Das Tiroler Bauernjahr – Der Abzug von der Alpe

Das wichtigste Herbstereignis für den Gebirgsbauern ist jedenfalls die Heimkehr des Alpenviehes. “Um Bartlmä (24. August) hängt der Winter die Fuß über’s Joch he’ und um Matthäi (21. September) kommt er an den Zaun”, sagt ein alter Bauernspruch, und wenn sich dies auch gerade nicht an den genannten Tagen bewahrheitet, so beginnt doch von da an das schöne Grün der Alpenmatten, das zur Sommerszeit das Auge des im Tale Wandernden entzückte, allmählich zu verwelken und jener gelbroten Färbung Platz zu machen, die der Älpler mit “fuxet” bezeichnet.

Es ist nun nicht mehr recht gemütlich droben auf den Höhen.

Kühle frostige Winde streichen, Reif und leichtes Schneegestöber stellen sich ein und mahnen den Senner zu baldiger Abfahrt. Vorerst wandert man mit Sack und Pack auf den tiefer gelegenen Teil der Alpe, auf das sog. Niederleger herab und bleibt da ein paar Wochen, um das nachgewachsene Gras abäsen zu lassen.

Dabei hält der “Hüter” das Vieh mehr beisammen, besonders das “Galtvieh”, welches sonst oft weit herum zerstreut ist. Der “Putzer” beschäftigt sich mit dem Düngen der besseren Mähder, einer Arbeit, die er sich wenn möglich durch Hilfe des Wassers erleichtert, was man “Mistschwenzen” nennt.

In der Almhütte geht es rührig zu. Der Senner oder die Sennerin samt Gehilfen machen sich nämlich daran, Boden, Einrichtung und Gerätschaften zu säubern und zu waschen, eine wahre Herkulesarbeit, wenn man bedenkt, daß der Schmutz von mehr als einem Vierteljahr daran klebt. Was davon irgend welchen Wert hat, wird zusammengestellt, teils um auf großen “Kraxen” in das Tal hinabgeschafft zu werden, teils in den versperrbaren “Gaden” eingeschlossen oder, wenn kein solcher vorhanden ist, an einer bestimmten Stelle draußen im Wald in die Erde vergraben. Letzteres gilt besonders von dem großen kupfernen Käsekessel, weil nach der Meinung der Älpler das Kupfer, so verborgen, wachsen soll oder gar zu Gold wird.

Zwei Tage vor der “Ausfahrt” wird darin zum letzten Male “abgekäst”, sowie zum letzten Male “gekübelt”, dann aber legt man sich auf die faule Haut und feiert als Abschied die sog. Schoppwoche, und als deren Gipfelpunkt die “Grunacht” (Ka-Ruh-Nacht?). Dabei spielt Essen, Trinken und ungebunde Fröhlichkeit die Hauptrolle. Gewöhnlich kommen benachbarte Senner und Dirnen zu einander auf Besuch, sowie Burschen und Knechte aus dem Tale, welche Körbe voll Blumen, Binsen etc. zum Schmücken der Almkühe mitbringen. Der Senner macht die “Honneurs” und bemüht sich vor Allem, seine Gäste mit den ausgesuchtesten Leckerbissen älplerischer Kochkunst zu bewirten. Dazu gehören fette Rahmnocken, Strauben und vorzüglich das berühmte Schwingmuß, eine Art Pfannenkuchen, dessen Bereitung eine eigene Fertigkeit erfordert. Der Kuchen wird nämlich nicht auf gewöhnliche Art in der Pfanne umgelegt, sondern durch einen kühnen Schwung in die Höhe geschleudert und wieder aufgefangen. Da die Milch der letzten Tage um jeden Preis aufgegessen werden muß, so prangen auf dem Eßtisch ein paar große “Weitlinge” voll Rahmmilch und das Schnapsfäßchen, dessen Trinkrohr bald die bärtigen Knechte, bald rosige Mädchenlippen berühren.

Das feurige Naß bringt die Gesellschaft nach und nach in höhere Stimmung.

Man setzt sich um das lodernde Herdfeuer, stopft die Pfeife und holt dann die Blumen, Federn, Baumrinden und das Moos hervor, um für die heimkehrende Herde schöne Zierden zusammen zu “paschgeln”. – Schon während des Sommers haben die Hirten in einsamen Stunden draußen auf der Weide kleine Figuren, z. B. einen Senner oder ein “Kasermannl” darstellend, oder Gerätschaften, wie Melkstühle, Kübel, Rahmmesser zierlich aus Holz geschnitzt. Diese Dinge werden nun mit Blumen und Kränzen durchfochten und umgeben, um sie den Kühen als Kopfputz beim feierlichen Einzug anzupassen. Ein anderer Bursche stopft zu demselben Zwecke das Fell eines Eichhörnchens aus und kleidet dasselbe unter allgemeinem Gelächter als Senner oder Sennerin; ein Dritter verfertigt eine große Schelle aus Baumrinde für den Almstier, während ein frisches Diendl daneben an einem Rautenstuck herumnestelt, mit welchem sie nebst Hahnenfedern und Alpenblumen den Hut ihres stämmigen Liebsten “garnirt”, damit er morgen beim Zug durch das Dorf die neidischen Blicke aller Schönen auf sich ziehe. Beliebt sind als Kuhzierden auch Almbüschel aus Birken, die wie falsche Locken aussehen und mit Alpenrosen verziert werden.

So geht der Abend schnell vorüber und die kühle Herbstnacht, die letzte hier oben auf der Alpe, senkt sich über Mahder und Hütte. Doch an’s Schlafen denkt heute Niemand. Einer der Burschen nimmt die Zither von der Wand und schlägt einen frischen “Ländler”, und bald ist die rußige “Kaser” in einen Tanzsaal verwandelt. Beim Scheine des Feuers drehen sich die flinken Paare und das Strümpfen, Schnalzen und Jauchzen hallt weit hinaus in die stille Bergeinsamkeit.

Beim ersten Morgendämmern rüstet man zum Aufbruche, denn der Weg in das heimatliche Dorf ist weit und oft auch gefährlich, so daß die Herde mit großer Vorsicht geleitet werden muß. Man bepackt das “Almwagele” oder, wo man kein solches hat, die “Kraxen” mit den Gerätschaften und Zierden, wozu der Senner auch sein buntbemaltes “Trüherl” stellt, in dem sich seine Habseligkeiten befinden. Hierauf nimmt man ein kräftiges Frühstück ein und steckt wohl auch ein paar Strauben und “Gugenuzzen” in die “Tschölderärmel”, um auf der beschwerlichen Fahrt eine Wegzehrung zu haben. Der Senner sperrt sodann den Gaden, befiehlt den aufgespeicherten Almnutzen der Obsorge des Putzers, der noch ein paar Tage bis zu dessen Herabschaffung oben bleibt, und zeichnet zu guter Letzt noch ein großes Kreuz über Hütte und Häge, indem er mit stillem Grausen an “Kasermännlein”, an den “wilden Ochsner” und an alle die Gespenster denkt, welche nach dem Volksglauben in den verlassenen Almhütten spuken. Draußen harrt unterdessen schon die brüllende Herde, und nun geht es vorwärts, langsam hinab über die Halden – dem Tale zu.

Drunten hat das wichtige Ereignis der Heimkehr des Viehes das ganze Dorf, besonders aber die betreffenden Häuser in Anfruhr gebracht. Die Stallungen werden geputzt, gelüftet, geräuchert und die Krippen mit reichlichem Futter versehen. Die Dirnen binden schöne Büschel aus roten “Nagelen” und Rosmarin, mit Goldsplitter beklebt, und hat eine unter den ankommenden “Sennleuten” ihren Schatz, so bindet sie wohl auch “brennende Lieb'” dazu, tief in’s Grün hinein versteckt, und wähnt, kein Mensch merke etwas davon als ihr Liebster, aber am nächsten Tag weiß es doch das ganze Dorf. Der Bauer bespannt einen Wagen und legt Heu darauf, die Buben aber schleppen die großen “Klumpern” und sog. Tuschschellen oder Tuschhäfen für die Almkühe herbei, die an kunstvoll mit Pfauenfedern ausgenähten Riemen befestigt sind, und nehmen dann selber auf dem Wagen Platz, denn der Einzug des Alpenviehes ist für sie eine ganz besondere “Hetze”. Diese Schellen werden auch oft an einem am Wege gelegenen Einzelhof von der Auffahrt bis zur Abfahrt hinterlegt. Auf einem bestimmten Platze, meist unmittelbar vor dem Anstieg der Vorberge, macht der Bauer mit seinem Fuhrwerk Halt und wartet auf die Kommenden.

Nicht lange, so erscheint die Herde, begleitet von den Hirten, und macht nun ebenfalls Rast. Es wird der Weg durch eine Schranke versperrt und das Heu verteilt, dann nimmt man die Schellen und Klumpern vom Wagen, hängt sie den Tieren um und schmückt die Hörner derselben mit den verschiedenen Zierden. Beim Austeilen wird ein genaues Verhältnis beobachtet. Je kleiner und feiger die Kuh, desto kleiner ist auch die Glocke. Die Feigsten bekommen gar nichts, welches harte Loos im Unterinntal gewöhnlich die weißen sog. Oberinntaler “Raggelen” trifft. –

Während dessen haben auch Senner und Hirten ihre Almkleider mit Ausnahme des braunen Hemdes ausgezogen und “Galatoilette” gemacht, und der Erstere, als König der ganzen Feierlichkeit, die für ihn die höchste Ehre bedeutet, ordnet und eröffnet den Zug. Sein Stolz ist vor Allem das rußige, fettglänzende Sennerhemd, der Zeuge seiner Tätigkeit droben auf der Alpe. Dasselbe kommt den ganzen Sommer über nie in die “Schwemme”; gegen das Ungeziefer hilft man sich durch Einreiben mit Fett – ja es wird oft noch eigens mit Ruß und Fett eingeschmiert, falls es nicht den gehörigen Schmutz besitzt, um den gewünschten Eindruck hervorzubringen. Letzterer wird noch erhöht durch den Bart, der in wilder Fülle das meist ungewaschene Gesicht umrahmt, denn Seife und Rasiermesser sind unbekannte Dinge auf der Alpe.

Die übrige Kleidung des Senners und der Hirten besteht in schwarzen bockledernen “Höselen” mit roten Zwickeln und weißgrünen gestrickten Halbstrümpfen, sog. Pfosen. Das Knie und die Füße bleiben nackt. Oft tragen sie auch “Knoschpen”, grobe Bergschuhe mit hölzernen eisenbeschlagenen Sohlen. Über das dunkle Hemd kreuzt sich ein neuer hochroter oder grüner Hosenträger, um den Hals hängt lose geknüpft ein hellfarbiges Tuch und auf dem Kopfe sitzt ein breitkrämpiger schwarzer, manchmal auch gelber Filzhut, reich geschmückt mit Rauten, Bändern und riesigen Spielhahnfedern. In der Hand hält der Senner die große “Almgoasl” mit schönem seidenen “Pfotschen” und befestigt an einem kurzen, zierlich gebrannten Haselstock, und einen Strauß von Edelweiß oder andern Alpenblumen.

Hinter dem Senner folgt, angetan mit der größten Glocke, die größte Stechkuh, auch Roblerin, Stafel, Stoßprost oder Mairkuh genannt. Sie trägt auf ihren mächtigen Hörnern den schönsten Kranz und in dessen Mitte eine “Huifeder” zum Zeichen ihrer unbesiegten Stechkunst. Ihr zur Seite geht jene Kuh, die im Milchgeben den “Prost” hat, die sog. Milchmairin, Milchstafel, und deshalb nicht minder ausgezeichnet wird. Sie trägt als Abzeichen nebst dem Kranz den kleinen, hübsch geschnitzten Schlagkübel oder ein Rahmmesser auf dem Kopfe. Diesen beiden folgen die nächstbesten Stech- und Milchkühe, alle geziert mit “Roasen”, Almbüscheln und Gewinden aus Moos, roten Beeren, Taxen, Blumen etc., sowie mit Federn, Figuren und Schnitzereien, und mit Glocken behangen. Besonders gut macht es sich, wenn letztere zusammenstimmen, während die großen, unten geschlossenen Kumpfen oder Klumpern den Baß dazu brummen, worauf reiche Bauern, welche auf den Glanz eines solchen Vieheinzuges viel aufwenden, vorzugsweise schauen. So hat z. B. ein Bauer im Kundlerboden (Unterinntal) nicht weniger als sechzig Kuhkopfzierden, welche eine vollständige Almwirtschaft darstellen.

Nach dieser “Elite” des Alpenviehes kommt, begleitet vom Kuhhirten, die Herde der übrigen Kühe, in deren Mitte als Großmogul der brummige Almstier (Hegel), dem der Witz der Hirten heute die erniedrigende Rolle eines Hanswurstes zugeteilt hat. Er hat entweder einen breiten, mit kleinen Schellen besetzten Riemen um den Hals oder eine ungeheure Schelle aus Baumrinde, dazu einen Kranz aus Zirbelzapfen oder gar den Melkstuhl und die Melkkappe auf der breiten Stirne, so daß er aussieht wie ein alter Schulmeister mit dem Zopfe, und allgemeines Gelächter erregt, besonders wenn er sich recht wild und mürrisch geberdet. Ist der Stier bösartiger Natur, so wird ihm der Kopf mittelst eines kurzen Strickes an den Vorderfuß geknebelt, so daß ihm die Lust zu Ausschweifungen vergeht. Nun folgt der “Halbkaser” oder ein Hirtenbube mit dem Galtvieh, hinter diesen der “Ochsner”, dann kommen Schafe und Ziegen mit dem “Schafer”. – Sämtliches Alpenpersonal tragt große “Almgoaseln”, manchmal auch ein aus Rinde verfertigtes Waldhorn. Zu Ende des langen Zuges laufen die grunzenden Schweine. Den Schluß machen das Almwagele und die Kraxentrager mit den Gerätschaften sowie der Bauer mit seinem Fuhrwerk. In Gegenden, wo der Alpennutzen zugleich herabgeschafft wird, fahren hintendrein auch die Protz- oder Schleifwagen, mit Butter, Schmalz und Käse bepackt und mit Tüchern zugedeckt.

So geht nun der Zug durch die Straße des Tales, durch Weiler und Dörfer. Von allen Seiten strömen Zuschauer herbei. Je schöner die Kühe, desto größer ist der Stolz des Senners. Kaum daß er umsieht, denn diese lärmende Huldigung hin und hin hat ihm ein solches Gefühl seiner eigenen Größe eingeflößt, daß er mit keinem Kaiser tauschen würde. Tatsache ist, daß der “Krollnjörg” von Terfens (Unterinntal), der ein “Heimatl” hatte, aus diesem Almstolz Alles verkaufte, nur damit er wieder als Senn mit einem großen Almzug heimfahren konnte. Auch die Kühe scheinen sich ihrer Ehre wohl bewußt zu sein, denn sie schreiten mit ihren großen Glocken gar würdevoll einher. Von Zeit zu Zeit, besonders an freien Plätzen, eilt der Senn voraus und holt, während die Zuschauermenge rings zurücktritt, mit seiner großen “Almgoasl” nach rechts und links aus, daß der Knall weit hörbar durch die stille Herbstlandschaft zittert.

Ein solcher Almheimzug ist in der Tat eine wahre Pracht, besonders in jenen Gegenden, wo Wohlstand und Viehzucht blüht, wie z. B. im heiteren Zillertal. Da hört man ein paar Wochen um Michaeli herum bis tief in den Oktober nichts als Glockenklang, Peitschenknall, Singen und Jauchzen von Nah und Fern. Nur von jener Alpe, wo während des Sommers ein Unglück geschehen ist, zieht die Herde klanglos und ungeschmückt heim. Kommt der Zug an ein Haus, so läuft natürlich Groß und Klein heraus und bestaunt die schönen Kühe, die Bäuerin aber überreicht dem Senner ein Glas Schnaps, wofür dieser von seinen Alpenblumen austeilt. Begegnet man einem Wirtshaus, so warten da gewöhnlich Bekannte und Nutznießer der Alpe, welche dem Senner und dem Hirten den sogen. Melkertrunk zahlen, wobei mancher roten Maßflasche der Kragen gebrochen wird.

Endlich erreicht man das heimatliche Dorf.

Hier ist Alles auf den Beinen, denn schon lange vorher verkündet dumpfer Peitschenknall und taktmäßiger, immer näher rückender Glockenton das Nahen der Erwarteten. Jetzt werden sie sichtbar. Im stattlichen Zuge, der Senn voran, zieht die Herde durch die Gassen des Dorfes. Hausfrau und Kinder, Knechte und Mägde, Freunde und Nachbarn eilen zum Willkomm herbei, selbst steinalte Mütterchen humpeln aus der Stube: die Freude macht sie jung. Man nimmt nun dem Almvieh die großen Glocken und Zierden ab und treibt es dann auf eine Wiese oder in den Anger, damit es sich bei frischem Grase von den Anstrengungen des Tages erhole. Die Zuschauermenge folgt neugierig hinterdrein.

Hier gibt es gewöhnlich ein hitziges “G’steaß” mit anzuschauen zwischen dem Alpenvieh und den “Heimkühen”, das sind diejenigen, welche den Sommer über zu Hause geblieben sind und die man ebenfalls zu den Neuangekommenen in den Anger hinausgelassen hat. Die Tiere kennen ihre ehemaligen Kameraden nicht mehr, sondern senken alsbald ihre wuchtigen Hörner und stechen aufeinander los, “daß die Wasen (Rasenflecke) auffliegen”. Natürlich ziehen die Heimkühe, die den ganzen Sommer über im Stalle gestanden, vor den kräftigeren Töchtern der Berge den Kürzeren. Das Publikum folgt diesen Kämpfen mit großem Anteil und mustert und betrachtet jedes Stück von oben bis unten. Daneben tummeln sich die Buben mit den großen “Klumpern” herum, probieren die “Almgoaseln” und singen und juchzen, daß es eine Lust ist. –

Der Löwe des Tages aber, der Senner, steht inmitten der Menge mit überseligem, “piperrotem” Gesicht, schon halb beduselt vom Schnapstrinken unterwegs, und weiß kaum, wem er zuerst “Red’ und Antwort” geben soll, denn Alles drängt sich um ihn und bestürmt ihn mit Fragen über die “Braune” und “G’scheckete”, und ob sie “verworfen” hat, und wie sie “verworfen” hat, wie oft sie sich verlaufen hat und wo – kurz, der Senner soll überhaupt die Lebensbeschreibung jeder Kuh auswendig wissen. Was Wunder, wenn er dieselbe nach Art der wackeren Waidmänner mit etwas Sennerlatein ausschmückt oder in seiner Verzweiflung in’s Reich des Übernatürlichen greift und die “Memoiren” seines Alpenlebens mit schaurigen Spukgeschichten von Hexen und Geistern würzt, die den “schwarzen Schaden” unter das Vieh gebracht, und von neckischen “Wichtelen”, welche die Butterkugeln gestohlen.

Man bewirtet die Sennleute mit einem Nachtmahl aus Kücheln, Krapfen und Schnaps und setzt sich sodann zum Heimgarten in die Stube zusammen, wobei das heutige Ereigniß nochmals des Langen und Breiten erörtert wird. Der Senner und die Hirten machen sich indeß meistens bei Zeiten davon. Die Letzteren ziehen mit den Almgeiseln Gassen aus, Gassen ein und knallen um die Wette, denn das Schwingen derselben erfordert große Kraft und eine eigene Kunstfertigkeit, und kehren hierauf im Wirtshaus ein, wo sie sich bei Wein und Schnaps bis zur Morgenfrühe vergnügen. Der Senn aber geht zu seinem Schatz “fensterln” und singt:

Gen Alm geh’ i nimmer,
I woaß schon, warum,
Weil ka Hochzeit nit ist
Und ka Diendl weitum.

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