Drei Jahre hintereinander schauerte es in Latzfons und Villanders alles nieder, es half kein Beten und kein Bitten. Da sagte der Geistliche, ob sie denn nirgends einen Herrgott hätten, dem gar keine Ehre angetan werde. Sie fanden im Gerümpel einen Herrgott und gingen mit ihm in Prozession. Dreimal sagte er, als sie ihn niederstellen wollten: „Nein, da nicht!“ immer weitergehend, kamen sie hinauf auf die Alm und stellten ihn dort nieder, und da sagte er nichts mehr.
Hier oben stellten sie das Kreuz auf, wo es heute noch steht, weit und breit bekannt, das Latzfonser Kreuz. Alljährlich gingen dahinauf die Bauern von Latzfons, Villanders und vom Ritten wallfahrten.
Quelle: Heyl, Johann Adolf, Volkssagen, Bräuche und Meinungen aus Tirol, Brixen 1897, S. 114