Vom Kasermandl

Zwei Kinder gingen im Spätherbst in den Wald, um Holz zu sammeln. Als es schon dunkel wurde, kamen sie zu einer Hütte, vor der ein altes Mannl stand. Dieses lud die Kinder in sein Stübchen ein, wo sie reichlich zu essen und zu trinken bekamen. Darnach fingen die Kleinen zu schlafen an und schliefen den ganzen Winter hindurch. Die besorgten Eltern suchten ihre Lieblinge lange vergebens.

Als im „Langes“ die Knechte in den Wald gingen, sahen sie zwei kleine Schläfer: Es waren die Kinder, die im Herbst nicht mehr heimgekommen waren. Die Männer schlugen vor Freude die Hände zusammen; davon erwachten die Kleinen und taten, als hätten sie nur so ein Stündlein im weichen Moos geschlummert. Freilich war es das Kasermannl, welches sie gelabt und gehütet hatte.

Quelle: Heyl, Johann Adolf, Volkssagen, Bräuche und Meinungen aus Tirol, Brixen 1897, S. 612

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Veröffentlicht von josefauer.com

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