Das Goldbrünnlein auf der Hochalpe

Ungefähr eine Stunde von der Furkel, über welche man von Enneberg nach Geiselsberg im Pustertal gelangt, auf dem Nordabhang der Hochalmspitzen, dort, wo der Wald den wildesten Felspartien den Platz räumt, sprudelt ein tagklares Brünnlein aus dem Boden. Es ist ein Goldbrünnlein, bei dem in früheren Zeiten die Venediger gerne zukehrten und Wasser in ihre„Das Goldbrünnlein auf der Hochalpe“ weiterlesen

Der Dreifingerschatz

Unter den mächtigen Zacken und Zinnen der Hochalm und des PizdaPeres, welche das Rautal vom Pustertal scheiden, ist an einer völlig unzugänglichen Stelle mitten in den Felsen ein Schatz verborgen, der von den benachbarten hochthronenden Bergspitzen seinen Namen Dreifingerschatz“ erhalten hat, Er blüht entweder am Abend vor Sommersonnenwende oder vor dem Hohen Frauentage, da die„Der Dreifingerschatz“ weiterlesen

Der Schatz in der Ruine Wolkenstein

In der Ruine Wolkenstein sollen, wie man sagt, ungeheure Schätze vergraben sein. Oft und oft schon haben Leute danach gegraben, konnten aber bislang nie etwas finden. Als einmal wieder ein paar Schatzgräber oben in den Ruinen des alten Schlosses herumstocherten und den Schatz für diesmal unbedingt zu finden hofften – koste es, was es wolle„Der Schatz in der Ruine Wolkenstein“ weiterlesen

Der blaue Stein auf der Alm Sennes

Vor vielen Jahren kam ein Bettelweib nach Enneberg mit einem halbgewachsenen Buben, den sie beim Färbermeister in St. Vigil zurückließ, daß er etwas Rechtes lerne. Denn der Meister brauchte gerade einen Handbuben. Der Knabe blieb auch da bei den Färbersleuten, zeigte sich anstellig bei der Arbeit und wuchs so nach und nach in des Meisters„Der blaue Stein auf der Alm Sennes“ weiterlesen

Das Venediger Männlein in Ras

Eine kleine halbe Stunde ober St. Vigil in Enneberg steht der Edelsitz Ras oder Rost, den die Herren gleichen Namens sich im 14. Jahrhundert erbaut haben. Unweit dieses Herrenhauses steht ein stattlicher Bauernhof. Dahin kam alle Jahre am Sonnwendabend im Sommer ein kleines, g’spassiges Bettelmännlein und blieb da über Nacht. Da wurden nach altem Brauch„Das Venediger Männlein in Ras“ weiterlesen

Wie die Salvangs Hochzeit halten

Eines Abends ging der Richter von St. Vigil in Enneberg von Abtei herab heimwärts, und weil er spät fortgegangen war, überfiel ihn die Nacht auf dem Wege. Und er schritt gerade durch den Plaieswald, wo es ohnehin nicht recht geheuer ist, als es ganz finster wurde. Da hörte er eine schöne Musik im Wald und„Wie die Salvangs Hochzeit halten“ weiterlesen

Der Salvang mit dem roten Röcklein

Im Gadertal sind die Schafställe wie anderswo oben in der Nähe der Wälder. Da haben nun die Waldmännlein, die Salvangs, die da und dort noch immer den Wald bewohnen, ihre Nachbarn, die gutmütigen Schäflein, vor allen andern Haustieren am liebsten und pflegen und hüten sie, als wären es ihre Kindlein. In Abtei oben hauste im„Der Salvang mit dem roten Röcklein“ weiterlesen

Der Lorgg von Abtei

Bei Abtei in Enneberg läßt sich hie und da ein gespenstiger Reiter sehen; bald trägt er seinen Kopf unterm Arm, bald hat er ihn auf wie ein gewöhnlicher Mensch, bald hat sein Pferd einen Kopf, bald wieder keinen. Gewöhnlich hat er einen flatternden, weißen Mantel an. Wenn ihm ein Mensch auf der Straße begegnet, so„Der Lorgg von Abtei“ weiterlesen

Ein Bauer wird vom Orco entführt

Durch den langen Plaieswald ging einst ein junger Bauer von Enneberg fröhlich heimzu. Da hörte er weit drinnen im Wald ein paar laute Juchezer und vermeinte, es seien Holzfäller. Nach Landessitte wollte er ihnen antworten und jauchzte auch ein paarmal, und zwar akkurat so, wie der andere gerufen hatte. Doch da fiel ihm mit Schrecken„Ein Bauer wird vom Orco entführt“ weiterlesen

Der Orco in St. Kassian

Ein Bursche aus St. Kassian ging einmal an einem Abend zu einem entfernten Hof, um dort sein Mädchen zu besuchen. Es fing schon an zu dunkeln. Da hörte er von ferne den Orco einzelne Rufe tun, doch er achtete nicht weiter darauf und setzte seinen Weg fort. Auf einmal sah er einen kleinen Wagen vor„Der Orco in St. Kassian“ weiterlesen

Der Orco in Enneberg und Abtei

Den eigentlich ennebergischen Lokalgeist, den Orco, stellen sich die meisten Leute als einen Teufel (le malang) in der Gestalt eines kleinen Vogels vor, der in der Nacht hinausjauchzt ungefähr wie ein Bäuerlein, wenn ihm der neue Wein einen Schwips angetan hat. Jui, jui, jui! tönt es oft durch den nächtlichen Wald. Wenn einer in seinem„Der Orco in Enneberg und Abtei“ weiterlesen

Der Drache auf dem Kreuzkofel

Auf dem Kreuzkofel südlich von St. Vigil in Enneberg hauste vorzeiten in einer finsteren Felsenkluft ein ungeheurer Drache. Der Leib war der einer riesigen Schlange, daran hatte das Ungeheuer aber vier ellenlange Füße mit scharfkralligen Pratzen und ein großmächtiges Flügelpaar. Der Rachen war so groß und weit, daß ein Mensch darin Platz hatte, und ein„Der Drache auf dem Kreuzkofel“ weiterlesen

Die wunderliche Katze

Ein Bauer in Zwischenwasser hatte eine Katze, die war kohlschwarz, und kein einziges weißes Haar war an ihr. Daher hieß er sie „Malang“, d.h. Teufel. Des Abends schlich die Katze immer vom Hause fort und kam immer erst am anderen Morgen wieder zurück. Weil sie aber gut Mäuse fangen konnte, behielt sie der Bauer doch;„Die wunderliche Katze“ weiterlesen

Die weiße Schlange in Enneberg

Vorzeiten lebte in Enneberg ein berühmter Schlangenbeschwörer, der die Gewalt besaß, alle Schlangen in weitem Umkreis auf einen bestimmten Platz hin zu bannen. Da gab es nun auf der Alm so viele Schlangen, daß die Hirten keinen Rat mehr wußten. Wenn das Vieh nach dem Fressen sich lagerte, krochen diese Tiere heran und unter die„Die weiße Schlange in Enneberg“ weiterlesen

Der Zauberer Christl da Ras

Südöstlich von St. Vigil in Enneberg zieht sich zwischen den trotzigen Dolomitriesen gute drei Wegstunden lang das Rautal bis zur Alpe Fodaravedla, über welche man nach Peutelstein und Ampezzo gelangt. Durch das Rautal gehen die Leute aber selbst bei Tag nicht gerne allein, denn das ganze Tal ist voll Ungeheuer und Gespensterspuk. In der Nacht„Der Zauberer Christl da Ras“ weiterlesen

Der Wunderdoktor von Enneberg

Vor 30 und mehr Jahren lebte in Enneberg ein Wunderdoktor, ein überaus kurioses Männlein, das seine Arzneikunst in geheimnisvolles Dunkel zu hüllen pflegte. Worte gebrauchte das Männlein nicht viel, es half sich dafür um so besser mit allerlei gespenstigen Zeichen. Die Leute hatten großes Vertrauen auf den sonderbaren Alten und riefen ihn gern zu Hilfe,„Der Wunderdoktor von Enneberg“ weiterlesen

Die Hexe mit der hölzernen Rippe

Es lebte einmal eine Bäurin in Enneberg, die eine Hexe war und in der Pfinztagnacht mit den Hexen ausfuhr. Hinter dem Kreuzkofel auf dem Hexenstein kamen sie zusammen und hielten ihr festliches Gelage mit Sang und Tanz. Und weil sie gern Braten schmausten, wurde abwechselnd die Reihe herum eine von ihnen geschlachtet, gebraten und wohl„Die Hexe mit der hölzernen Rippe“ weiterlesen

Die Hexe im Wirbelwind

Ein Bursche saß eines Tages auf der Wiese seines Vaters in Enneberg und schaute den Dienstboten des Nachbars zu, wie sie mit ihren Rechen im frischen, duftenden Heu hantierten. Denn es war ein heißer Tag, und das Heu mußte herein, bevor das Gewitter losbrach. Da fuhr auf einmal eine Windhose daher und fegte über die„Die Hexe im Wirbelwind“ weiterlesen

Die drei Hexen in Abtei

Einmal trug es sich zu, daß ein Bauer von Abtei aus dem benachbarten Wald heimwärts ging und von der Nacht überfallen wurde. Da kam ihm eine schwarze Katze entgegen, und weil er dem Tier nicht aus dem Weg ging, machte es feurige Augen, zog den Buckel in die Höhe und fauchte ihn grimmig an. Der„Die drei Hexen in Abtei“ weiterlesen

Sage vom Lec Sant

Auf der Aschgler Alm oberhalb St. Christina – die Grödner selbst nennen diese ihre Alm Mastlé – liegt ein kleiner, lieblicher Bergsee, der lec sant, d. h. heilige See. An der Stelle dieses Sees stand einst eine Kapelle. Doch die Hirten entweihten dieses Bergkirchlein in schändlicher Weise. Kaum aber war der häßliche Akt begangen, als„Sage vom Lec Sant“ weiterlesen

Legenden vom Kreuzkofel in Abtei

Der Kreuzkofel in Abtei ist eine versteinerte Legende. Es hat vorzeiten ein überaus frommer Einsiedler da oben gehaust und nur von Waldbeeren und wildem Honig gelebt, denn er war der Weltlust abgestorben und beschäftigte sich mit nichts anderem, als mit der Betrachtung des Leidens Christi und der Geheimnisse des heiligen Meßopfers. Der Waldbruder war aber„Legenden vom Kreuzkofel in Abtei“ weiterlesen

Grof da Sàcun

Der „Grof da Sàcun“ – gemeint ist der adelige Herr Gebhard von Stetteneck – ging einmal mit seinem Sohn Jakob auf die Suche nach einem angeblich in St. Jakob de Compostèla in Spanien lebenden Verwandten, ebenfalls einem Grafen, den sie auch dort wirklich antrafen. Dieser Graf hatte eine schöne Tochter, die sich sofort in den„Grof da Sàcun“ weiterlesen

Die große Glocke in Enneberg

Ein Ritter Rinkwein von Turnerötsch aus Welschellen ließ für die Pfarrkirche in Enneberg die jetzt noch vorhandene große Glocke gießen. Aber er stellte die Bedingung, daß sie geläutet werde, wenn er zur Kirche komme. Der Weg von Welschellen bis zur Pfarre St. Maria ist wohl an die drei Stunden weit. Wenn nun der Ritter oben„Die große Glocke in Enneberg“ weiterlesen

Die Kirche zum heiligen Kreuz in Abtei

Als fromme Gläubige die Kreuzkapelle erbauen wollten und hiefür einen schönen Platz im Tale unten ausgesucht hatten, beschädigten sich die Arbeiter gar oft und schlugen sich tiefe Wunden. Desungeachtet fuhr man fort, die Kirche zu bauen; da aber flogen unbekannte Vögel herbei, trugen einige blutbespritzte Holzspäne auf die Anhöhe empor und zeichneten mit diesen deutlich„Die Kirche zum heiligen Kreuz in Abtei“ weiterlesen

Die weisenden Tauben

Unmittelbar unter dem Schloß Tirol liegt die Brunburg oder Brunnenburg, in welche sogar von ersterem ein unterirdischer Gang hinabführt. Es war in ihr zur Zeit der Grafen und Herzoge von Tirol und Meran die fürstliche Landeskanzlei. Einst bewohnte die Herzogin Adelheid von Meran die Brunburg, eine Dame, die sehr fromm war und schon lange den„Die weisenden Tauben“ weiterlesen

Der Pestaltar von St. Jakob in Grissian

Als einst in diesem Land die Pest wütete und sich die Menschen in namenloser Angst vor Ansteckung gegenseitig mieden, da beschloß der Priester von Grissian, auf einem weitum freien und gut einsehbaren Punkt bei der St.-Jakobs-Kirche dort einen Altar zu erbauen, um hier – im Freien – die hl. Messe lesen zu können und so„Der Pestaltar von St. Jakob in Grissian“ weiterlesen

Die goldene Taube

Ober dem Dorf Nals thront das Schloß Payrsberg. Vor alten Zeiten hauste auf dieser Burg ein reicher und mächtiger Herr und lebte lange Zeit glücklich mit seiner edlen Gattin, welche ihm ein Söhnlein geschenkt hatte. Aber einmal mußte der Ritter weit fort in den Krieg ziehen, und weil er inzwischen einen feindlichen überfall fürchtete, wollte„Die goldene Taube“ weiterlesen

Die drei Ritter auf Schloss Neuberg

Es ist nun schon lange her, da saß der Neuberger Pächter mit seiner Familie noch spätabends in der Stube. Draußen tobte und rumorte ein wilder Herbststurm und schlug an Fenster und Türen. Da hörte man plötzlich ein Geklirre und Gestampfe, als ob Reiter im Schloßhof wären. Anfangs glaubte man jedoch, es klirre nur die eiserne„Die drei Ritter auf Schloss Neuberg“ weiterlesen

Die Hexen im Laugensee

In den Laugensee sind viele Hexen hineingebannt. Ein Hirtenknabe, der nicht so recht an diese Hexen im See glauben wollte, wollte einmal sehen, was daran Wahres sei – und warf einen geweihten Rosenkranz in das Wasser dieses Sees. Kaum war die „Bete“ im See verschwunden, so fing es schon an zu brodeln und zu wettern,„Die Hexen im Laugensee“ weiterlesen

Das Kruzifix im Kerker

Vor dem alten Gerichtshaus in Tisens war ein Kruzifix aufgestellt. Da kam einmal ein gewaltiger Sturm und riß es um. Der Gerichtsdiener sah das Kreuz auf dem Boden liegen, dachte, es vor dem Regen zu schützen und trug es in den nächstgelegenen Kerker. Dieser Ort war aber des Kreuzes unwürdig, wie sich alsbald zeigte: denn„Das Kruzifix im Kerker“ weiterlesen

Der Teufelshase

Zwei Hirten weideten auf dem Tisenser Berg gemeinschaftlich ihre Herden. Da fiel ihnen ein böser Spaß ein: Sie wollten probieren, wie’s tut, wenn man sich erhängt. Der eine machte gleich an sich selber die Probe und der andere versprach, dabeizustehen und ihn zu rechter Zeit wieder herabzunehmen. Also hängte sich der erste an einem Baume„Der Teufelshase“ weiterlesen

Der Schatz von Gargazon

Einst ging ein in Ruhestand gesetzter Gemeindediener zu Vöran, des Namens Mathias Zöggeler, in eigenen Geschäften und um zwei verlaufene Widder zu suchen, zwischen dem Gargazonbach und dem Vöraner Steig hin; da gesellte sich noch ein Mann zu ihm, half ihm suchen, und glücklich fanden sie die Widder an einer höchst gefährlichen Stelle. Da gewahrten„Der Schatz von Gargazon“ weiterlesen

Die Vöraner Saligen

Auch bei Vöran, unweit Mölten und dem an der Straße nach Bozen liegenden Orte Gargazon, wohnten einst salige Fräulein. Als Freundinnen der Häuslichkeit und der Herden kehrten zwei derselben mit allen ihren guten und segenbringenden Eigenschaften häufig auf dem Hofe des alten reichen Egger ein. Nächstdem, daß sie spannen und sangen und den Flachs behüteten,„Die Vöraner Saligen“ weiterlesen

Die Lorggen von Vöran

In Vöran, beim Stegerhof, hauste vorzeiten ein Norgg. Dieser stellte einmal einen Hirten auf die Probe. Der Hirte war mit seinen Tieren auf der Bergweide, als er plötzlich ein klägliches Ächzen und Stöhnen, jammern und Weinen vernahm. Er ging der Stimme nach und fand in einer Klamm einen Norgg, der zwischen zwei Felsen eingeklemmt war,„Die Lorggen von Vöran“ weiterlesen

Die Saligen Fräulein in Vöran

Der Egger in Vöran war ein Bauer wie alle anderen da oben auf den sonnigen Höhen des Tschögglberges – weder groß noch klein, weder arm noch reich. Dann aber begann es mit ihm auf einmal aufwärtszugehen, ohne daß sich jemand die Ursache für diesen steigenden Wohlstand erklären konnte. Und endlich hatte der reiche Egger Geld„Die Saligen Fräulein in Vöran“ weiterlesen

Sage vom Hexenmeister Manz

Zu Hafling, nicht weit vom schönen, zuckerhutspitzigen Ifinger, lebte ein Doktor des Namens Manz; der konnte mehr als Brot essen und Künste, die er nicht in der christlichen, auch nicht in der lateinischen Schule gelernt hatte, obgleich die lateinischen Schulen gar grausam gelehrte Mandln erziehen, daß es manchmal ganz schreckhaft ist, wenn sie ihre Gelehrsamkeit„Sage vom Hexenmeister Manz“ weiterlesen

Der Menschenzahn

Ein Bauernmädchen in Schenna, das erst zwanzig Jahre zählte, aber kränkelte, fand auf einem Grabe dort einen weißen, schönen Menschenzahn. Er gefiel ihr, sie nahm ihn mit nach Hause und tat ihn in ihre Truhe. Als sie nachts allein in ihrer Kammer lag, hörte sie ein unheimliches Geräusch. Sie horchte und fand, daß es aus„Der Menschenzahn“ weiterlesen

Der Geist von Tisens

Ein Bauer zu Tisens hatte durch Versetzung des Marksteines seinen Wald vergrößert und nahm dieses Unrecht mit ins Grab. Ging nun jemand bei Nacht durch den Wald, so hörte er ächzen und keuchen, als ob jemand an einer schweren Last trüge. Hie und da sah einer auch den Mann mit einem schweren Stein auf der„Der Geist von Tisens“ weiterlesen

Das Nörggele von Vernuer

Beim Stuber in Vernuer war ein gar gutmütiges Nörggele, das sich den Bewohnern des Hofes oft hilfreich erwies. Einmal mußten die Dienstboten Mist aufs Feld tragen und bekamen dann zum Halbmittag nur eine blitzsaure Milch. Da hatte das Nörggele Mitleid mit den armen Dienstboten und hängte ein „Geißgagele“ an den Baum, unter dem gewöhnlich das„Das Nörggele von Vernuer“ weiterlesen

Das Gnadenbild in Riffian

Oft erblickten Leute von Riffian bei dunkler Nacht ein Lichtlein an einer Stelle im Talgrund. Endlich untersuchte man diesen Platz und fand beim Nachgraben im Schutte der Passer ein Marienbild aus Stein und man beschloß, demselben eine Kirche im eigentlichen Dorfe zu bauen. Allein der Bau ging nicht vorwärts; die Arbeiter verwundeten und beschädigten sich,„Das Gnadenbild in Riffian“ weiterlesen

St. Korbinian in Kuens

Dieser heilige Bischof hielt sich einst in Kuens auf und baute dort die erste Kirche. Seine Wohnung soll auf dem, eine kleine halbe Stunde von der jetzigen Pfarrkirche entfernten Luitpranthofe gestanden sein, der heutzutage noch diesen Namen führt, weil König Luitprant die Zelle dem Heiligen hatte bauen lassen. St. Korbinian soll auch den Weinbau bei„St. Korbinian in Kuens“ weiterlesen

St. Oswald unterm Ifinger

Der hl. Oswald war ein christlicher König im Etschlande und regierte sein Land mit Weisheit und Milde. Solange er im Lande war, waren die guten Zeiten; denn da gab es weder Hunger noch Teuerung, weder Krieg noch Not. Friede und Recht herrschten, solange Oswald auf dem Throne saß. Dann aber wurde er von Heiden und„St. Oswald unterm Ifinger“ weiterlesen

Das zerbröckelnde Kruzifix von Schloss Tirol

Auf der uralten Burg Tirol, dem ehemaligen Landesherzen und Landesmittelpunkt, stand im Portal der Kapelle ein steinernes Kruzifix, von welchem jedesmal ein Stück abbröckelte oder abfiel, wenn ein Graf von Tirol, als Burgherr, mit Tode abging. Diese Grafen, unter denen sich besonders die drei Meinharde hervortaten*, starben mit Meinhard III. aus, der schon frühzeitig, im„Das zerbröckelnde Kruzifix von Schloss Tirol“ weiterlesen

Jagdabenteuer von Kaiser Maximilian

Nahe bei Schlosse Tirol hauste in einer unzugänglichen Höhle ein alter, großer Bär. Max wagte sich mit Lebensgefahr dahin. Als das wilde Tier ihn sah, richtete es sich auf die hintern Füße und sprang auf ihn zu. Der Kaiser nahm aber den Spieß zu halbem Schaft und schleuderte ihn mit solcher Kraft in den Bauch„Jagdabenteuer von Kaiser Maximilian“ weiterlesen

Das alte Kruzifix im Schloss Tirol

In der Kapelle des Schlosses Tirol stand ein großes, uraltes Kreuz, das jedesmal den Tod des Landesfürsten anzeigte. Denn so oft ein Tiroler Landesfürst starb, fiel vorher ein Stück von diesem Kreuze weg. Als Graf Meinhard, der Sohn der Gräfin Margarethe Maultasch, am 13. Jänner 1363 in jugendlicher Blüte dahinstarb, soll das größte Stück von„Das alte Kruzifix im Schloss Tirol“ weiterlesen

Der Einsiedler mit dem Hungerglöcklein

Ein Stück oberhalb von Dorf Tirol steht das alte Schloß Auer, und nicht weit davon steht eine Kapelle. Bei dieser Kapelle hatte einst, und bis herauf zu Kaiser Joseph II. Zeiten, ein Einsiedler seinen einsamen Aufenthalt. Nicht selten auch machten hier die jungen Eremiten aus dem Burggrafenamt ihr Noviziat. Der Einsiedler hatte auch ein Gärtlein„Der Einsiedler mit dem Hungerglöcklein“ weiterlesen

Der Schatz am Sinaberg

Unter dem Hochplatter liegen in einem Föhrenwalde weitläufige Ruinen eines Schlosses, dessen Namen ganz verschollen ist und das im Munde des Volkes nur das Schloß am Sinaberg heißt. In diesen Ruinen soll ein Schatz liegen. Vor beiläufig vierzig Jahren gieng das Arbasweibele in den Wald hinauf Holz sammeln und da kam sie auch zu den„Der Schatz am Sinaberg“ weiterlesen

Nörgglein fahren auf Wäglein

Es ist bekannt, daß die Gegend unterhalb Meran und bei Mais die Hauptheimat des Nörggleinvölkchens, eigentlich ihr Tummelplatz war. Dort oben im Gebirge liegt die Nörgglhöhle, auf dem Wege von Obermais nach Untermais liegt die Nörgglgasse, und just wo diese endet, in Untermais, steht links der Nörgglgasse der Hof des Bauern Thurner. Dieser Mann erzählt„Nörgglein fahren auf Wäglein“ weiterlesen

Die Wetterprophetin

Auf jener Höhe, wo die Wallfahrtskirche zu St. Katharina von der Schart liegt, unweit Meran, welches man von ihr aus erblickt, stand ein Bauernhof, in welchem ein schönes Mädchen lebte, in das sich ein Herr aus der Stadt sterblich verliebt hatte. Es hielt nicht schwer, die Gegenliebe des einfachen Naturkindes sich zu gewinnen, und so„Die Wetterprophetin“ weiterlesen

Der Teufelsstein im Naiftal

Unweit Meran, in der Richtung nach Passeier zu, durchrauscht die Naif ein nach ihr genanntes Tal. Dort steht oder stand Schloß Gayen, allwo es von Herren und Gesinde nicht immer so zuging, wie der Katechismus uns vorschreibt. Eine Magd diente im Schloß, deren Sinn einzig auf Üppigkeit und Frevel gerichtet war. Nie hob sie einen„Der Teufelsstein im Naiftal“ weiterlesen

Vom Zauberer Manz

Manzens Sündenmaß war voll; seine vielen schwarzen Verbrechen hatten des Zauberers Seele tischgerecht zubereitet für die Höllentafel, und begierig nach dem fetten Bissen, hörten diese auf, ihren Kameraden Manz weiters vor den Gefahren zu schützen, womit ihn die Meraner Justiz umlatzte, die, endlich auf sein Treiben aufmerksam gemacht, auf ihn fahndete. So kam es, daß„Vom Zauberer Manz“ weiterlesen

Das Hufeisen in der Kirche St. Leonhard

Eine Viertelstunde außer Meran liegt im lachenden Wiesengrunde das uralte St.-Leonhard-Kirchlein. Dasselbe bewahrt eine Eisenkette, welche ein aus türkischer Gefangenschaft wunderbar Befreiter hierher geopfert hat; denn St. Leonhard ist nach einer weitverbreiteten Legende der Schutzpatron und Befreier der Gefangenen. Die Kirchtür ist mit vielen Hufeisen bemalt, und das kommt daher: Vor alter Zeit, als die„Das Hufeisen in der Kirche St. Leonhard“ weiterlesen

Die Frau mit den goldenen Nüssen

Als vor siebzig Jahren ein Mann um Mitternacht am Brugger Haus vorbei ging, sah er auf der Bank vor dem Hause eine alte Frau sitzen, die ihm winkte und drei goldene Nüsse vorhielt. Der Mann nahm die Goldfrüchte nicht und gieng seine Wege. Hätte er sie genommen, wäre er ein reicher Mann geworden. (Bei Meran.)„Die Frau mit den goldenen Nüssen“ weiterlesen

Herzog Friedrich auf der Flucht

Ehe Friedrich mit der leeren Tasche flüchtig nach Rofen kam, hielt er sich in Fineil auf und hütete verkleidet Schafe. Man zeigt zu Fineil noch ein silbernes Besteck von alter Arbeit und einen silbernen Becher als Geschenke des fürstlichen Schäfers. Später flüchtete er sich nach Rofen, dessen Besitzer Ruzo hieß. Als er auch hier nicht„Herzog Friedrich auf der Flucht“ weiterlesen

Sage vom Esel

Beim Sternwirt in Meran war einmal ein Hausknecht, der die Hexen von anderen Menschen unterscheiden konnte. Dieser stand eines Morgens mit einem Passeirer vor der Haustür, als die Leute aus dem Rorate nach Hause gingen, und zeigte diesem einige Hexen, die unter den Heimkehrenden sich befanden. Als er einige Tage darauf hinter den Mauern hinunterfuhr,„Sage vom Esel“ weiterlesen

Der Moaser Student

In Mais lebte ein Student, welcher die Schwarzkunst erlernte und mit dem Teufel einen Pakt schloß. Solang er mit der Erde in Berührung war, ja auch nur hinter den Fingernägeln noch ein bißchen Erde hatte, besaß er alle Kräfte und konnte sich sogar unsichtbar machen. Der Ruf von seinen Künsten breitete sich in der ganzen„Der Moaser Student“ weiterlesen

Bestrafter Spaß

Bis zum Überschwemmungsjahre 1850 lagen In der offenen Turmhalle des Magdalena-Kirchleins in Gratsch zwei lebensgroße hölzerne Heiligenstatuen, die Maria und Johannes Ev. darstellten. Einmal faßte ein junger Knecht des Kircherbauern den Plan, den hl. Johannes in der Nacht zum Huberbauern zu tragen und ihn dort vor das Fenster der Mädchenkammer zu lehnen. Anfangs kam ihm„Bestrafter Spaß“ weiterlesen

Der Name der Stadt Meran

Die Stadt Meran hat ihren Namen von dem Umstande, weil ehemals das Meer bis an das Mutgebirge gieng. Öfters wurden am genannten Gebirge ob dem Dorfe Tirol eiserne Ringe gefunden, an welche die Schiffe angebunden worden sind. Auch versteinerte Fische sollen zum Vorschein gekommen sein. (Meran.) Quelle: Sagen aus Tirol, Gesammelt und herausgegeben von Ignaz„Der Name der Stadt Meran“ weiterlesen

Die faule Magd von Gojen

Auf dem Schlosse Gojen, das stolz in das Naiftal hinunterblickt, war einmal eine stinkfaule Magd, welche dem lieben Herrgott den Tag und der Herrschaft das Brot abstahl und viel Trank und Speise verkümmern ließ. Da wurde endlich das Maß ihrer Schuld voll und der leibhaftige Teufel kam und trug die ihm verfallene Dirne mit sich.„Die faule Magd von Gojen“ weiterlesen

Die weiße Taube

Auf der Stiege hinab zur Totengruft in Meran watschelte viele Jahre lang eine dicke Kröte auf und ab. Man mochte sie wegwerfen oder gar töten, so oft man wollte – am folgenden Septembertage saß die Kröte wieder auf den Stufen der Totengruft. Da merkte eine fromme Person, daß das scheußliche Tier eine arme Seele sein„Die weiße Taube“ weiterlesen

weiter zum Onlinekatalog
Historische Fotos und Ansichtskarten online

Weiter zum Ortsregister

X
Schreiben Sie uns gerne, was Sie suchen. Mehr dazu unter >> Bestellung/Kontakt