Das Kühtreiberle

In Pirstall, einer Alm in St. Peter in Ahrn, wurde manchmal die Rinderherde zu unrechter Zeit von der Almhütte fortgetrieben. „Das hat halt das Kühtreiberle getan“, sagten dann die Leute, denn man hörte weithin jenes eigentümliche „Läuten“ der Kuhschellen und Glocken, das den Eindruck machte, die Herde laufe und springe über Stock und Stein dahin und es müsse jemand dahinter sein.

Weit hinauf ins Gebirge wurden die Tiere gejagt, und ging man nach, sie zu suchen, so wurden sie an Stellen gefunden, wohin sie zu führen der kühnste Hirte nicht gewagt hätte. Doch die Herde war stets vollzählig und unversehrt. Bisweilen aber hat man ihn gesehen, den Schelm, welcher der unbefugte Hirte war; hinter Steinen hat er hervorgeguckt, oder er hat dort, wo ein „Platz“ (flache Stelle) gegen einen Abgrund aufhört, sein Köpfel emporgestreckt und verschmitzt gelacht.

Quelle: Heyl, Johann Adolf, Volkssagen, Bräuche und Meinungen aus Tirol, Brixen 1897, S. 612

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Veröffentlicht von josefauer.com

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