Parte Sterzinger zu Salzrein Anton von 1809

Parte des Anton von Sterzinger zu Salzrein, Konsistorialrat sowie Dekan und Probst von St. Pauls. Er starb 1809 in St. Pauls. Er hatte eine Schwester Maria Anna von Lama geb. von Sterzinger.

Laut dem Biografischen Lexikon des Kaisertums Österreich wurde er 1751 in Innsbruck geboren:
„Gymnasium, Humanitätsclassen und die philosophischen Studien beendete er in Innsbruck, darauf begab er sich, um Theologie zu studiren, nach Rom, wo er auch die theologische Doctorwürde erlangte. Von Rom kehrte er nach Innsbruck zurück, wo er noch die Vorträge des Natur- und geistlichen Rechtes hörte. Als um diese Zeit der Jesuitenorden aufgehoben wurde, wurde Sterzinger zum Lehrer der geistlichen Beredsamkeit vorgeschlagen. Er unterzog sich nun in Wien der vorgeschriebenen Prüfung und erlangte das Lehramt an der Innsbrucker Hochschule; anläßlich seines ausgezeichneten Examens ist er von der Kaiserin Maria Theresia mit einer goldenen Medaille begnadet worden. Im Jahre 1774 wurde er zum Priester geweiht und im folgenden Jahre von der Universität zum Rector magnificus gewählt. Sterzinger war damals 24 Jahre alt, ein jüngerer Rector magnificus dürfte kaum an irgend einer deutschen Hochschule aufzufinden sein. Unter seinem Rectorat gingen mit der Hochschule mannigfache Veränderungen vor sich. So z. B. siedelte dieselbe in das ehemalige Jesuitencollegium um; in dem darin neu erbauten Saale wurden die Bildnisse der berühmtesten Gelehrten aufgestellt. Unmittelbar Sterzingers Werk aber ist die Ordnung und Aufstellung des Universitäts-Archivs; denn er sammelte mit aller Umsicht und mit rastlosem Eifer alle vorhandenen Urkunden, Matrikeln, Diplomatarien, Privilegien, Statuten, kurz alle Acten, welche auf die Innsbrucker Universität Bezug hatten, und brachte sie in jene Ordnung, welche ihre fernere Benützbarkeit ermöglichte. Im J. 1777 wurde er Decan der theologischen Facultät, darauf Director des akademischen Gymnasiums und zuletzt außerordentlicher Lehrer der praktischen Theologie. In seinem Fache war er auch schriftstellerisch thätig und haben wir von ihm folgende Schriften zu verzeichnen: „Abhandlung von der h. Firmelung“ (Innsbruck 1777; n. A. ebd. 1793, Wagner, gr. 8°.); – „Abhandlung von der h. Taufe“ (ebenda 1777, gr. 8°.); – „Lobrede auf Johann von Nepomuk“ (ebd. 1780, Wagner, gr. Fol.); – „Oeffentlicher Unterricht für Hebammen“ (ebenda 1789; Wagner, gr. 8°.), und „Istoria della principesca contea del Tirolo trasportata dal Tedesco, corretta ed illustrata con una nuova Mappa“ (Oenip. 1780, 8°.). Sterzinger arbeitete auch an einer Geschichte der Innsbrucker Universität, [311] welche nicht im Drucke erschienen ist, wohl aber im Universitäts-Archiv aufbewahrt sein dürfte. Sterzinger war nebstbei apostolischer Protonotar und salzb. geistlicher Rath.“

Im Jahr 1789 verfasste er das Buch „Geistlicher Unterricht für Hebammen“, welches eine pastoraltheologische Handreichung für die Unterrichtung der Hebammen umfasst. Das Buch handelt von den Pflichten der Hebammen, der Nottaufe durch Hebammen und der feierlichen Taufhandlung in der Muttersprache.

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