Auf dem Rindlerbühel in Saalen im Pustertal erschien die Muttergottes öfters in blauem Gewande den Kindern; besonders gern verkehrte sie mit Hirtenkindern. Einmal pflügte der Tanglbauer, dem der Bühel gehörte, ein uraltes hölzernes Loretobild aus dem Boden und brachte dasselbe in seine Behausung. Aber am andern Tag war das Bild wieder auf dem Rindlerbühel. Als sich das wiederholte, erkannte man, daß die Muttergottes den Rindlerbühel zu ihrem Gnadensitz auserkoren hatte, und der Pfarrer Benedict Achmüller von St. Lorenzen baute 1652 an der Stelle, wo das Bild aus dem Boden gepflügt worden war, die gegenwärtige Wallfahrtskirche.
Quelle: Heyl, Johann Adolf, Volkssagen, Bräuche und Meinungen aus Tirol, Brixen 1897, S. 550