Die Marlingerin

Zu Marling, einem Pfarrdorfe, eine Stunde seitwärts unter Meran am rechten Etschufer, geht die Sage, daß früher die dortige große Kirchenglocke die von Hexen und selbst von dem Teufel die gefürchtetste Wetterglocke war. Die „Marlingerin“ hieß sie, und wenn bei wildem Wetter ihr Ton gehört wurde, da fürchtete sich niemand außer der genannten Sippschaft. Auf der Glocke stand gegossen:

Anna Maria hoaß ich,
Alle Wetter verstoaß ich,
Alle Wetter vertreib ich,
In Marling, da verbleib ich.

Sie sprang vor Jahren und mußte umgegossen werden; der Glockengießer vergaß die alte Schrift, und mit derselben gingen auch die Eigenschaft der Glocke und das gewaltige Vertrauen auf sie zugrunde.

Quelle: Deutsche Alpensagen. Gesammelt und herausgegeben von Johann Nepomuk Ritter von Alpenburg, Wien 1861, Nr. 272

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Veröffentlicht von josefauer.com

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