Der Geist des Edelknechtes

In der Nähe der Burg Durnstein oder Thurnstein nächst Schloß Tirol und Algund spukt noch der Geist eines jungen Edelknechtes, den ein Bolzen tödlich traf, welchen die Eifersucht des Gemahles der Regentin Margarethe Maultasch, zu der jener angeblich seine Augen erhoben, abgeschossen hatte.

Die Sage verschweigt, ob dem Jüngling Recht oder Unrecht geschah. Man vernimmt in der Mitternachtsstunde in der Umgebung des Schlosses und unter den Weinlauben und Baumgruppen süßes, melancholisches Zitherspiel, ohne je den Spieler zu erblicken. Geht man dem Klange nach, so verstummt er entweder, oder er wird von anderer Seite her vernehmbar, und wendet man sich nach jener Richtung zu, so schweigt er wieder dort. Dieser unsichtbare Zitherspieler ist kein anderer als der Geist des getöteten Edelknechtes.

Quelle: Deutsche Alpensagen. Gesammelt und herausgegeben von Johann Nepomuk Ritter von Alpenburg, Wien 1861, Nr. 258.

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Veröffentlicht von josefauer.com

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