Die Kirche zu St. Peter in Gratsch oberhalb Meran ist angeblich die älteste der ganzen Umgegend und soll, wie man erzählt, noch von den Zwergen erbaut worden sein. Aber es war ihnen kein leichtes, diese Kirche zu erbauen. Denn sobald ihr Bau nahe bis zur Aufsetzung des Daches fortgeschritten war, warfen ihnen die drüben auf„Zwerge bauen eine Kirche“ weiterlesen
Monatsarchiv:Dezember 2021
König Laurins Rosengarten
Vom Rosengarten oder den Rosengärten des sagenhaften Zwergen Laurin in der Umgegend von Meran und namentlich der Burg Tirol ist vielfach in Schriften die Rede. Die Benennung Rosengarten für manche Berggegend begegnet vielfach nicht nur in Tirol, sondern auch anderswo, z. B. in Thüringen, auch in Italien usw. Der Reiz des Stoffes, ja selbst des„König Laurins Rosengarten“ weiterlesen
Wasser versenken
Am Unterberge bei Meran steht an einer wüsten Lehmmure der Winklerhof. Vorzeiten war dort ein herrlicher, fruchtbarer Weinberg, in dem eine starke Quelle sprang, welche die weite Gegend umher tränkte. Viele Leute labten sich an ihr, viele holten auch das Wasser zur Tränkung ihres Viehs oder nahegelegener Gärten oder zum Garnbleichen, weil es das beste„Wasser versenken“ weiterlesen
Die drei Ritter
Vor beiläufig siebzig Jahren saß der Neuberger Baumann (Schloss Trautmannsdorff) mit seinem Gesinde noch spät abends in der Bauernstube. Da hörte man plötzlich ein Geklirre und Gestampfe, als ob einige Reiter im Schloßhofe wären. Anfangs glaubte man jedoch, es fehle am Ziehbrunnen etwas und es klirre die eiserne Zugkette daran so, und deßhalb giengen der„Die drei Ritter“ weiterlesen
Der Schatz vom Ottmannhof
Eine kleine Strecke außer dem Vinschgauer Tor liegt der Ottmannhof, in dem ein Schatz verborgen sein soll. Deßhalb ist es auch nicht immer geheuer. Bei helllichtem Tage geht es oft um, grammelt Brot oder treibt andere Dinge, und niemand sieht, wer dies tut. Vor beiläufig 50 Jahren arbeiteten Leute im Weinberge, der zwischen dem Ottmannshaus„Der Schatz vom Ottmannhof“ weiterlesen
Jutta von Braunsberg
Gegen Ende des 13. Jahrhunderts zog ein Ritter von Braunsberg in den Krieg und ließ seine junge, bildschöne Frau Jutta unter dem Schutze des Burgvogtes zurück. Dieser entbrannte jedoch in sündiger Liebe zur edlen Schloßfrau, die aber alle seine Anträge zurückwies. Darob ergrimmt, klagte er später, als der Schloßherr zurückkehrte, Jutta der Untreue an. Dieser„Jutta von Braunsberg“ weiterlesen
Die Edelfrau Jutta von Braunsberg
Bei Lana im Etschtale steht noch Burg Braunsberg, woselbst ein altes Gemälde eine alte Sage verewigt. Ein Ritter des Geschlechtes zog gegen Ende des zwölften Jahrhunderts nach Palästina, seine junge Gemahlin Jutta allein zurücklassend. Der böse Burgvogt aber wagte verwegene Anträge und wurde gehörig abgewiesen. Der Verworfene rächte sich auf schändliche Weise, indem er den„Die Edelfrau Jutta von Braunsberg“ weiterlesen
Die große Glocke von Lana
Diese Glocke hatte einst einen so hellen und schönen Ton, daß man sie bis Innsbruck hörte. Ein König wollte sie deshalb kaufen und mit Gold aufwägen. Die Bauern wollten aber von dem Handel nichts wissen, weil die Glocke gegen das böse Wetter gar gut war. Dies ärgerte den stolzen König so sehr, daß er einen„Die große Glocke von Lana“ weiterlesen
Vom Ursprung der Norggen und Nörggelen
Nicht alle bösen Engel, welche dem Luzifer anhingen und darum aus dem Himmel vertrieben wurden, kamen in die Hölle. Viele – die sich nur hatten aufreden lassen und nicht eigentlich böse waren – blieben nämlich beim Sturz aus dem Paradies an Bergen und Bäumen hängen und wohnten seither auf der Erde – in hohlen Bäumen„Vom Ursprung der Norggen und Nörggelen“ weiterlesen
Die Marlingerin
Zu Marling, einem Pfarrdorfe, eine Stunde seitwärts unter Meran am rechten Etschufer, geht die Sage, daß früher die dortige große Kirchenglocke die von Hexen und selbst von dem Teufel die gefürchtetste Wetterglocke war. Die „Marlingerin“ hieß sie, und wenn bei wildem Wetter ihr Ton gehört wurde, da fürchtete sich niemand außer der genannten Sippschaft. Auf„Die Marlingerin“ weiterlesen
Der Lebenberger
Fast in der Mitte des Marlinger Berges bei Meran erhebt sich die stattlich schöne Burg Lebenberg, von manchen auch Löwenberg genannt und geschrieben. Man erblickt in tiefer Ferne des Passeiertales vom Turm des Lebenberger Schlosses die alte Jaufenburg, und es geht die Sage, daß bei festlichen Gelegenheiten und insonderheit dann, wenn auf des Landesfürsten Wohl„Der Lebenberger“ weiterlesen
Vom alten Gerichtshaus in Marling
Wo heute der Marlinger Kirchplatz sich ausbreitet, stand einst der alte Fraun- oder Fronhof, im Volke das „alte Gerichtshaus“ genannt. In diesem alten Gebäude gab es große Gewölbe und Keller, die früher einmal als Kerker gedient haben. Als einmal eine Bewohnerin dieses Hauses in eines dieser Gewölbe hinabstieg, um Holz zu holen, stand plötzlich ein„Vom alten Gerichtshaus in Marling“ weiterlesen
Der Norgg beim Kofler in Marling
Beim Kofler auf dem Marlinger Berg hauste ein Norgg, der die Viehmagd auf jede mögliche Weise neckte. Er zog sie bei den Zöpfen herum und schlug sie oft so, daß sie laut aufschrie. Nach drei Jahren hielt sie diese beständigen Plackereien nicht mehr aus und verdingte sich an einen anderen Bauern jenseits des Tales. Als„Der Norgg beim Kofler in Marling“ weiterlesen
Die Kapelle St. Felix bei Marling
Ober Marling auf dem Berg liegt eine kleine gotische Kapelle zum hl. Felix. Unter dem Fußboden derselben ist ein Teichlein, dessen Wasser für besonders heilsam gehalten wird. Mit einem langstieligen Schöpfer langt man durch eine Öffnung, welche im Boden zu diesem Behufe gemacht wurde, und wäscht sich mit dem Wasser den Kopf; das soll gut„Die Kapelle St. Felix bei Marling“ weiterlesen
Der Geist des Edelknechtes
In der Nähe der Burg Durnstein oder Thurnstein nächst Schloß Tirol und Algund spukt noch der Geist eines jungen Edelknechtes, den ein Bolzen tödlich traf, welchen die Eifersucht des Gemahles der Regentin Margarethe Maultasch, zu der jener angeblich seine Augen erhoben, abgeschossen hatte. Die Sage verschweigt, ob dem Jüngling Recht oder Unrecht geschah. Man vernimmt„Der Geist des Edelknechtes“ weiterlesen
Das Nörggele auf der Mutspitze
In letzter Zeit ist es schon länger nicht mehr gesehen oder gehört worden, das Nörggele von der Mut, aber einstmals soll es gar nicht so selten gewesen sein, daß man ihm begegnete. Haare und Kleider eisgrau, so zeigte es sich den überraschten Leuten. Und wenn es einmal besonders schön und sonnig war, stieg es wohl„Das Nörggele auf der Mutspitze“ weiterlesen
Die Teufelsbeschwörung
Zwei Bauernburschen von Algund verabredeten sich mit einem Studenten, in Gemeinschaft den Teufel „Geld bringen“ zu machen. Der Student bestellte beide in einer bestimmten Nacht auf die „Moserlahn“, wohin sie mitbringen mußten einen nagelneuen, noch nie gebrauchten Melter (Melchstutz), ein frischgelegtes Ei, ein Stück ungewaschene Butter und noch einige ihnen von dem Studenten behändigte, heimlich„Die Teufelsbeschwörung“ weiterlesen
Die Brüder von Forst
Unweit Algund und Meran, jenseits der Etsch, liegt das Dorf Vorst oder Forst, und dabei herrliche Burgtrümmer, die zum Teil noch bewohnt sind. Ein trauriges Ereignis brachte die stattliche Burg in Verfall. Zwei Brüder bewohnten dieselbe und spielten einst miteinander in einem Gemache der Burg. Das Spiel entzweite sie, fachte wütende Leidenschaft in beiden an,„Die Brüder von Forst“ weiterlesen
Das schweigsame Nörggele von der Innerstalm
Auf der Innerstalm in Passeier lebte vorzeiten ein Nörggele, das wohl öfters zu den Almleuten und Hirten hinkam, aber nie ein Wort sagte. Mit den Händchen in den Hosen stand es da und schaute schweigend den Leuten zu. Und diese hatten sich so sehr an das schweigende Männlein gewöhnt, daß sie auch nichts sagten und„Das schweigsame Nörggele von der Innerstalm“ weiterlesen
Das Nörggele auf Askeles
Auf Askeles war ein gar wilder und böser See. Warf man einen schwarzen Stein hinein, so entstand Regen, wenn einen weißen, so hagelte es. Man hörte das Wasser oft weithin brausen. Beim See wohnte ein böses Nörglein. Einmal waren auch ein Senner und eine Sennerin oben. Als letztere eines Abends zum See ging, um das„Das Nörggele auf Askeles“ weiterlesen
Der Hexentanz auf Gandellen
Auf den Gandellen liegt ein großer Stein, der im Munde der Talbewohner Hexenstein heißt. Er hat den Namen daher, weil seit undenklichen Zeiten auf ihm die Vorsteherin der Hexenzunft wohnt. Sie ist ein uraltes, häßliches Weib mit bösen Augen, blauen Lippen und struppigen Haaren. In der Hand führt sie einen stumpfgekehrten Besen, und ein weißgrauer„Der Hexentanz auf Gandellen“ weiterlesen
Die Schlechtwetterpfanne
Zwei Passeirer Bauern kehrten von einer Wallfahrt in ihre Heimat zurück. Der Weg führte sie an einer armen Hütte vorbei, und weil sie müde und hungrig waren, gingen sie hinein. Es war aber nur ein Mädchen in der Hütte, Sie fragten das Kind, ob die Mutter nicht daheim sei. „Nein“, antwortete das Kind, „die Mutter„Die Schlechtwetterpfanne“ weiterlesen
Der verschuldete Bauersmann
Ein Bauer hatte sein ganzes Vermögen „verwusert“ und viele Schulden gemacht, so daß ihm von vielen Seiten die Bezahlung abgefordert wurde. In dieser Not entschloß er sich, zu einem berüchtigten Hexenmeister zu gehen, welcher schon vielen aus einer ähnlichen Verlegenheit geholfen hatte, Als er zu dem Manne gekommen war und ihm sein Anliegen vorgetragen hatte,„Der verschuldete Bauersmann“ weiterlesen
Der Teufel holt einen Meineidigen
Die Schennaer besitzen schon seit undenklichen Zeiten zwei schöne Almen in Hintersee. Zu denselben sind sie aber nicht auf gerechte Weise gekommen. Zuerst trieben sie lange Zeit das Vieh nur mietweise auf, später kehrten sie den Stiel um und sagten, die Alm gehöre ihnen. Nun gab’s einen langen Prozeß, denn die Hinterseer wollten auch ihr„Der Teufel holt einen Meineidigen“ weiterlesen
Der Lorgg von der Hinterseealm
Auf der Hinterseealm kam allnächtlich ein Norgg oder Lorgg zu einer bestimmten Hütte. Burschen, die seinen Gang ausgespäht hatten, setzten sich einmal am Abend mit keckem Trotz in dieser Hütte fest, um zu sehen, was er mache, wenn er diese schon besetzt fände. Als der Lorgg kam und die Burschen in der Hütte versteckt fand,„Der Lorgg von der Hinterseealm“ weiterlesen
Der Geist von Pill
Es war einmal bei Pill ein Org, der sich bald da, bald dort sehen ließ, späten Nachtwanderern aufpaßte, sie ansprang und schrecklich zusammendrückte. Eines Abends ging ein Bauer, der den ganzen Tag in der Mühle gearbeitet hatte, mit einem Sacke Mehl belastet, nach Hause. Da dachte er sich, wie er so hinwanderte: Wenn heute etwa„Der Geist von Pill“ weiterlesen
Das Mädchen am Kalmbach
An den Sonntagen in der Fastenzeit, sieht man am Kalmbach, da, wo er sich in die Passer ergießt, ein blasses Mädchen sitzen und traurig nach den letzten Strahlen der Abendsonne blicken. Wenn diese verschwinden, wäscht jener Geist sich hastig einen Blutfleck von der Wange, der jedoch nicht vergeht, obgleich das abrinnende Wasser wie Blut gefärbt„Das Mädchen am Kalmbach“ weiterlesen
Der Schweinstrog
In der Seberalm hat ein Schneeberger Knappe vor uralten Zeiten einen Schweinstrog voll Geld unter einem Steine versteckt. Oft wollten Leute diesen Schatz heben, doch lange vergebens. Erst im vorigen Jahre ist der Trog fortgekommen. Denn als zwei Bauern im vorletzten Herbst (1857) die Steinplatte suchten, war dieselbe nicht mehr zu finden. An ihrer Stelle„Der Schweinstrog“ weiterlesen
Die Sage vom Bergwerk Schneeberg
Die Erzgruben am Schneeberg wurden schon zu Anfang des 15. Jahrhunderts eröffnet, denn Anno 1450 zählte man daselbst bereits 50 alte und 19 neu eröffnete Gruben mit über 100 verlegenen Bauen. Nach der Sage schreibt man diesem hochgelegenen (2450 m) Bergbau in ewiger Eis- und Gletscher-Region folgende Entdeckungsgeschichte zu. Einst zog ein wilder Jäger aus„Die Sage vom Bergwerk Schneeberg“ weiterlesen
Der Lorgg am Schneeberg
Wenn’s hoch am Schneeberg friert und schnei’t,Da fühlt der Lorgg wohl HerzeleidDoch weiß er Rath. Am Hintersee die Alphütt‘ nett,Da d’rinn liegt Heu – ein warmes Bett,Trotz Schnee und Wind. Das ist dem Lorgg ein liebes Haus,Da geht er täglich ein und aus,Und bleibt die Nacht. Einst kam der Lorgg – kein Platz ist mehr:Vier„Der Lorgg am Schneeberg“ weiterlesen
Der Schneeberger Norgg
Am Schneeberg trieb ein Norgg sein Wesen, der war einer Kuhdirn auf einer Alm gar sehr behilflich mit Hütenhelfen und mit Verrichtung von allerlei vorkommenden Stallarbeiten, dafür setzte sie ihm täglich ein Näpfchen frische und gute Milch hin. Allein: mochte nun der Norgg dieser Dirn einen Possen gespielt haben, oder sie sonst unwirsch auf ihn„Der Schneeberger Norgg“ weiterlesen
Das Nörggele von Saltnuss
Zu Saltnuss in Passeier lebte vorzeiten ein dienstfertiges Männlein. Dem mußte man am Abend das Korn nur in die Mühle stellen – am Morgen darauf war es dann sicher zu Mehl verarbeitet! Auch sonst ließ es sich recht gern gebrauchen. Und wenn es einmal nichts zu tun hatte, kam es zu den melkenden Mägden in„Das Nörggele von Saltnuss“ weiterlesen
Der Wilde Mann im Passeier
Beim hangenden Ferner hauste ein wilder Mann. Er war so groß, daß er Stutzen (Beine) wie Bäume hatte und in drei Hüpfen vom hangenden Ferner nach Plan sprang. (Passeier) Quelle: Sagen aus Tirol, Gesammelt und herausgegeben von Ignaz Vinzenz Zingerle, Innsbruck 1891, Nr. 169, S. 105
Von der Imist-Kaser in Pfelders
In der Imist-Kaser, die im Tal Pfelders liegt, geht eine Sennin als Gespenst um. Leute, die dort über Nacht blieben, sahen oft die Sennin. Sie machte Feuer und kochte dabei, oder sie spülte die Butten und Schaffe. Einmal hatten Wildschützen, die in aller Früh auf die Jagd gehen wollten, ihre Nachtherberge in der Imist-Kaser genommen.„Von der Imist-Kaser in Pfelders“ weiterlesen
Der Übelsee bei Stuls
Nicht weit von Stuls liegt auf einer schönen Alm der übelsee. Er hat seinen Namen nach dem üblen Ruf erhalten, in dem er steht, da er nämlich von Hexen bewohnt sein soll. Wie man sagt, soll der Boden dieses Sees aus lauter Erz bestehen und sich auf seinem Grunde sehr viel Gold befinden. Vor Zeiten„Der Übelsee bei Stuls“ weiterlesen
Die Harmelen wandern aus
Zwischen Passeier und Pens am Jochübergang, war vorzeiten eine wunderschöne Alm. Auf dieser Alm aber war es nicht geheuer. Die Leute hatten vor den Nörkelen keine Ruhe, die alles aushoben und in Unordnung brachten und zur Nachtzeit polterten und lärmten. Nicht selten kamen auch die „Harmelen“ in großer Menge und drangen in die Hütten ein.„Die Harmelen wandern aus“ weiterlesen
Der Jaufengolderer
In Tirol gibt es mehrere begnadigte Orte, wo man „im Schlaf reich werden kann“. Ein solcher Ort ist droben auf dem Jaufen, am Übergange zuhinterst des Passeiertales nach Sterzing zu, wo sich mancher hingelegt, den Hut oder die Mütze neben sich gestellt und, als er erwachte, blankes Gold drinnen gefunden hat, das freilich vorerst in„Der Jaufengolderer“ weiterlesen
Die Nörggelen auf Woalda
Auf „Woalda“ waren noch böse Nörglein, welche drei Dirnen, wenn sie molken, die Melkstühle ausunterzogen und hell auflachten, wenn die Madlen im Mist lagen. (Passeier.) Quelle: Sagen aus Tirol, Gesammelt und herausgegeben von Ignaz Vinzenz Zingerle, Innsbruck 1891, Nr. 109, S. 69
Der gute Herr Graf
Der gute Herr Graf Karl Graf Fuchs von Fuchsberg, der um 1600 lebte, war ein großer Wohltäter des Passeiertales und wurde schon zu seinen Lebzeiten fast wie ein Heiliger verehrt. Die Bauern fanden bei ihm stets eine offene Kasse und erhielten von ihm bereitwillig Darlehen zu sehr mäßigen Zinsen; auch vergab er alle Herrschaftsgüter „nach„Der gute Herr Graf“ weiterlesen
Der Weg über den Jaufen
Ein Graf Fuchs sah oft ein Weib mit einem Körbchen Eier an seinem Schloß Jaufenburg vorbeigehen. Er fragte sie einmal, wohin sie denn so oft gehe, und als er hörte, daß sie immer über den Jaufen steige, sprach er: „Ist der Weg etwas nutz?“ Sie klagte gewaltig über den schlechten fast ungangbaren Steig. Da war„Der Weg über den Jaufen“ weiterlesen
Das Bettelweib auf der Jaufenburg
Die Herrschaft vom Schloß Tirol war nach Gereut im Passeiertal in die Sommerfrische gegangen und veranstaltete dort im Königssaal ober dem Schildhof Untergereut oder Baumkirch ihre Tanzunterhaltungen. Dazu war nun einmal auch die Herrschaft der Jaufenburg eingeladen worden. Bevor aber diese das Schloß verließ, trug die Herrin von Jaufenburg ihrer Köchin auf, um die und„Das Bettelweib auf der Jaufenburg“ weiterlesen
Der Geist auf der Jaufenburg
Oberhalb St. Leonhard in Passeier ragen die Trümmer der uralten Jaufenburg aus dem Walde empor. Zu manchen Zeiten wird in diesen alten Mauern ein blasses Fräulein erblickt, das aus den Fenstern der Burg herausweint. Das Fräulein hat blonde Locken, die ihm bis zu den Füßen reichen und geisterhaft im Winde wehen. Der Geist blickt stets„Der Geist auf der Jaufenburg“ weiterlesen
Die Frau im Feuer
Einmal ging in einer stockfinsteren Nacht ein Bauer taleinwärts nach St. Leonhard. Als er hinter dem HL-Grab-Kirchlein bei der Wegscheide in die Wiesen kam, bemerkte er plötzlich ein kleines Licht in der Ferne, das aber immer größer und größer wurde, und als sich der Mann der Kapelle, wo die Totenrast ist, näherte, loderte auf einmal„Die Frau im Feuer“ weiterlesen
Die Heiligkreuz-Kapelle unter der Jaufenburg
Als Hildebrand Fuchs von Fuchsberg zu Jaufenburg, Hauptmann zu Kufstein, einst eine Wallfahrt nach Jerusalem machte, kam er auf der Rückreise mit dem Schiff in große Gefahr unterzugehen. Da machte er das Gelübde, im Passeiertal dort eine Kirche zu bauen, wo ihm sein Pferd ein Zeichen geben würde. Als der Ritter wohlbehalten in die Heimat„Die Heiligkreuz-Kapelle unter der Jaufenburg“ weiterlesen
Das feurige Schwert im Passeier
Die Geburt außerordentlicher Männer wird oft durch auffallende Zeichen angekündet. Dies war auch der Fall beim Sandwirt. Als Andreas Hofer am 22. November 1767 gegen Mitternacht zur Welt kam, stand ob der Platterspitze ein merkwürdiger Stern, der die Gestalt eines Schwertes hatte und gerade auf das Sandwirtshaus herabstrahlte. Damals wußten die guten Leute nicht, was„Das feurige Schwert im Passeier“ weiterlesen
Das feurige Schwert
In der Nachtstunde zwischen 11 und 12 Uhr am 22. September des Jahres 1767, sahen die Leute von St. Leonhard in Passeier oberhalb der Platterspitze einen merkwürdig geformten Stern am Himmel stehen. Er hatte die Gestalt eines feurigen Schwertes und strahlte gerade auf das Sandwirtshaus herab. Niemand wußte, was das bedeuten sollte – die meisten„Das feurige Schwert“ weiterlesen
Der alte Herr und das Gschloss
Über Sankt Martin im Passeiertale steht ein alter Schildhof, Steinhaus geheißen, die Leute nennen das Haus nur „das Gschloß“. Darinnen wird von Zeit zu Zeit ein alter Herr in altfränkischer Tracht erblickt, welcher nachts im ganzen „Gschloß“ herumgeht, als ob er etwas suche, und dann in einem Gange, der keine Tür und keinen Ausgang hat,„Der alte Herr und das Gschloss“ weiterlesen
Die Sixengeister
Bei Sixen, einem Hofe in Passeier, gingen mehrere Geister um, die man Sixengeister hieß. Einmal rief so ein Sixengeist: „Wo soll ich den Stein hinwerfen? wo soll ich den Stein hinwerfen?“ Ein mutwilliger Bauernbursche erwiderte ihm: „Dort, wo du ihn aufgeklaubt hast.“ Der Geist tat es und war erlöst. (Passeier.) Quelle: Zingerle, Ignaz Vinzenz, Sagen„Die Sixengeister“ weiterlesen
Das Kammerveiter Nörggele
Zu Kammerveit in Passeier hielt sich viele Jahre hindurch ein Nörgl auf. Einmal wurden auf diesem Hofe Küchel gebacken und man ließ die Eierschalen auf dem herde liegen. Als das Nörglein dies sah, sprach es: „I bin schon alt, i bin schon alt und weiß Kammerveit neunmal Wies und neunmal Wald, aber so viel Hafelen„Das Kammerveiter Nörggele“ weiterlesen
Er wusste sein genaues Todesjahr voraus
Im Jahre 1741 wurde P. Eusebius Payr, der 1739 bis 1742 in St. Martin als Kooperator wirkte, zu einem Mann ins Altersheim gerufen, der zum Sterben war. Der Mann war 68 Jahre alt, sah einem Geiste gleich, hatte ein spitziges Gesicht, das von einem langen grauen Bart umrahmt war, und wurde allgemein als der „Tamper“„Er wusste sein genaues Todesjahr voraus“ weiterlesen
Das heilige Blut zu St. Martin in Passeier
In der Pfarrkiche zu St. Martin wird das hl. Blut hoch verehrt. Ein Priester hatte bei der hl. Messe Zweifel über die wirkliche Gegenwart Christi im hl. Altarsakramente. Da schäumte das hl. Blut über den Rand des Kelches auf das weiße Altartuch herunter und belehrte den Zweifler. Ein Stück dieses Tuches, das vom hl. Blute„Das heilige Blut zu St. Martin in Passeier“ weiterlesen
Das alte Mörderhaus von Saltaus
Es gingen zwei Wanderer aus dem Inntal über den Jaufen nach Meran. In Saltaus machten sie bei einem Glas Wein aus, sich hier an einem bestimmten Tag auf dem Heimwege wieder zu treffen. Hierauf nahmen sie voneinander Abschied. der eine ging nach Schenna, der andere nach Meran. Der letztere kam am Vorabend des für ihre„Das alte Mörderhaus von Saltaus“ weiterlesen
Der wilde Mann und die Langtüttin
Die Langtüttin und der wilde Mann kamen oft im Pillerberg, Laner genannt, dort, wo jetzt noch der weiße Stein liegt, zusammen. Vom Ferner bis zu dieser Stelle machten sie nur drei Schritte. Noch sieht man vom wilden Manne die einundeinhalb Spannen breite Fußstapfe. Sein Stecken drückte dem Sesselstein, auf dem er lehnte, eine solche Vertiefung„Der wilde Mann und die Langtüttin“ weiterlesen
Die Kellerlahn
Kellerlahn ist der Name einer gefährlichen Talstelle im Passeiertale, dort stürzen oft sogenannte „nasse Muren“ als Schlammströme nieder, und schon mancher fand durch sie seinen Tod. Die Sage geht, daß dort einst ein blühendes Gefilde lag. Einst wollte eine Bauernfrau, die wieder aus den Wochen war, nach dem nächsten Dorfe gehen und sich von dem„Die Kellerlahn“ weiterlesen
Die entdeckte Hexe
Vor beiläufig hundert Jahren ging es in einem Hof in Passeier nicht mit rechten Dingen zu. Das Vieh erkrankte oder erfiel, und selbst aus dem besten Rahm gab es keine Butter. Diese Hexereien wurden endlich dem Bauer zu arg, und er beschloß, denselben ein Ende zu machen. Er sprach deshalb eines Tages zu seinen Leuten:„Die entdeckte Hexe“ weiterlesen
Die Hexe und der Kapuziner
Einmal ging eine Hexe in sich und beichtete einem Kapuziner ihre Freveltaten. Unter anderen Sünden bekannte sie auch, daß sie oft die Butter aus fremden Kübeln herausgezaubert habe und teilte dem Pater ihr Vorgehen dabei genau mit. Als dieser nach langer Zeit einmal an einem Bauernhause vorbeiging, wo soeben Butter geschlagen wurde, erinnerte er sich„Die Hexe und der Kapuziner“ weiterlesen
Der Wettermacher
Ein Knabe ging mit seinem Vater und einigen Bekannten über ein Bergjoch. Als sie auf einer schönen Bergwiese angekommen waren, setzten sie sich und redeten dies und jenes vom Wetter und Wettermachen. Als vom letztern die Rede war, sagte auf einmal der Knabe: „Wettermachen kann ich ja auch.“ Die andern erstaunten über diese Äußerung und„Der Wettermacher“ weiterlesen
Der Fuchsschuss
Ein Jäger hatte ein Gewehr so gerichtet, daß auch ohne sein Beisein der Schuß gerade auf das Luder hingehen mußte, wenn es berührt wurde. Etliche Nächte gingen vorbei, ohne daß dem Jäger durch den Knall des Gewehres das Eingehen einer Beute angekündigt wurde. Aber endlich einmal um Mitternacht, als der Jäger im tiefen Schlafe lag,„Der Fuchsschuss“ weiterlesen
Die Toten werfen Steine
In Passeier lebten vor Jahren mehrere Nachbarn, die immer genau ansagen konnten, wann es in der Gemeinde wieder eine Leiche geben und welchen Weg die Totengräber mit der Leiche kommen werden. Es warf nämlich in der Nacht an ihre Fensterläden kleine Steinchen mit solchem Getöse, daß sie davon aus dem Schlafe erwachten. ja, hie und„Die Toten werfen Steine“ weiterlesen
Der verstorbene Hirte
Auf einer Alm im hintersten Passeiertal erschien eines Abends eine große Kröte, kroch hin und her und patschte an die Tür der Sennhütte. Sobald die Hirten Feuer gemacht hatten, hüpfte sie eilig zu diesem hin, und obwohl man sie mehrmals zurückstieß, kehrte sie doch immer wieder zum Herdfeuer zurück und atmete dort tief ein. Die„Der verstorbene Hirte“ weiterlesen