Die Pferde verschmähen das geraubte Futter

Die Ministerialen der Kirche Brixen waren zwieträchtig geworden untereinander, und der eine Teil ritt dem andern mit großem Zorn und vielem Gesinde nach und fand ihn in der Kapelle des hl. Georg in Taisten, wo er sich zur Wehr setzte. Also stritten sie und erschlugen einander viel Volkes.

Da kam der selige Bischof Hartmann zu ihnen und mahnte sie durch Gottes Willen zum Frieden. Die Ritter taten nach seinen Worten. Es lag aber ein großer Haufen Futters vor der Kapelle, das die Herren vorher in den Dörfern geraubt hatten. Des Bischofs und seiner Reisigen Pferde waren da müde von dem schnellen Reiten und bedurften des Futters. Die Herren legten das geraubte Futter den Tieren vor, diese aber scheuten den Raub und rührten durch Gottes Verhängnis nichts davon an. Und der Bischof gebot den Räubern, das Futter zurückzugeben.

Quelle: Heyl, Johann Adolf, Volkssagen, Bräuche und Meinungen aus Tirol, Brixen 1897, S. 560

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Veröffentlicht von josefauer.com

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