Ein Besitzer des Temblhofes in St. Nikolaus ging eines Tages, es war mitten im Winter, aus dem Wald nach Hause. Da sah er in einer wüsten Steinöde einen schönen grünen Feigenbaum. Erstaunt trat er näher, riß einige Blätter herab und steckte sie auf seinen Hut. „Da werden die Meinigen schauen, wenn ich um diese Zeit„Der Schatz in Gestalt eines Feigenbaums“ weiterlesen
Schlagwort-Archive:Sagen aus Ulten
Der Markstein
In Ulten ist eine Alm, welche „Die Schwemm“ heißt. In dieser Alm steht ein Kruzifix, von dessen Ursprung und Bedeutung die alten Leute folgendes erzählen. Es waren einst zwei Bauern Besitzer dieser Alm. Der eine von ihnen war mit seinem Anteil nicht zufrieden, hob Grenzstreitigkeiten an und behauptete, die Grenze sei einst beinahe in der„Der Markstein“ weiterlesen
Das Kräutlein Misere
Als Christus einst als Bettler verkleidet auf der Erde wandelte, um die Menschen zu prüfen, kam er zu einem stolzen Bauernhause. Darin herrschten überfluß und Reichtum, und die Bäurin badete sich anstatt in Wasser in fetter, süßer Milch. Dieser Überfluß rührte aber vom Kräutlein Misere her, das auf allen Feldern und Wiesen üppig wuchs und„Das Kräutlein Misere“ weiterlesen
Das Mahl
Das Geigerjosele aus St. Gertraud in Ulten wurde einmal auf einem Gange übers Joch von der Nacht überfallen und mußte in einer leeren Almhütte übernachten. Er war eben im Begriffe einzuschlafen, als es plötzlich laut daherfuhr und Männer und Weiber in die Hütte kamen und eine Kuh mit sich trieben. Da wurde nun Feuer gemacht„Das Mahl“ weiterlesen
Kurzgnad
Ein Jäger ging einmal auf den Sonnenberg jagen und kam, als es Nacht wurde, in eine Alpe. Er bemerkte, daß in der Almhütte Feuer brannte, und schaute von fern hinein. Da sah er einige großmächtige Kerle beim Feuer, welche Fleisch sotten. Sie hatten ein ganzes Rind, schnitten Fett und Fleisch heraus, steckten dann die geschundenen„Kurzgnad“ weiterlesen
Zu früher Tod
Ein Ultner kam auf seinem Heimweg beim Weißbrunnen unter die Lawine und ging zugrunde. Auf dem Bauerngute, wo er früher als Knecht gedient hatte, wurde er bald vergessen und die frühere Fröhlichkeit kehrte wieder. An einem Winterabend, als die Dienstboten beim Kartenspiel saßen und sich aufs beste unterhielten, wurde auf einmal hinter dem Ofen ein„Zu früher Tod“ weiterlesen
Feuerfack
Als einmal einige mutwillige Bauernburschen auf dem Wege im Ultentale drinnen wohl saftige, ausgelassene Reden führten, kam plötzlich rauschend und krachend eine große Fack (Schwein) vom Walde heraus, die hatte große feuersprühende Augen im Kopf und lief ihnen, die eiligst flohen, nach. Sie wären verrissen und verbissen worden, wenn nicht einer die Besinnung gehabt hätte,„Feuerfack“ weiterlesen
Geisterlärm
In St. Nikolaus in Ulten ist es auf dem Friedhof manchmal nicht geheuer. Oft, besonders zur Quatemberzeit geht ein heftiger Lärm an, und es ist, als ob ein Zug von vielen Menschen um die Kirche ziehe. (Ulten.) Quelle: Zingerle, Ignaz Vinzenz, Sagen aus Tirol, 2. Auflage, Innsbruck 1891, Nr. 489, S. 272
Die drei Mäher
In einer kleinen Wiese am Unterkofelgut in Ulten sah man öfters um Mitternacht drei Männer unter Heulen und Fluchen mähen. Wenn sie die Sensen wetzten, flogen die hellichten Funken davon. (Ulten.) Quelle: Zingerle, Ignaz Vinzenz, Sagen aus Tirol, 2. Auflage, Innsbruck 1891, Nr. 416, S. 241
Spuk am Kirchberg
Es gibt am Kirchberg bei St. Gertraud Plätze, an denen es nachts kein Vieh leidet. Denn das dort ruhende Vieh fährt plötzlich auf, wird wild und springt muhend und schellend über Stock und Stein – ja über die abschüssigen Stellen hinunter – und doch fällt sich kein Stück tot. Der Lärm mag dabei noch so„Spuk am Kirchberg“ weiterlesen
Der büßende Herder
Auf der Valkamaier Alm war vor vielen Jahren ein böser Herder, der das arme Vieh auf der ganzen Alm herumsprengte und es nicht einmal genug fressen ließ. Manches Stück jagte er über die Felswände hinaus, daß es jämmerlich erfiel. Diese Sünden und Schulden muß er nun auf derselben Alm abbüßen. Wenn die Weidezeit vorüber ist,„Der büßende Herder“ weiterlesen
Die namenlose Norggin
Eine Norggin war verheiratet beim Teisn in St. Nikolaus. Ihren Namen hatte jedoch niemand, selbst ihr Mann nicht erfahren. Auf seine diesbezüglichen Fragen erhielt er nie eine Antwort. Während sie einmal im Garten jätete, ging eine andere Norggin vorbei und rief ihr zu: „O mein Traudl, dir fressen die Würmer dein Krautl!“ Dies hörte der„Die namenlose Norggin“ weiterlesen
Kyklopisches Kasermandl
Die Kasermandlsage lebt ebenfalls im Ultentale. Kasermandl nennt das Volk dieses Tales jene Wandergeister, welche im Herbst, wenn das Almvieh abgefahren ist, in die Käser- und Sennhütten einkehren und über Winter bis zum Wiederauftrieb der Herden dort verweilen. Einst kehrte ein Wildschütze im Spätherbste bei der verlassenen Klapfbergeralpe ein, um droben zu übernachten, da hörte„Kyklopisches Kasermandl“ weiterlesen
Die Temper
Die Wilde Fahrt heißt in Ulten auch die Temper, wohl deswegen, weil sie sich an den Quatemberzeiten besonders oft zeigen soll. Eines Abends kam ein fremdes Männlein zu einem Hof und bat um Nachtherberge. Man sagte ihm, im Hause sei kein Platz, und in der Strohhütte werde er wohl nicht liegen wollen, weil diese Nacht„Die Temper“ weiterlesen
Der schwatzhafte Oberkofler
Der Bauer am Hof zum oberen Kofel in Ulten hatte ein Saliges Fräulein um die Ehe gefragt und erhielt die Zustimmung unter der Bedingung, daß er niemals jemandem verraten dürfe, daß sie eine Salige sei. Dies versprach der Oberkofler hoch und teuer und hielt Hochzeit. Übers Jahr stand auch schon ein kleiner Schreihals auf dem„Der schwatzhafte Oberkofler“ weiterlesen
Wilde Männer in Ulten
Die Wilden Männer wohnten im Walde, kamen aber manchmal in die Nähe der Häuser und gaben den Bauern gute Ratschläge. Dafür mußte man ihnen zu gewissen Zeiten Geschenke geben, namentlich etwas Getreide und schwarze Wolle, weiße mochten sie nicht. Sie verfolgten oft die Wilden Fräulein, die sich nur retten konnten, wenn sie einen mit drei„Wilde Männer in Ulten“ weiterlesen
Wilde Männer und Salige im Ultental
Auch das Ultental ist von Wesen der Mythe bevölkert. Wilde Männer hausten daselbst. Ein solcher Wilder Mann sagte in jedem Herbste einem alten Bauer am Bergmannhof im Martschein-Werch, wann es Zeit sei, das Feld zu bauen und die Wintersaat zu streuen. Einmal gab der Wilde Mann eine Zeit an, die so spät in das Jahr„Wilde Männer und Salige im Ultental“ weiterlesen
Der Kratzberg
Der Kratzberg ist ein berüchtigter Hexenplatz. Hier kommen die Hexen weit und breit zusammen und üben ihre höllische Kunst, machen Wetter und verderben Land und Leute. Ihrem Treiben tun nur die hochgeweihten Wetterglocken von Unser Frau im Wald, von St. Hippolyt und St. Pankraz Einhalt. Wenn diese Wetterglocken läuten, müssen die Hexen unverrichteter Sache abziehen.„Der Kratzberg“ weiterlesen
Die Trude
Es war einmal eine Trude, die konnte immer sehr wenig schlafen und blieb daher immer so mager und hatte ein so schlechtes Aussehen, daß jedermann glauben mußte, sie habe einen Teggen. Der Bauer, bei dem sie im Dienst war, stellte sie einmal darüber zur Rede und fragte sie lange Zeit hin und her, wo es„Die Trude“ weiterlesen
Das Putzvaltele
Auf der Tuferalm war vor Zeiten ein Hirt, welchem nie ein Stück hinging. Wenn er im Frühling mit seiner Herde auffuhr, zog er mit dem Stock einen Kreis um den Hütplatz, lehnte den Stock an einen Fels und sagte: „Jetzt schau du dazu!“ Nun mußte der Stock hüten, und der Hirte ging ins Martell hinab„Das Putzvaltele“ weiterlesen
Wettermandln und Wetterhexen
Sehr gerne erzählen die alten Ultener von ihren Wetterhexen, Wetterglocken u. dgl., so unter andern auch folgendes: Als in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts ein großes „Gewässer“ im Tale entstand, wollten die Wetterhexen das ganze Tal ins Etschtal hinaus schwemmen samt Vieh und Leut‘. Und da haben die Alpenhirten gelost und geguckt und durch„Wettermandln und Wetterhexen“ weiterlesen
Die Erlen-Hexe
Es gibt in Ulten verschiedene Plätze, an denen sich nach der Meinung des Volkes die Hexen versammeln. An einem solchen ereignete sich folgendes: Ein Bursche hatte ein Mädchen lieb, von dem er aber nicht recht wußte, ob es nicht zu den Hexen gehöre. Um aus dem Zweifel zu kommen, ging er eines Abends an einen„Die Erlen-Hexe“ weiterlesen