßt, so greift er zuerst etwas lindes, hat aber alsogleich„Das Nörggele auf der Latscher Brücke“ weiterlesen
St. Martin auf dem Vorberg
Nordwärts von Latsch in Vinschgau erhebt sich der Vorberg mit dem Kirchlein St. Martin im Kofel, einem beliebten Wallfahrtsort. Die Kirche lehnt sich kühn an einen abschüssigen Felsen; viele Meter hoch mußte dazu der Grundbau an einer Seite aufgemauert werden, um die zu ihrer Aufstellung nötige Fläche zu gewinnen. Der hl. Martin wird hier als„St. Martin auf dem Vorberg“ weiterlesen
Die schmerzhafte Muttergottes in Latsch
Es war um das Jahr 1765, am ersten Sonntag nach Ostern, als das Gnadenbild auf wunderbare Weise zum Vorschein kam. Kaum graute der Morgen des genannten Tages, als von dem Krachen einiger Felsstücke, die am nahen Sonnenberg sich losgerissen hatten, die Dorfbewohner aus dem Schlaf geschreckt wurden. Als der Tag heranbrach, machten sich mehrere auf,„Die schmerzhafte Muttergottes in Latsch“ weiterlesen
Die Tänzer zu Latsch
Im Wirtshause zu Latsch im Vintschgau ging es hoch her, da war Tanz und Gelage, ein Dutzend Burschen und ebenso viele Dirnen tanzten wie toll oder jubelten um die Zechtische. Da läutete unten auf der Straße ein Chorknabe das Ministrantenglöcklein, ein Zeichen, daß der geistliche Herr das hochwürdigste Gut vorbeitrug zu einem Kranken. Alsbald verstummte„Die Tänzer zu Latsch“ weiterlesen
Die Christnachtzecher
Bei Latsch saßen im Wirtshaus drei Gesellen, echte Strolche und Lumpen. Es war just Christnacht, und sie zechten drauf und drein, zankten, fluchten, verschworen sich und machten, wie das Sprichwort geht, den Schutzengel weinen und den Teufel lachen. Besonders trieb es der eine von den dreien gar arg und lästerlich, so daß die Wirtin es„Die Christnachtzecher“ weiterlesen
Die Pest in Martell
In Pestzeiten starb das Tal Martell fast ganz aus; die Höfe verloren ihren Wert, das obere Hölderlegut haben sie um eine lodene Joppe verkauft. Der Totenthomas, ein guter Alter, führte auf einem Karren die Toten zusammen und begrub sie im Kirchacker, weil der Friedhof schon voll war. Als er nach Sonneberg fuhr, lachten ihn zwei„Die Pest in Martell“ weiterlesen
Der alte Stallwieser
In Martell lebte einst ein leidenschaftlicher Schütze und Jäger, der Stallwieser hieß. Einmal ging dieser an einem Sonntage in aller Frühe auf die Jagd und kümmerte sich kein Haar um Messe und Predigt. So pirschte er herum, bis es zur heiligen Wandlung im Dorfe läutete, da sah er plötzlich einen weißen Hirsch, den er nun„Der alte Stallwieser“ weiterlesen
Sage vom Kohlenhaufen
Ein Weibele gieng auf’s Land und sah unweit Montan einen glänzenden Kohlenhaufen liegen. Da dachte sie sich: Ich muß doch etliche Kohlen für die Kinder zum Spielen mit nach Hause nehmen! Sie gieng hin, steckte etliche Kohlen ein und verfolgte ihren Weg. Als sie zufällig wieder in den Sack griff, hatte sie statt der Kohlen„Sage vom Kohlenhaufen“ weiterlesen
Die Schlossfrau von Hochgalsaun
Als der Adel im Etschland sich durchaus vor dem Landesfürsten nicht beugen wollte und die treuen Anhänger desselben beraubte und verfolgte, beschloß Herzog Friedrich zuerst die Starkenberger zu demütigen. Er zog deshalb vor das Schloß Hochgalsaun, das ihnen gehörte, und belagerte es, da er es wegen seiner Festigkeit nicht im Sturm nehmen konnte. Als im„Die Schlossfrau von Hochgalsaun“ weiterlesen
Das Nörggele mit der Egge
Auf dem Sonnenberg bei Schlanders hauste ein Bauer, dem ein Nörggele gar freundlich gesinnt war. Es bestimmte ihm alljährlich im Spätherbst die Zeit, wann er das Feld bebauen und ansäen sollte. Und zwar geschah dies dadurch, daß es ihm die Egge hinaus auf den Acker schleppte. Der Bauer gehorchte immer dem Wink seines kleinen Gönners„Das Nörggele mit der Egge“ weiterlesen
Vom alten Tappeiner
Ein alter Volksreim sagt: „Pinet, Lechtl und Tappeinsein die drei schönsten Höf, die im Landl sein.“ Auf dem letztgenannten Gute saß vor langer Zeit ein Bauer, der in allerlei Künsten wohlerfahren war. Deshalb wird von ihm heutzutage noch viel erzählt, darunter folgendes: Einmal wollte der alte Tappeiner einen Stadel bauen. Er ließ deshalb an einem„Vom alten Tappeiner“ weiterlesen
Die Nachtweide
Ein Gemsenjäger übernachtete einst in der Sennhütte der Kortscher Alm, als das Almvich längst abgetrieben war und schon eine dünne Schneedecke über die Bergmähder gebreitet lag. Er schlief fest und ruhig bis Mitternacht, da wurde er aber auf einmal von einem Heidenlärm geweckt. Pfeifen und Schreien, Schellengeklingel und Peitschenknall, alles ging durcheinander! Obgleich ihm nicht„Die Nachtweide“ weiterlesen
Der erlöste Marchegger
Bei Schlanders hatte ein Bauer auch einen Markstein versetzt. Zur Strafe dafür mußte er nach seinem Tode nachts umgehen. Er trug einen glühenden Stein auf der Achsel und ächzte: „O schwer, o schwer!“ Einmal hörte ein Betrunkener, der in später Nacht des Weges kam, das Geheule und rief: „Stell nieder und geh leer!“ – „Wohin„Der erlöste Marchegger“ weiterlesen
Der Marcher
Es lebte einst ein Bauer, der war geizig und wollte sein Besitztum um jeden Preis vergrößern. Da verfiel er auf den ungerechten Gedanken, heimlich die Feldmarksteine zu seinem Vorteile zu verrücken. Er verübte wirklich diesen Frevel und verleitete auch seine Tochter, ihm bei der schlechten Tat behilflich zu sein. Zur Strafe für dieses Verbrechen muß„Der Marcher“ weiterlesen
Die Muttergottes am Rain
So wird das Gnadenbild genannt, welches in der Pfarrkirche zu Schlanders verehrt wird und Maria kniend mit gefalteten Händen vorstellt. In alter Zeit war es in der Totengruft, einer unterirdischen Kapelle, aufgestellt. Als zur Zeit der großen Pest der Mesner einmal morgens die Pfarrkirche öffnete und dann Ave-Maria läuten ging, sah er besagtes Gnadenbild an„Die Muttergottes am Rain“ weiterlesen
Die Frau von Hochgalsaun
Dem mächtigen Rittergeschlechte derer von Schlandersberg gehörte eine gleichnamige Burg; nicht minder aber empfingen sie von König Heinrich von Böhmen die Burg Hochgalsaun, die sich stattlich und weitgebietend im Etschtale erhob. Friedrich mit der leeren Tasche, aber mit voller Ritterkraft, brach die Burgen vieler ihm feindlich gesinnter Ritter im Etschtal, und auch das unüberwindlich scheinende„Die Frau von Hochgalsaun“ weiterlesen
Annele, lupf auf!
Bei Schlanders war ein Bauer ansässig, das war ein Marchegger (Grenzsteinverrücker). Wenn er nachts zu seinem gottlosen Geschäfte ausging, nahm er gewöhnlich seine erwachsene Tochter Anna mit, umgrub den Stein, und dann mußte sie ihn mittels eines Hebebaumes lupfen. Dazu rief er immer: „Annele, lupf auf!“ Wie er gestorben war, erlitt er die Marcheggerstrafe, mußte„Annele, lupf auf!“ weiterlesen
Der Ausbruch des Gadriasees
Der Hügel zwischen Schlanders und Laas soll eine große Stadt bedecken, über deren Untergang folgendes erzählt wird: Das etwa eine halbe Stunde ober Kortsch befindliche St.-Georgs-Kirchlein soll vor uralten Zeiten ein berühmter Wallfahrtsort gewesen sein. Je mehr Leute aber auch von allen Seiten herbeikamen, um den Heiligen in dieser Kapelle zu verehren, um so weniger„Der Ausbruch des Gadriasees“ weiterlesen
Husch, husch, kalt, kalt!
Zu einem der Höfe von Tarnell – einem Dorf unweit Laas gelegen – kam früher oft und oft ein Nörggele. Und zwar begab es sich immer in die Küche und zum offenen Herd dort, hielt seine Händlein zum Feuer hin, rieb sie dabei vergnüglich und murmelte in seinen struppigen Bart: „Husch, husch, kalt, kalt!“Nachdem es„Husch, husch, kalt, kalt!“ weiterlesen
Der Schgumser Putz
In der weiten Talebene zwischen den Ortschaften Laas, Tschengls und Eyrs dehnten sich einst weite Auen und Moore aus. Diese einst halbwilde Gegend machten früher nicht nur wilde Tiere, namentlich Wölfe, unsicher, sondern auch noch allerhand böse Geister und „Mooshexen“, die hier ihr Unwesen trieben. Fuhrleute und Fußgänger, die nachts in dieser Gegend unterwegs waren,„Der Schgumser Putz“ weiterlesen
Der Laaser Markstein
Zwischen Laas und Schlanders steht am Berg ein Markstein, bei dem es nicht geheuer ist. Man erzählt sich davon folgende Geschichte: Als der alte Markstein, der die Grenze zwischen dem Gebiet von Laas und jenem von Schlanders bezeichnete, verschwunden war, gerieten beide Gemeinden über die Grenze in Streit und Unfrieden. Da sagte ein alter Hirte,„Der Laaser Markstein“ weiterlesen
Das Perdöller Mandl
Nahe den Bauernhöfen von Tarnell liegt der Hof Partnetz, auf welchem einst ein gar ungerechter Bauer saß. Dieser verkaufte unter anderen ein Stück Wald seines Nachbars und schwor, als er darüber zur Rechenschaft gezogen wurde, daß es sein Eigentum gewesen sei. Bald darauf starb er. Seit dieser Zeit hört man ihn oft im Walde zur„Das Perdöller Mandl“ weiterlesen
Die Hexe von Tschengls
In Tschengls lebte einst eine weitum gefürchtete Hexe. War auch der Himmel glashell und kein kreuzergroßes Wölklein daran, so kam doch gewiß binnen mehreren Minuten ein schreckliches Ungewitter, wenn die Alte mit ihrem breitkrempigen Hut geschäftig dem Berg zueilte. Dann sah man sie oft auf einem Bock den Hagelwolken voranreiten oder in Gesellschaft von anderen„Die Hexe von Tschengls“ weiterlesen
Unser Liebe Frau von Tschengls
Im Jahre 1624 wurde zu St. Maria im Engadin von den Reformierten ein Muttergottesbild in den Rambach geworfen, der aus dem Tauferer Tal in die Etsch mündet. Bald darauf bemerkten Berghirten in der Nähe der Etsch zur Nachtzeit einen wunderbaren Glanz. Als sie das Licht öfters sahen, gingen sie darauf zu und fanden dort das„Unser Liebe Frau von Tschengls“ weiterlesen