Der Schwarze Mann

An der Stelle des heutigen Spitals stand in Mals einst das alte Gamperhaus. Darin rumorte es in manchen Nächten so, daß niemand dort zu wohnen wagte. Da kam einmal ein müder Wanderer, der sonst kein Obdach fand, und übernachtete im leeren Hause. Als er in der Stube auf der Ofenbank lag und einschlafen wollte, flog um elf Uhr die Tür auf, und ein großer, ganz schwarzer Mann trat ein, öffnete einen Kasten und blätterte lange in Papieren und Büchern. Da rief der Wanderbursche, ein kecker Gesell, ihm zu: „Hast nicht bald genug?“ Da ging der Schwarze auf ihn zu und drückte ihn an die Mauer. Der Geängstigte schrie jetzt: „Jesus, Maria! du erwürgst mich.“ Da war der Geist verschwunden. (Mals.)

Quelle: Zingerle, Ignaz Vinzenz, Sagen aus Tirol, 2. Auflage, Innsbruck 1891, Nr. 444, S. 253

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Veröffentlicht von josefauer.com

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